Sonntag, 06. März 2016, 19:58 Uhr

Raleigh Ritchie: Der Star aus "Game of Thrones" im Interview

Jacob Anderson (25) hat zwei große Leidenschaften: Die Musik und die Schauspielerei. Noch kennt man ihn vor allem durch seine Rolle als Kommandant Grauer Wurm in der Erfolgsserie „Game of Thrones“. Doch jetzt möchte er auch mit seiner Musik und dem dazugehörigen Künstlernamen Raleigh Ritchie durchstarten.

Raleigh Ritchie: Der Star aus "Game of Thrones" im Interview

klatsch-tratsch.de-Autor Dennis hat sein frisch erschienenes Debütalbum „You’re a Man Now, Boy“ zum Anlass genommen, um sich mit dem sympathischen Briten zu unterhalten.

Warum veröffentlichst du deine Musik eigentlich unter einem Künstlernamen?
Ich habe meine Musik schon immer unter einem anderen Namen veröffentlicht. Das habe ich schon damals als Teenager gemacht, als ich angefangen habe mit dem Schreiben. Vielleicht ist das so ein Selbstschutz-Ding, weil ich im Studio sagen kann, was ich möchte. Das gibt mir diese Freiheit über alles reden zu können, was mir einfällt. Das hilft mir beim Reflektieren, schützt mich aber dennoch als Person.

Dein Album heißt „You’re a Man Now, Boy“. Das ist ein sehr spezieller Titel. Was ist die Geschichte dahinter?
Ich habe damals den Song „You’re a Man Now, Boy“ geschrieben. Als ich dann die Songauswahl für das Album getroffen habe, ist mir bewusst geworden, dass das Album vom Wachsen und Erwachsenwerden handelt. Es handelt aber auch von den Beziehungen, die gewachsen sind, mit Menschen wie meiner Freundin, meinen Freunden und meiner Familie. Diesen Satz „You’re a Man Now, Boy“ habe ich früher mal irgendwo aufgeschnappt und fand ihn schön. Das ist so ein Satz, bei dem man sich gut vorstellen kann, wie eine Person, die einem nahesteht, einem an die Schulter fasst und diesen Satz sagt. Ich finde, das passt sehr gut zu meinem Album.

Das klingt nach einer sehr selbstreflektiven Zeit. Was hast du in diesem Prozess über dich gelernt?
Früher, so bis vor etwa sechs Jahren, war ich sehr unabhängig und habe sehr viel Zeit mit mir alleine verbracht. Ich habe erst nach und nach Leute in mein Leben gelassen und gemerkt, dass dies eine echt Bereicherung ist und man viel voneinander lernen kann. Das ist in dieser Zeit bewusster geworden.

Auf deinem Album ist auch ein Song der „Young And Stupid“ heißt. Gibt es eine Sache, die du früher immer gemacht hast, als du noch jung und dumm warst?
Ja, das volle Programm und ich mache noch immer komische Dinge. Ich glaube, die dümmste Sache, die ich früher gemacht habe war, dass ich mich bewusst von meiner Außenwelt isoliert habe. Ich habe beispielsweise in den Pausen nicht, oder nur kaum, mit den anderen gesprochen. Rückblickend wünschte ich, ich hätte das anders gemacht.

Apropos jung und dumm. Wie würde dein 16-jähriges Ich auf dich heute reagieren?
Ich glaube mein 16-jähriges Ich wäre geschockt (lacht). Es würde mir sagen, dass ich alles mehr wertschätzen und positiver sein sollte. Immerhin habe ich die Möglichkeit Dinge zu machen und Leute zu treffen, an die ich noch nicht mal im Traum gedacht hätte. Kürzlich war ich beispielsweise bei einer Radiosendung namens ‚Radio 1’s Live Lounge‘ von BBC und das moderiert ein Kerl namens Trevor Nelson und er ist einer meiner Kindheitshelden. Er hat mich damals sehr in meiner musikalischen Entwicklung geprägt und durch ihn höre ich Musik irgendwie anders. Ich war also in seiner Show und er sagte mir, dass er meine Musik mag. Ich denke, mein 16 –jähriges Ich wäre vor Freude total ausgerastet. Vermutlich könnte es gar nicht glauben, wie viel Glück ich habe und wie cool das alles ist.

Raleigh Ritchie: Der Star aus "Game of Thrones" im Interview

Die meisten Leute kennen dich vermutlich durch deine Rolle in „Game of Thrones“. Fühlst du dich manchmal darauf reduziert? So nach dem Motto: „Jetzt singt der auch noch!“ Es war ja eher andersrum.
Manchmal empfinde ich das schon so. Beispielsweise wenn meine Musik im Radio läuft, scheint es schon oft so, als ob die Moderatoren lieber über die Serie als über meine Musik reden. Das ist für mich immer noch etwas seltsam, da beide Dinge total getrennt voneinander laufen. Die Serie hat keinen Einfluss auf meine Musik und andersherum. Dennoch bin ich froh, dass ich die Möglichkeit habe, beides zu machen.

Hattest du schon seltsame Erlebnisse mit Fans?
Fan-Erlebnisse jetzt eher nicht so, aber mir ist aufgefallen, dass viele Leute nicht so ganz zu verstehen scheinen, was Realität ist und was TV-Serie. Mich fragen tatsächlich echt oft Leute, wie es ist keinen Penis zu haben. Und ich denke mir dann immer: „Das hast du nicht gerade wirklich gefragt!“ Das wäre außerdem auch ganz schön persönlich. (lacht)

Bleiben wir mal bei persönlichen Fragen: Was ist sind so die peinlichsten Platten in deiner Sammlung?
Hm. Ich bin ein Musikliebhaber und habe echt die unterschiedlichsten Sachen, die ich mag. Da sind auch echt ein paar kitschige Sachen dabei, aber kann man da wirklich von peinlich sprechen, wenn ich die Sachen wirklich mag?

Raleigh Ritchie: Der Star aus "Game of Thrones" im Interview

Naja, du wirst sicher diese Songs haben, die du ganz schnell wegschaltest, wenn du im Auto mit deinen Freunden sitzt und dein Mp3-Player im Shuffle-Mode läuft …
(lacht) So geht es mir, wenn einer meiner Songs plötzlich im Shuffle-Mode läuft. Zum Beispiel, wenn ich Freunde da habe und wir eine Hausparty machen, oder wenn ich mit meiner Freundin chille. Das hatte ich erst kürzlich bei einer Party mit Freunden bei mir. Mein Handy war an die Anlage angeschlossen und im Shuffle lief quasi mein ganzes Album durch, das ist mir erst in der Mitte aufgefallen und ich habe es dann etwas Anderes angemacht. In solchen Situationen finde ich es komisch mich selbst zu hören.

Lass uns über dein schlimmstes erstes Date sprechen …
Hm, schwer zu sagen. Ich bin schon ewig mit meiner Freundin zusammen und kann mich gar nicht an eine Situation erinnern, in der ich als Kiddy jemanden bewusst gedatet hätte. Aber ich hatte anfangs mit meiner Freundin ein eher schlimmes Date. Wir sind in ein bekanntes japanisches Restaurant mit großem Buffet gegangen. Dort haben sie auch ab und zu Meeresfrüchte und die waren wohl nicht mehr so gut. Meine Freundin ist darauf richtig krank geworden und ich musste mich um sie kümmern.

Was hast du für 2016 noch so geplant?
Ich gehe hier in Großbritannien auf Tour und werde ein paar Festivals spielen. Ich werde dann auch schon anfangen am nächsten Album zu arbeiten. Das möchte ich dann schneller fertigstellen als das Aktuelle. Wenn alles gut läuft, dann könnte das auch schon Anfang nächsten Jahres rauskommen. Also ganz viel Musik 2016.

Und schauspieltechnisch?
Naja, das ist immer ein bisschen schwer vorher zu sagen. Ich hatte ein paar Vorsprechen, aber kann jetzt noch nichts sagen. Ich kann dir noch nicht mal sagen, ob ich in der nächsten Staffel von „Game of Thrones“ mit dabei sein werde. Ich würde sonst einen auf den Deckel kriegen. (lacht)

Fotos: WENN.com