Montag, 07. März 2016, 23:05 Uhr

Happy Birthday! "Trumbo" kommt und Bryan Cranston wird 60!

Bryan Cranston begeisterte in „Malcolm Mittendrin“, errang in „Breaking Bad“ Kultstatus und gerade wurde er für seine Hauptrolle in “Trumbo” zum ersten Mal für einen Oscar als Bester Hauptdarsteller nominiert. Heute wird Bryan Cranston 60!

Happy Birthday! "Trumbo" kommt und Bryan Cranston wird 60!

Es ist nicht ohne Ironie, dass Bryan Cranston mitten in einer Zeit geboren wurde, in der Talent und Fleiß oft nicht genug waren, um in Hollywood erfolgreich zu sein. Die Rede ist von der McCarthy-Zeit. Als Cranston 1957 das Licht der Welt erblickte, standen immer noch viele Autoren und Intellektuelle auf schwarzen Listen und durften nicht arbeiten. Genau davon erzählt der neue Film “Trumbo”, in dem Bryan Cranston den berühmten Drehbuchautor Dalton Trumbo spielt.

Dalton Trumbo war sehr erfolgreich, hatte sich aber 1947 geweigert, vor dem „House Committee on Un-American Activities“ die Frage zu beantworten, ob er Mitglied der Kommunistischen Partei sei. Er und die neun anderen Vorgeladenen – zumeist Drehbuchautoren und heute als die „Hollywood Ten“ berühmt – wurden entlassen und kurzzeitig inhaftiert.

Damit begann die Hexenjagd auf Andersdenkende, auch bekannt als „Red Scare“. In den folgenden 15 Jahren machten amerikanische Politiker Jagd auf echte oder vermeintliche Staatsfeinde. Wer sich nicht von kommunistischen Ideen distanzierte und seine Freunde denunzierte, setzte seine Existenz aufs Spiel.

Und es traf auch berühmte Intellektuelle und Autoren: Der Komiker Charlie Chaplin, der schon lange in den USA lebte, durfte nach einer Promotion-Tour durch Europa nicht mehr in die Staaten zurückkehren. Der Schriftsteller Arthur Miller musste ins Gefängnis, weil auch er vor dem Komitee die Aussage verweigerte. Über seine Erfahrungen schrieb er sein berühmtes Stück „Hexenjagd“ (1953). Orson Welles zog es in dieser Zeit vor, im Ausland zu arbeiten und kehrte erst 1955 in die USA zurück. Und Bertolt Brecht verließ Amerika einen Tag nach seiner Aussage vor dem Ausschuss, um sich einer Festnahme zu entziehen.

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Dalton Trumbo erfand indes ein geniales System des Widerstands. Zusammen mit weiteren verstoßenen Autoren schrieb er „undercover“ in hohem Tempo Drehbücher für wenig Geld. Sie verzichteten auf ihren „Credit“ im Abspann und versteckten sich hinter Strohmännern (sog. „Fronts“). Und so erlebte Dalton Trumbo seinen größten Triumph zu Hause vor dem Fernseher: Am 25. März 1954 erhielt sein Drehbuch zu der weltweit erfolgreichen Komödie „Ein Herz und eine Krone“ mit Audrey Hepburn und Gregory Peck den Oscar®. Offiziell ging der Preis zwar an Ian McLellan Hunter, aber der wahre Autor war Trumbo.

Die dunkle Zeit für Trumbo und für Amerika endete Anfang der 60er Jahre. Kein Geringerer als Kirk Douglas klingelte eines Tages an Trumbos Tür – mit der Idee zu „Spartacus“ unterm Arm. Douglas beauftragte Trumbo nicht nur für das Drehbuch, er bestand auch darauf, dass dessen Name im Abspann auftauchte.

Happy Birthday! "Trumbo" kommt und Bryan Cranston wird 60!

Es braucht einzelne Menschen, die den Mut haben, gegen die Ungerechtigkeit aufzubegehren und die Stimme für die Freiheit zu erheben. Einer davon war Dalton Trumbo, dem Bryan Cranston in diesem Film ein überzeugendes Denkmal setzt.

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag und zu einer herausragenden Karriere, Bryan Cranston!

Fotos: Paramount