Montag, 07. März 2016, 23:29 Uhr

Jan Blomqvist mit einer Prise Portishead hier, einer Messerspitze Mary J. Blige da

Jan Blomqvist, in den 80ern und nicht in Schweden geboren, ist ein Berliner Solo-Künstler und Bandleader. Jan hat den “Konzerttechno” erfunden: träumerische Vocals und einfache Beats. Mit seiner Band spielt er tanzbaren Elektro-Pop, als Solo-Künstler macht er Clubsoul.

Jan Blomqvist mit einer Prise Portishead hier, einer Messerspitze Mary J. Blige da

Für sein erstes Album nimmt sich Jan genau so viel Zeit, wie er braucht. Er liebt Halfbeats und hasst halbe Sachen. Im Studio sitzen heißt für ihn, aus seiner Live- Erfahrung zu schöpfen.

Jetzt also ‘Remote Control’. Und sofort dieses tiefe typische JB-Gefühl. Radikaldemokratische Weltumarmungselektronik. Bleep bleep! Auf einer Dachterrasse tanzen, während die Sonne hinter dunklen Wolken untergeht. Elektro im Nieselregen. Verloren in der U-Bahn rumstehen und dann merken, dass man die ganze Zeit schon mitwippt.

In zwölf Tracks wird hier der Minimal Techno-Drive der Nullerjahre verblomqvistet: Hingehauchte Melodien, soulige Vocals, hell-dunkler Text. Eine Prise Portishead, eine Messerspitze Mary J. BligeAber “heulen kannst Du, wenn Du zuhause bist”. Die Tanzfläche ist der Transformator, der Melancholie in Strom umdreht und alle ansteckt: Konzertgänger und Techno-Rüpel, Weltvergesser und Glitter-Girls. “The fucking rainbow has no gold”, singt Jan irgendwo. Sein Soundtrack hilft uns darüber hinweg.

Das Album erscheint nur in digitaler Form.

Jan Blomqvist mit einer Prise Portishead hier, einer Messerspitze Mary J. Blige da

Fotos: Christian Dammann