Dienstag, 08. März 2016, 16:52 Uhr

"Der letzte Wolf": Das bildgewaltige Meisterwerk von Jean-Jacques Annaud

Während der Wolf es sich zunehmend in unseren heimischen Wäldern gemütlich macht, findet er Anfang März 2016 nun auch wieder den Weg ins deutsche Heimkino – im Rahmen von Jean-Jacques Annauds bildgewaltigem Meisterwerk der am 11. März 2016 auf DVD, Blu-ray, Blu-ray 3D und als Video on Demand erscheint.

"Der letzte Wolf": Das bildgewaltige Meisterwerk von Jean-Jacques Annaud

Mit “Der letzte Wolf” gelang es dem französischen Meisterregisseur Jean-Jacques Annaud, den internationalen Bestseller „Der Zorn der Wölfe“ in einer überwältigenden Abenteuergeschichte zu inszenieren. Nicht nur die Kulisse einer grenzenlos weiten Landschaft, sondern auch die tierischen Protagonisten, die eigens für dieses Projekt trainiert wurden, machen den Film zu einem atemberaubenden und unvergesslichen Erlebnis in packenden 3D-Bildern. Annaud, der sein besonderes Talent für naturgewaltige Inszenierungen bereits mit Filmen wie „Sieben Jahre in Tibet“, „Zwei Brüder“ oder „Der Bär“ unter Beweis stellte, schafft mit dem Film erneut einen Abenteuerepos, welches von der unbeherrschbaren Schönheit der Natur, der Seele der Wildnis, von Freiheit, Verantwortung und von der Hoffnung darauf, dass die Beziehung zwischen Natur und Mensch eine freundschaftliche ist, erzählt.

Neben echten Wölfen als Hauptprotagonisten setzte Annaud auf einen chinesisch-mongolischen Cast, angeführt von Feng Shaofeng („Dragon Blade“) und Shawn Dou („Nightfall“). Die Kamera führte Jean-Marie Dreujou („Die Frau auf der Brücke“), die klangvolle und melancholisch angehauchte Musik lieferte der 2015 verstorbene Komponist James Horner („Titanic“).



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"Der letzte Wolf": Das bildgewaltige Meisterwerk von Jean-Jacques Annaud

Verehrt, verhasst, gefürchtet – der Wolf in Mythen, Sagen und Märchen

Rotkäppchen und der böse Wolf
Das Märchen vom „Rotkäppchen“ ist in Europa eine der bekanntesten Erzählungen überhaupt. Zum Leidwesen des Wolfs wird dieser hier plakativ als bösartige, hinterlistige Bestie dargestellt, die am liebsten arglose kleine Kinder verspeist. Wenngleich Erwachsenen klar ist, dass das Raubtier hier vielmehr den „fremden Mann“ symbolisiert, vor dem sich besonders junge Mädchen in Acht nehmen sollten, sorgt „Rotkäppchen“ seit mehreren Jahrhunderten dafür, dass schon Kinder kein besonders gutes Bild vom Wolf haben. Dabei ist längst bekannt, dass gesunde Wölfe sich niemals mit Menschen anlegen.

Die drei kleinen Schweinchen
Auch im englischen Märchen „The Three Little Pigs“ kommt dem Wolf die Rolle des gewieften Bösewichts zu, dessen Opfer dieses Mal allerdings nicht ganz unschuldig an ihrem Schicksal sind. Denn die zwei (faulen) Schweinchen, die ihre Häuser nur aus Stroh bzw. Holz bauen, hätten eigentlich wissen müssen, dass derartig schwache (dafür aber mit relativ wenig Mühe zu errichtende) Konstruktionen echten Bedrohungen nicht standhalten können. Am Steinhaus des dritten Schweinchens beißt sich der Wolf dann allerdings die Zähne aus und landet (in der Originalversion) am Ende auch noch im Kochtopf…

"Der letzte Wolf": Das bildgewaltige Meisterwerk von Jean-Jacques Annaud

Fenriswolf & Co.
In der nordischen Mythologie wimmelt es geradezu von Wölfen. Neben dem Fenriswolf, der vom Gott Loki und der Riesin Angrboda gezeugt wurde, tummeln sich hier beispielsweise auch noch Odins Wölfe Geri und Freki sowie die Wolfsbrüder Skalli und Hati, welche den Wagen der Sonnengöttin und des Mondgottes hinterherjagen. Die Darstellung als immerhin göttliches Wesen in der Mythologie Skandinaviens ist für den Wolf also mal eine echte Image-Aufwertung.

Romulus und Remus
Ein positives Bild des Wolfs zeichnet auch die römische Mythologie insbesondere in Bezug auf die Gründung Roms: Nachdem die Gotteskinder Romulus und Remus in einem Korb auf einem Fluss ausgesetzt wurden, nahm eine Wölfin sich ihrer an, säugte sie und sichert so ihr Überleben, bis die beiden von einem Hirten endgültig in Sicherheit gebracht wurden. Später gründeten Romulus und Remus die Stadt Rom – und das alles wäre niemals möglich gewesen ohne den Einsatz jener hilfsbereiten Wölfin.

Der Wolf als Urahn
Viele Völker Zentralasiens, darunter Türken und Mongolen, sahen im Wolf einen direkten Vorfahren und verehrten ihn als heiliges Tier. Der große Respekt der Mongolen vor dem Wolf und dessen Verbindung mit dem heiligen Himmel „Tengri“ wird auch in Jean-Jacques Annauds Film  thematisiert.

Fotos: Senator/Universum