Mittwoch, 09. März 2016, 15:38 Uhr

Andreas Kümmert packt nach ESC-Flucht endlich aus

So etwas gab es beim ESC-Vorentscheid noch nie: Der Sieger Andreas Kümmert (29) schmeißt einfach hin. Ein großer Skandal, der vor einem Jahr wochenlang sämtliche Schlagzeilen in den Medien bestimmte.

Andreas Kümmert packt nach ESC-Flucht endlich aus

Nun hat der 29-Jährige erstmals in einem ‚Stern’-Interview über den Grund seiner Absage gesprochen. Der Musiker verriet dabei, dass nicht er selbst, sondern „meine Krankheit für mich entschieden“ habe. Nach seiner Einladung zum Vorentscheid sei er nämlich von „unkontrollierbaren Angst- und Panikattacken“ heimgesucht worden. Kümmert erzählte: „Plötzlich hatte ich Atemnot. Ich schwitzte. Ich fror. Kaltschweiß. […] Ich habe gedacht, ich sterbe. Ich ersticke. Ich kriege einen Herzinfarkt. Ich werde ohnmächtig, weiß der Herr. Todesangst.“

Seitdem habe er regelmäßig unter „Angststörungen“ gelitten. Man könnte sich jetzt die Frage stellen, warum Kümmert dann überhaupt beim ESC-Wettbewerb mitgemacht habe. Darauf antwortete der Musiker: „Es ist ein Paradoxon für mich: ich brauch die Öffentlichkeit – und habe Angst vor ihr.“ Für ihn war es jedoch ohnehin eine klare Sache, dass er beim ESC in Wien nicht als Sieger hervorgehen würde. Um dort zu gewinnen, müsse man nämlich „auch optisch Erwartungen erfüllen. Sich rausputzen, sich stylen“, so der Sänger.

Er hätte jedoch keine Lust darauf verspürt, „so wie die Conchita Wurst“ zu sein. Das letzte Jahr war aufgrund seiner ESC-Absage nicht gerade leicht für ihn. Er sei im Netz sowie von zahlreichen Medien dafür heftig angegangen worden. Seine Reaktion: „Man hält nichts mehr von dieser Gesellschaft. Da wächst Hass in dir.“ Mit seiner Krankheit soll er mittlerweile aber wieder ganz gut zurecht kommen. Der Sänger befindet sich derzeit auch wieder auf Deutschland-Tournee. Die Musik wäre ohnehin seine Rettung gewesen, so Andreas Kümmert und fügte hinzu: „[…] so wie es Nietzsche sagt: Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum.“ (CS)

Foto: Michael Zargarinejad