Filmkritik „Trumbo“ mit Bryan Cranston: Berufsverbot in Hollywood

Mittwoch, 9. März 2016, 18:45 Uhr


Bryan Cranston („Breaking Bad“, „Drive“) erteilt in seiner Rolle als Drehbuchautor Dalton Trumbo in den USA der 50er Jahre eine wichtige Demokratie-Lektion. Damit wäre die Storyline des neuen Films schon mal kurz umrissen.

Filmkritik "Trumbo" mit Bryan Cranston: Berufsverbot in Hollywood

Trumbo ist ein witziger Mensch, der mitten im Leben steht und es krachen lässt. Er mischt am Set von großen Hollywoodfilmen mit, hat einen riesigen Freundeskreis, eine tolle Familie (Frau, zwei Kinder) und – er ist Mitglied in der Kommunistischen Partei.

Die selbstlosen Ansichten und naiven Auslegungen der kommunistischen Ideen, wie sie von Trumbo agitiert werden, teilt nicht jeder, ganz besonders nicht die von der amerikanischen Regierung ernannten Kommunistenjäger. Die Vorladung zur Aussage vor dem dem „Komitee für unamerikanische Umtriebe“ endet für Trumbo im Gefängnis, da er sich renitent widersetzt.

Nach fast einem Jahr hinter Gittern wird ihm anschließend auch noch Berufsverbot erteilt. Die schwarze Liste macht Trumbo das Leben zwar schwer, aber eigentlich nur noch gerissenener. Trumbo wird in Sachen Geldverdienen sehr findig, denn bienenfleißig wie er ist, schreibt er natürlich weiter. Irgendeiner muss die Brötchen ja nach Hause bringen! Unter dem Namen eines Berufskollegen erscheint beispielsweise das oscarprämierte Drehbuch „Ein Herz und eine Krone“.

Unter vielen Pseudonymen feiert er weitere Erfolge und unterwandert damit nicht nur seinen Status als Gebannter. Seine Standhaftigkeit – und natürlich die Brillianz seiner Drehbücher – imponiert aber auch, u.a. Kirk Douglas (Dean O’Gorman), der Trumbo eindringlich bittet, einen Sandalenfilm mit ihm in der Titelrolle zu schreiben. Der Name hat Filmgeschichte geschrieben: „Spartacus“.

Filmkritik "Trumbo" mit Bryan Cranston: Berufsverbot in Hollywood

Fazit: Trumbo will beides sein – Geschichtsstunde und Screwball-Komödie und dieser Spagat gelingt nicht. „Trumbo“ ist teilweise witzig, meist aber ein recht betulich und ein konventionell erzähltes Stück Zeitgeschichte. Der Hauptdarsteller Bryan Cranston war für den Oscar nominiert und hat völlig zu Recht keinen erhalten. (Kathrin Wessel)

Fotos: Paramount



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