Luke Mockridge im Interview: "Vor 15.000 Leuten fühle ich mich wohler"

Freitag, 11. März 2016, 20:12 Uhr

Nicht erwachsen, nicht Kind. Irgendwo dazwischen befindet sich Luke Mockridge, das Ausnahmetalent der deutschen Comedyszene. Der Gewinner des Deutschen Comedy Preises in der Kategorie “Bester Newcomer” ist ein absolutes Allroundtalent.

Luke Mockridge im Interview: "Vor 15.000 Leuten fühle ich mich wohler"

Seit letzter Woche ist die zweite Staffel von ‘Luke! Die Woche und ich’ am Start und bald geht er wieder auf große Tournee. klatsch-tratsch.de-Showexpertin Geraldine hat mit dem Strahlemann bei seinem Redaktionsbesuch in Berlin gesprochen.

Als jüngster Comedian aller Zeiten bist du vor knapp 15.000 in der Kölnarena aufgetreten. Eigentlich war Deine Show nur für Theatergröße konzipiert. Wie fühlt sich das denn da an auf so einer Bühne? Hattest du Schiß da rauszugehen?
Ich glaube Gott hat mich auf die Welt gestellt, um genau das zu tun. Ich fühle mich auf der Bühne mit Mikro vor 15.000 Leuten wohler und weniger nervös, als wenn ich auf einer Party mit einem Bier in der Hand stehe und eine Anekdote erzähle. Ich hätte am liebsten ein Bett auf der
Bühne, um da zu wohnen. Ich glaube, ich bin auf der Bühne die beste Version von mir.

Man hat ja immer mehrere Facetten, welche ist es bei dir?
Ich bin auf der Bühne derjenige, der ich im echten Leben gerne wäre. Die Bühne ist für mich eine Art “Selbsttherapie”. Ich glaube, dass ich auf der Bühne viel lustiger, schlagfertiger und auch musikalischer bin als im echten Leben.

Wovon musst du dich therapieren?
Ich glaube jeder Mensch sucht etwas, wo er sich weiter entwickeln kann.

Luke Mockridge im Interview: "Vor 15.000 Leuten fühle ich mich wohler"

Menschen im Rampenlicht sind da oft sehr eigen, womit hängt das zusammen?
Ja das stimmt. Die müssen ein Loch stopfen, welches irgendwo gerissen wurde.

Wo ist bei dir dieses Loch?
Ich rede auf der Bühne ganz offen darüber. Ich bin ein “Sandwich-Kind”. Ich habe fünf Brüder und wir hatten natürlich auch Reibereien. Humor war vielleicht auch meine “Waffe”, um mich gegen meine Brüder drurchsetzen zu können.

Was erwartet dein Publikum bei deiner Show?
100 Prozent Luke. Ich erzähle über mich und meine Kindheit, über mein Sexualleben und über meine Schulzeit.

Apropos Sexualleben, bist du noch auf Tinder?
Ich war nie auf Tinder, aber ich rede oft darüber.

Warum bist du nicht auf Tinder?
Ich finde das ein wenig “creepy”. Ich sehe meinen Kumpels immer gerne über die Schulter und enstcheide mit, ob nach links oder rechts gewischt wird. Ich möchte auch ehrlich gesagt keine Frau kennenlernen, die auf Tinder ist.

Warum?
Ich glaube ich bin ein hoffnungsloser Romantiker.

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Hast du Autoren oder schreibst du dein Programm selbst?
Ja, ich schreibe das selbst. Ich kann nur nicht jeden Tag dasselbe spielen, deswegen improvisiere ich sehr viel und beziehe das Publikum
ein.

Machst Du die Show alleine oder hast du Gäste?
Ich bin immer ganz alleine, aber das Publikum wird zum Star des Abends. Ich spreche das Publikum an und nehme es als Team. Ich für auf der Bühnen keinen Monolog, sondern einen Dialog. Wir singen auch zusammen, ich spiele z.B. die ersten Töne der “Gummibärenbande” an und 15. 000 Leute kennen jedes Wort. Ich glaube, kein Comedian spricht die Generation an, die ich anspreche, “die Kids der 90er”.

Sowas verändert einen doch oder bist Du noch der Alte?
Ich bin immer noch der Gleiche. Allein schon durch meine Eltern. Ich fühle mich auf der Bühne einfach wohl und sehe das meine Aufgabe im Leben an.

Dann ist ja der Weg zum ersten eigenen Kinofilm quasi vorprogrammiert.
Jeder große Comedian (neuerdings auch Youtuber) hat das ja hinter sich. Ich liebe Kino, es wäre eine riesen Herausforderung, der ich mich gerne stellen würde.

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Wie könnte so ein Kinofilm von und mit Luke aussehen?
Ich mag keine Filme mit vielen “Special Effects”. Ich mag süße Kurzgeschichten wie z. B “Little Miss Sunshine”. Ich mag emotionale Geschichten aus dem Leben.

Wer sind eigentlich deine Comedy-Vorbilder?
Stefan Raab, weil er kein Comedian ist, sondern Entertainer. Nur Comedian wäre ein Korsett, in welches ich mich nicht stecken möchte. Ich mache auch gerne Musik.

Was ist der Unterschied zwischen einem Comedian und einem Kabarettisten?
Kabarettisten kommentieren Politik und das Weltgeschehen. Wenn man jedoch mehr über seine Freundin, als über die Bundeskanzlerin spricht, ist man Comedian.

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Fühlst du dich privat manchmal unter dem Druck, auch da immer der Entertanier für alle zu sein?
Ich war immer der Lustige und habe gerne Späße gemacht, aber ich kann mich genau so gut mit meinem Kumpel, welcher Maschinenbau studiert, ganz in Ruhe über seinen Job unetrhalten. Ich tauche gerne in seine Welt ein und finde das sehr spannend. Wenn ich mit meinen Kumpels von früher unterwegs bin, dann bin ich nicht Luke Mockridge der Entertainer, sondern da bin ich einfach nur Luki, der in der achten Klasse im Schulllandheim heimlich geraucht hat und aufs Bett gekotzt hat, weil er zuviel gesoffen hat. Das ist toll, da bleibe ich immer Luki.

Was deine weiblichen Fans sicher wissen wollen: Bist du Single?
Ich bin Single und date ein bißchen rum und bin gerne im Nachtleben unterwegs.

Fotos: Promo, klatsch-tratsch.de/Roberto Velazco Davalos