Samstag, 12. März 2016, 16:57 Uhr

Interview: Jack Black und warum sein Gesicht für "Kung Fu Panda 3" so wichtig ist

Am 17. März kehrt eine der erfolgreichsten Animations-Franchises der Welt mit ihrer bisher größten Abenteuerkomödie ins Kino zurück: Kung Fu Panda 3.

Interview: Jack Black und warum sein Gesicht für "Kung Fu Panda 3" so wichtig ist

Nach der überraschenden Rückkehr von Pos verloren geglaubtem Vater macht sich das wiedervereinte Duo auf den Weg in ein geheimes Panda-Paradies, wo sie jede Menge lustige neue Pandas kennenlernen. Der Spaß hat jedoch ein Ende, als der übermächtige Bösewicht Kai in China einen Kung Fu Meister nach dem anderen bezwingt und Po vor eine schier unlösbare Aufgabe stellt: Er muss aus einem Dorf voller lebenslustiger, schwerfälliger Pandas ultimative Kung Fu Panda-Kämpfer machen!

Hollywood-Komiker Jack Black (46) spricht der in der englischen Version wieder die Kultfigur Po. Hier unser aktuelles Interview mit dem Meister (auf dem Foto unten mit Synchronsprecher-Kollegin Kate Hudson).

Kung Fu Panda geht in Runde drei: was macht die Filmreihe so erfolgreich, Herr Black?
Ein ganz wichtiger Aspekt ist das Thema Kung Fu. Die Filmgeschichte hat schon immer bewiesen, dass dieses Thema gut ankommt – schließlich gibt es eine unendlich lange Liste an Kung Fu-Filmen. Kung Fu Panda ist eine Kombination aus Animationsfilm, Komödie und Kung Fu und das gab es vorher so noch nicht und macht die Reihe zu etwas Besonderem.

Drei Teile lang haben Sie die Rolle des Po verkörpert. Wieviel Jack Black steckt in dieser Rolle?
Ich finde immer, dass Po meinem früheren Ich ziemlich ähnlich ist. Ich stelle ihn mir gerne als die Teenager-Version von mir vor, die so viele Idole angehimmelt hat und sich irgendwie gewünscht hat, auch erfolgreich zu werden.

Nicht nur charakterliche Übereinstimmungen gibt es. Im Gegensatz zu vielen anderen Animationsfilmen wird bei Kung Fu Panda zuerst die Stimme aufgenommen und dann erst animiert. Wieviel wird da am Ende improvisiert?
Ziemlich viel eigentlich. Ich habe nie ein komplettes Drehbuch für den Film bekommen. Man spricht darüber, worum es in dem Film gehen und was passieren soll.

Und dann hangelt man sich Szene für Szene durch?
So in etwa, ja. Ich werde beim Aufnehmen meiner Stimme gefilmt und das Material benutzen die Animatoren später, um die Szenen zu konstruieren. Dabei trage ich aber nicht so einen High-Tech-Anzug, der später meine Bewegung überträgt. Die Aufnahmen sind eher eine Art Inspiration für die Animatoren und beeinflussen sie vielleicht bei einigen Teilen des Films.

Ist es da für Sie nicht ein bisschen enttäuschend, dass Kinder in Deutschland gar nicht so genau wissen, dass Sie der Kung Fu Panda sind?
Überhaupt nicht. Ich fühle mich trotzdem wie ein Teil des Films. Schließlich war es meine Stimme, mit der die Animatoren den Film zum Leben erweckt habe. Und die Kinder interessiert es meistens ohnehin nicht. Mir passiert es relativ häufig, dass ich auf der Straße angesprochen werde und die Eltern ihre Kinder förmlich dazu zwingen müssen, mit mir ein Foto zu machen. Das ist bei Kindern so und wird der deutschen Synchronstimme ähnlich gehen.

Interview: Jack Black und warum sein Gesicht für "Kung Fu Panda 3" so wichtig ist

Die deutsche Synchronstimme kommt von Hape Kerkeling. Ein guter Vertreter Ihrer Stimme?
Ja, er ist klasse! Pos Stimme ist definitiv in sehr guten Händen in Deutschland. Und für uns war es ohnehin immer das wichtigste, in allen Ländern die besten Schauspieler für die Charaktere zu finden. Und das ist uns gelungen.

Ihre Kinder sind vermutlich mit der Kung Fu Panda-Reihe groß geworden. Ihr ältester hat im dritten Teil sogar eine Rolle. Wie kam es dazu?
Meine Kinder lieben Kung Fu Panda. Und mein ältester wollte unbedingt eine Rolle im Film sprechen. Ich habe dann einfach mal nachgefragt, ob das ginge und es war kein Problem. Er spricht einen der Hasen im Film. Es gibt zwar viele Hasen, aber er ist der erste Hase. (lacht) Er hat das ganz toll gemacht und war unglaublich stolz, seinen Namen im Abspann zu lesen.

Neben Kung Fu Panda haben Sie auch viele normale Filme gedreht. Ist es da leichter vor der Kamera zu stehen oder einen Animationsfilm zu synchronisieren?
Ganz klar sind die echten Filme die größere Herausforderung. Für den Job muss man ganz oft um fünf Uhr morgens am Set sein, in die Maske und dann für 14 Stunden drehen. Bei Animationsfilmen sieht das viel einfacher aus: man kommt mittags in Studio – gerne auch im Schlafanzug -, arbeitet ein paar Stunden und geht wieder. Das ist eigentlich viel zu einfach.

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Wenn Sie alle Ihre Projekte noch einmal Revue passieren lassen, wo würden Sie gerne noch einmal ansetzen und weitermachen?
Ich würde unglaublich gerne einen zweiten Teil von School of Rock drehen. Aber ich fürchte, dass das nie passieren wird – leider.

Und wie stehen die Chancen um einen vierten Teil von Kung Fu Panda?
Da hat noch nie jemand drüber gesprochen. Aber wenn ich ganz ehrlich bin, finde ich, dass Filmreihen immer in drei Teilen kommen. Das funktioniert so ganz gut und hat sich bewährt. Wenn wir anfangen, einen vierten Teil zu produzieren, dann wollen die Menschen auch irgendwann einen neunten Teil sehen. (lacht)

Kung Fu Panda gibt es mittlerweile auch als TV-Serie.
Naja, es ist nicht meine Stimme. (lacht) Aber es ist jemand, der wirklich exakt so klingt wie ich. Das ist unglaublich verstörend für mich – er ist mein Stimmen-Doppelgänger. Vielleicht braucht man mich jetzt nicht mehr. Spaß bei Seite: man hatte mir die Rolle angeboten, aber es hätte einfach nicht in meinen Zeitplan gepasst.

Im Film wird Po vom Schüler zum Lehrer. Können Sie das irgendwo auf Ihr Leben übertragen?
Jack Black: Auf jeden Fall! Ich habe jetzt Kinder und ich denke, dass Eltern daher immer irgendwo auch die Rolle des Lehrers übernehmen irgendwann. Ich muss denen ja schließlich beibringen, wie sie in dieser Welt überleben, wenn ich einmal nicht mehr da bin. Ich glaube allerdings, dass ich mich darin nicht so gut mache. Ich tue zwar mein Bestes, aber meine Kinder verbringen definitiv zu viel Zeit an ihren iPads. Steve Jobs wusste zum Beispiel, dass das pures Gift für Kinder ist und hat seinen eigenen Kindern verboten, ein iPad zu besitzen.

Lernen Sie denn auch gelegentlich etwas von Ihren Kindern oder bringen sie Sie auf Gedanken, an die Sie vorher nicht gedacht haben?
Ohja! Sie sind super lustig und kreativ. Ein gutes Beispiel ist das Festival Supreme, das ich jedes Jahr organisiere. Dort treten verschiedene Comedians und Musiker auf und mein ältester wollte immer gerne mal dahinkommen. Nun ist es aber so, dass viele Beiträge auf diesem Festival auch mal unter die Gürtellinie gehen und daher eine Teilnahme erst ab 16 Jahren möglich ist. Dieses Jahr werden wir – angeregt durch meinen Sohn – direkt am Tag nach dem Hauptfestival einen Ableger für Kinder anbieten. Dort treten dann einige Künstler des Vortages auf, die sich damit bereit erklärt haben, ihr Programm ein wenig zu säubern und an der einen oder anderen Stelle einen schmutzigen Witz zu streichen. Und ich glaube, dass das großartig wird!

Interview: Lukas Jahn, Fotos: FOX