Montag, 14. März 2016, 22:20 Uhr

Disneys wunderbar verfälschte Märchenwelt

Disneys Charaktere sind hauptsächlich in der Mittelschicht angesiedelt. Die Darstellung sozialer Ungleichheiten in den beliebten Zeichentrickfilmen kann fatal sein: Eine neue Studie dreier Mitglieder der ‘Duke University’ zeigt nämlich, wie der Großverdiener die Illusionen von Kindern und Jugendlichen durch unrealistische Gegebenheiten anregt.

Disneys wunderbar verfälschte Märchenwelt

Die Damen haben sich dazu die 36 Filme von ‘Disney’ und ‘Pixar’ angesehen, die mehr als 100 Millionen Dollar eingespielt haben. Dabei fanden Jessi Straub, Miryea Ayala und Colleen Wixted vor allem heraus, dass nur 4% der Hauptcharaktere aus ärmlichen Verhältnissen stammen. Immerhin stammen 16% aus der sogenannten Arbeiterklasse. Fleiß und ein starker Geist sind die Hauptattribute, die ein erfolgreicher Charakter mitbringen muss. “Das große Thema ist, dass Ungleichheiten als etwas Positives gesehen werden. Arm zu sein ist keine große Sache. Wenn du aus der Arbeiterklasse kommst, bist du glücklich.

Jeder, der weiterkommen möchte und ehrgeizig ist und ein guter Mensch, der kann das auch. Und die Reichen stellen ihr Geld gerne den anderen zur Verfügung. Das ist offensichtlich nicht der wahre Lauf der Welt.” Die Mehrheit der Charaktere sind in der mittleren und oberen Mittelschicht angesiedelt.

“Studien haben gezeigt, dass sich Kinder im Alter von 12 Jahren viele amerikanische Ideen von Klassensystemen angeeignet haben, dass arme Leute eben faul seien und reiche Menschen schlau und viel ambitionierter. Wenn man diese armen Charaktere so darstellt, dass sie trotz harter Arbeit nicht vorankommen, dann wäre das für die Eltern ein Zeichen dafür, dass sich harte Arbeit nicht auszahlt. Und das wäre eine schwierige Lehre für kleine Kinder”, so Streib gegenüber dem ‘Hollywood Reporter’. Zudem sagen weibliche Hauptcharaktere sehr viel weniger als ihre männlichen Gegenspieler, besonders schlecht schnitten ‘Die Eiskönigin – Völlig unverfroren‘, ‘Aladdin’ und ‘Die Schöne und das Biest’ ab. Vielleicht wird sich das in dem aktuellen Remake mit Emma Watson dann ja ändern.

Disneys wunderbar verfälschte Märchenwelt

Unsere Bilder zeigen Szenen aus ‘The Jungle Book’. Kinostart ist am 14. April. Das bildgewaltige Disney-Abenteuer erzählt die Geschichte des weltbekannten Waisenjungen Mogli auf eine noch nie dagewesene Art.

Mit neuster Technologie werden Live-Action und CGI-Animation zu einem grandiosen, bildgewaltigen Kinoerlebnis verbunden, das den Zuschauer mit atemberaubenden Bildern in die Welt des Dschungels und seiner Bewohner entführt.

Disneys wunderbar verfälschte Märchenwelt