Dienstag, 15. März 2016, 15:30 Uhr

Enissa Amani: Wird sie Stefan Raabs Nachfolgerin?

ProSieben hatte gestern einen Grund zum Mundwinkel-nach-oben-ziehen. ‚Circus Halligalli‘ ging mit 1,08 Millionen Zuschauern (11,7 Prozent Marktanteil) über die Bühne und auch die zweite Folge von ‚Studio Amani‘ ab 23:15 Uhr setzte mit 12,6 Prozent Marktanteil ( 780.000 Zuschauer) dieser Zielgruppe ein zweites Ausrufezeichen!

Enissa Amani: Wird sie Stefan Raabs Nachfolgerin?

Schon wird Enissas Late-Night-Shiw als quasi-Nachfolge von Stefan Raabs ‚TV total‚ gehandelt. Wir fassen die Reaktionen der Presse zusammen. „Bereits nach zwei Folgen dürfte sich abzeichnen, dass die gebürtige Teheranerin beste Chancen auf eine Vertragsverlängerung hat. Die Quoten waren erst super, jetzt sind sie noch überdurchschnittlich. Beides lässt sich von der Sendung nicht sagen“, heißt es beim Branchendienst ‚Meedia.
In einem Einspieler suchte sie ehemalige „TV total“-Redakteure im Arbeitsamt auf, „inklusive der bekannten und markanten Studiostimme. (…) Das ist ganz lustig. Auch in Anbetracht des juristischen Knatsches zwischen Raab und einigen seiner ehemaligen Angestellten. Grundsätzlich ist die Show aber auch erst einmal bar jedweder Überraschung.“

Die 32-Jährige selbsternannte „Vollblut-Tussi“ machte bisher vor allem als Stand-Up-Comedienne Karriere. „Aus einem Stand-up-Konzept ein Showkonzept zu machen, ist knifflig, weshalb es keine Schande ist, wenn ‚Studio Amani‘ noch Feinschliff benötigt“, schreibt ‚Quotenmeter‘. „Doch bislang wird Amanis vermeintliche Püppchenhaftigkeit überbetont, wodurch ihre politischen Seitenhiebe untergehen. Amani kann es nicht schaden, in den weiteren Ausgaben mehr wie ihr Stand-up-Bühnen-Selbst aufzutreten und häufiger sowie flüssiger von Thema zu Thema zu wechseln.“

Enissa Amani: Wird sie Stefan Raabs Nachfolgerin?

Der ‚Stern‘ urteilt nach Folge 2 (insgesamt sind zunächst acht geplant), in dem sie in putzigem Militär-Outfit auftrat: „Vielleicht funktioniert das Ganze nur einfach besser auf der Bühne als in einer Montagabendshow. ‚Ich bin so eine Höfliche, ich will es immer allen recht machen‘ erzählte Amani in der Show. Das glaubt sicher jeder sofort. Wie sie in den ersten Minuten versuchte zu erklären, was Facebook- Kommentare mit ihr machen, wie ihr später bei einem Spiel mit dem Studiogast kaum ein schlechtes Wort über andere Menschen über die Lippen kam, das war beinahe rührend. Und nicht aufgesetzt. Aber eben auch langweilig.“

Einig sind sich aber fast alle Kritiker: Die Show hat Potenzial! Dem Münchener Magazin ‚Focus‘ sagte Amani in einem aktuellen Interview: „Wir sind zufällig auf einem von Raabs früheren Sendeplätzen gelandet. Niemals würde ich mir einen Vergleich mit Stefan Raab anmaßen: Er ist eine Fernsehlegende, der seit 15 Jahren sehr gutes Fernsehen gemacht hat.“ Zu der geäußerten Kritik an der Sendung sagte die 32-Jährige Strahlefrau: „An Kritik kann man nur wachsen, denn Kritik hilft sich weiterzuentwickeln und besser zu werden, daher nehmen wir jede Kritik ernst und lernen daraus. Aber wir freuen uns auch über die unglaubliche Quote und haben anscheinend jetzt schon viele Fans für unsere Show gewonnen.“


Fotos: ProSieben/Willi Weber