Filmkritik "Raum": Oscar-Gewinnerin Brie Larson überzeugt auf 9m²

Dienstag, 15. März 2016, 17:40 Uhr

Brie Larson gewinnt den Oscar in der Königsdisziplin “Beste Hauptdarstellerin” für ihren neuen Film “Raum”. Seitdem ist sie aus der Presse nicht mehr wegzudenken. So schnell landet man im Hollywood-Olymp.

Filmkritik "Raum": Oscar-Gewinnerin Brie Larson überzeugt auf 9m²

Am Freitag startet “Raum” auch in den deutschen Kinos. Eine Frau und deren Sohn leben in einem Zimmer, das eine gesamte Wohnung abbildet: von der Badewanne über einen Esstisch und Kochgelegenheit bis zum Bett – und das alles auf engen 9m². Die Einrichtungsgegenstände sind schon sehr abgenutzt, schäbig, bis an die Grenze zum Sperrmüll. Auch die Kleidung der beiden ist fern davon, irgendwie modisch zu sein oder wirklich passgenau zu sitzen. Der Raum hat ein Fenster zum Himmel – das Oberlicht – zu dem die beiden schauen, wenn die Mutter vom Weltall und den Aliens spricht.

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Die Schallisolierung aus strukturiertem Dämmmaterial nimmt dem ohnehin winzigem Zimmer noch mehr an Raum. Dieses Zimmer ist alles, was dem fünfjährige Jack (Jacob Tremblay) und seine Mutter Joy (Brie Larson) an Erlebnissen zur Verfügung steht. Sie rollen den ekligen Teppich ein, um ihre Sportübungen zu machen; Jack spielt auch gern in der Badewanne ohne Wasser, aber am Innigsten ist es, den beiden zuzusehen, wenn Geschichten erzählt werden. Nur hat die Sache einen Haken: die Geschichten wiederholen sich in Endlosschleife. Diese fast kafkaest anmutenden Welt, die nur aus diesem einen Raum und in dem Blick nach oben in den Himmel existiert, hat einen harten Takt.

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Nicht der Wechsel von Tag und Nacht bestimmt den Rhythmus, sondern wenn die Uhr der Mutter piept. Dann muss Jack in den Kleiderschrank, weil eine dritte Person den Raum betritt. Mit dem Eintritt von ´Old Nick´ wird langsam klar, in was für einem entsetzlichen Alptraum die beiden Bewohner feststecken.

Als Jack 5 Jahre alt wird, beschließt Joy, mit den Geschichten vom Weltall und den Aliens aufzuhören und es mit der Wahrheit zu versuchen… Sie müssen fliehen und es gibt nur eine Chance an `Old Nick` vorbeizukommen.

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Den beiden Hauptdarstellern Brie Larson und Jacob Tremblay gelingt es meistens, die sowohl sehr verstörende als auch von Emotionen triefende Geschichte einer Entführung und den Weg zurück in die reale Welt überzeugend zu erzählen. Einen fetten Minuspunkt gibt es für die aufdringlich klebrig-kitschige Filmmusik.

Fotos: Universal Pictures, A.M.P.A.S.