Dienstag, 15. März 2016, 18:51 Uhr

Unglücksband Viola Beach: Hat Polizei zwei Notrufe ignoriert?

Der mysteriöse Unfall der britischen Indie-Hoffnung Viola Beach Mitte Februar wird immer seltsamer. Wie unter anderem der ‚Daily Mirror’ berichtet, soll die schwedische Polizei angeblich zwei Notrufe „ignoriert“ haben.

Unglücksband Viola Beach: Hat Polizei zwei Notrufe ignoriert?

Das Auto war mit den vier Bandmitgliedern Kris Leonard (19, Gesang), River Reeves (19, Gitarre), Thomas Lowe (27, Bass), Jack Dakin (24, Schlagzeug) und ihrem Manager Craig Tarry (32) 25 Meter tief von einer nicht geschlossenen „Zugbrücke“ in den Södertälje-Kanal gestürzt.

Erst auf den dritten Notruf hätten die Beamten schließlich reagiert. Das wäre aber lange 39 Minuten nach dem Crash gewesen. Wie Kjell Lindgren, der Sprecher der Stockholmer Polizei erklärte, sei eine zerstörte Barriere auf einer Brücke normalerweise nicht ein Grund, der bei ihnen Alarm auslösen würde. Gegenüber der britischen ‚Daily Mail’ verriet er: „Diese Art von Information ist nicht etwas, das uns aus unseren Hosen springen lassen würde, um es mal so zu sagen. Es war wie üblich ein sehr geschäftiger Samstagmorgen.“ Erst als ein Zeuge ihnen davon berichtete, dass ein Auto durch die Barriere geschossen war, reagierte die schwedische Polizei. Nachdem sie den Ernst der Situation erkannten, hätten die Beamten schließlich vier Autos, Krankenwagen und Taucher zu der Brücke geschickt.

Letzten Donnerstag hatte Lars Berglund, der zuständige Ermittler in dem Fall, gegenüber dem ‚Daily Mirror’ die Gerüchte darüber dementiert, dass die Band absichtlich zu Tode gestürzt wurde. Der Fahrer hätte auch nicht unter Drogeneinfluss gestanden. Neues heute von den schwedischen Medien veröffentlichtes Rekonstruktions-Material zu dem Vorfall habe offenbar ergeben, dass der Unfall stattdessen anscheinend durch ein Überholmanöver verursacht wurde. Angeblich wäre der noch nicht identifizierte Fahrer zu schnell gewesen und hätte vor der Barriere nicht mehr rechtzeitig stoppen können. Die Bremsleuchten sollen zwar noch aufgeleuchtet haben aber da wäre es wohl schon zu spät gewesen. Nun erhofft sich die Polizei anscheinend weitere Informationen zu dem Unfall aus der Black Box des Nissan Qashqai. Das Extrahieren der Daten muss offenbar beim Autohersteller in Auftrag gegeben werden, wobei die Beamten anscheinend noch auf die Resultate warten…(CS)

Foto: Facebook/ViolaBeach