Sonntag, 20. März 2016, 16:27 Uhr

Unbedingt reinhören: Julian le Play, Stimmgranate aus dem Ösiland

Ein kalter Morgen nach einer langen, durchzechten Nacht. Eine Straßenbahn für zwei. Die Fahrt ins Ungewisse. Wohin geht ihre Reise? Und wie beginnt Liebe? Der Zauber einer ersten intensiven Begegnung – Julian le Play hat ihn auf unvergleichliche Weise eingefangen: In „Hand in Hand“ erzählt er, wie zwei Menschen zueinander finden.

Unbedingt reinhören: Julian le Play, Stimmgranate aus dem Ösiland

Lyrisch -wie man es von ihm kennt – findet er starke Bilder, die sich dem Hörer in den Kopf brennen. Was die neue Single zu einem großen Song macht, sind aber auch die pulsierenden Beats: Tanzbar wie selten zuvor geht das Lied schon beim ersten Hören unverschämt leicht ins Gehör – und ist gekommen, um zu bleiben. Naja und musikalisch? Musikalisch eine Mischung aus Xavier Naidoo und Andreas Bourani.

In seiner Heimat zählt der Wiener Julian le Play seit seinem Hit „Mr. Spielberg“ längst zu den meist beachteten Stimmen. Seine Alben „Soweit Sonar“ und „Melodrom“ holten beide Gold, letzteres wurde außerdem mit Österreichs wichtigstem Musikpreis Amadeus (dem Äquivalent zum Echo) ausgezeichnet. Bereits damals suchte sich der ehemalige Moderator einer Radiomusiksendung den kreativen Impuls beim Reisen – eine Entwicklung, die jetzt ihre konsequente Fortsetzung findet.

Denn das Leben bis in die letzte Herzfaser zu spüren und sich seinen Sehnsüchten hinzugeben, davon erzählt auch „Zugvögel“, das neue Album von Julian le Play. Es handelt vom Reisen. Lissabon, Amsterdam, Stockholm, Sevilla, Cinque Terre und Istrien – magische Monate hat der 24-jährige Sänger hier erlebt. Mit dem Nachtzug steuerte er ins Abenteuer. Und flanierte mit seinem Keyboard im Rucksack anonym durch fremde Gassen. Inmitten dem Flirren der Cafés schrieb er an seinen Songs – und fand seinen neuen Sound.

Epische Poparrangements, mal soulig und intim, mal getrieben von elektronischen Beats, formen Julian le Plays Soundtrack der Sehnsucht. Aufgenommen in einem stillgelegten Hof aus dem 18. Jahrhundert nahe Bordeaux klingt „Zugvögel“ bunt, frei und mutig. Sein musikalisches Roadmovie zeigt eindrucksvoll, wie aus kleinen Geschichten große Hymnen mit Tiefgang werden. „Wenn dieses Album etwas kann“, so der Sänger, „dann ist es vor allen anderen Dingen eines: Mut machen.“ Herausgekommen ist dabei ein neuer wichtiger Mosaikstein seines Schaffens – Julian le Play, positiv und mutig wie nie zuvor.

Unbedingt reinhören: Julian le Play, Stimmgranate aus dem Ösiland

Fotos: Max Parovsky