Patricia Kelly plaudert hier über ihr neues Album „Grace & Kelly“

Samstag, 26. März 2016, 16:23 Uhr


Natürlich hat Patricia Kelly in ihrer mehr als 30jährigen Karriere noch nie etwas Unpersönliches gemacht, nichtsdestotrotz ist das neue Album „Grace & Kelly“ ihre persönlichste Arbeit. Mehr noch, eine Herzensangelegenheit. Zwölf Lieder, die mit einer ungeheuren Intensität daherkommen, dass es einem den Atem verschlägt.

Patricia Kelly plaudert hier über ihr neues Album "Grace & Kelly"

Eindringlich und aufwühlend dokumentieren sie eine Zeit der Künstlerin, die von Einschnitten und Verlusten geprägt war. Gleichsam sind der charismatischen Musikerin in den letzten Jahren viele positive Dinge passiert. Lichtblicke, Zufriedenheit, Optimismus und Glaube sind die Eckpfeiler ihres musikalischen Schaffens. Und trotzdem: Selten besitzen Songs eine solch emotionale Tiefe, selten ist eine Künstlerin so nahbar.

klatsch-tratsch.de-Hit-Expertin Geraldine hat mit der sympathischen Sängerin geplaudert.

Warum ist dieses Album so persönlich?
Es war schon immer ein Traum von mir, ein richtig persönliches Album selbst zu produzieren, ich war die letzten Jahre viel mit meinen Kindern beschäftigt. Doch nun sind sie aus dem Gröbsten raus und hatte nun die Kraft und auch die Zeit, das zu starten.

Wann und wo ist das Album entstanden?
Die Songs sind in verschiedenen Ländern Europas entstanden und an den unterschiedlichsten Orten und Situationen, manchmal war es in der Küche oder beim Schminken und manchmal auch im Flugzeug, auf Tour. Die meisten entstanden abends nachdem die Kinder im Bett waren. Ich hatte zu vielen Songs nur ein Fundament, ein Skelett quasi. Ich habe nun meine „Lieblinge“ gesammelt und fertiggestellt.

Welcher Song ist dein Lieblingssong auf deinem Album?
Ich habe zwei, einer ist sehr dunkel, „I don´t Wanna Fight Anymore“ und dann „Get Up And Walk“, den finde ich sehr spannend und unzensiert.

Warum Crowfunding?
Die Medienlandschaft, das Musikbusiness, hat sich über die Jahre sehr verändert und wird es auch weiter tun. Ich bin innovativ und wollte neue Wege. Ich hatte lukrative Angebote von großen Major Labels, welche ich abgelehnt habe, da sich diese in meine Musik einmischen wollten. Da so eine Produktion sehr teuer ist und ich diese nicht aus meiner eigenen Tasche zahlen wollte, habe ich mich trotz der negativen Meinung meiner Berater zum Thema Crowdfunding dafür entschieden. Sie meinten, man wird sagen, dass ich kein Geld mehr habe etc. Ich habe auf mein Bauchgefühl gehört und es war ein Riesenerfolg.

Hattest du Hilfe von jemanden aus deiner Familie?
Nein ganz alleine, das wollte ich auch ganz bewusst so. Das war mir sehr wichtig, denn es sollte zu Hundert Prozent „ICH“ sein.

Wie schaffst du es, Musik und Familie unter einen Hut zu bringen?
Nicht so leicht. Es gibt Tage, da dreht man durch und Tage, da klappt es einfach. Ich könnte jedoch nicht nur „Mama“ sein, ich würde Zuhause alle verrückt machen. Ich habe viel erlebt und durfte viele Länder bereisen. Ich brauche das. Ich habe im Sommer zwei Monate frei und das zu der Zeit, wenn meine Kinder Ferien haben. Ich freue mich dann jedes Mal schon auf September auf die Tour.

Patricia Kelly  plaudert hier über ihr neues Album "Grace & Kelly"

Du gehörst zu der erfolgreichen Kelly Family, ist das immer ein Vorteil?
Wie alles im Leben hat auch das nicht nur Vorteile, sondern auch Nachteile. Aber zum Glück überwiegen die Vorteile. Die Nachteile sind Kleinigkeiten, die man leicht verschmerzt. Ich habe großes Glück mit dem, was ich mache und bin sehr dankbar dafür.

Nutzt du neue Kanäle wie YouTube zum Beispiel?
Gezwungenermaßen, ich habe zwei Teenie-Jungs, die kennen „fernsehen“ nicht, bei ihnen gibt es nur Youtube. Ich kümmere mich um Social Media selbst. Ich nutze Instagram, wie auch Facebook. So kann ich mich ungefiltert rüberbringen. Die Möglichkeiten sind heutzutage enorm. Man muss nur in der Lage sein, diesen Wandel mitzumachen. Wenn ich einen Post für mein Konzert mache, dann habe ich es ausverkauft, sprich, ich brauche keine Plakatierung mehr. Social Media ist eine Revolution. Ich war ein „Hippie-Kind“ und könnte keine E Mails schreiben, mein Mann welcher IT Manager ist, musste mir meine E Mails immer ausdrucken. Irgendwann hat er das ganze gestoppt und ich musste mich damit auseinandersetzen. Das war nicht so leicht, aber mittlerweile habe ich ein I-Phone und dadurch habe ich die Liebe zur Fotografie entdeckt.

Was sind denn deine nächsten Pläne in naher Zukunft?
Ich bin gerade total fokussiert auf „Grace & Kelly“ und nicht beim nächsten Projekt. Ideen sind da, aber das muss alles warten. Denn für mich wird, wie gesagt, mit dem Album ein Traum wahr.

Patricia Kelly  plaudert hier über ihr neues Album "Grace & Kelly"

Mit wem aus deiner Familie harmonierst du musikalisch am besten?
Im Moment ist es so, dass sich jeder in eine andere Richtung entwickelt, das finde ich sehr spannend, wir können uns dadurch austauschen und voneinander lernen.

Mit wem würdest du am ehesten zusammen Musik machen?
Ich würde mit jedem von ihnen auf der Bühne stehen wollen. Wie es musikalisch passt, ist nochmal eine andere Sache. Ich darf dazu gar nichts sagen, weil sonst ist vielleicht einer beleidigt (lacht).

Was hörst du privat für Musik?
Ich höre viele verschiedene Richtungen, aber höre eigentlich sehr wenig Musik. Meine Lieblings-CD seit 30 Jahren ist die von gregorianischen, singenden Mönchen, welche ich jeden Abend zum einschlafen höre, mein Mann kann es nicht mehr hören (lacht). Ich bin auch ein großer Adele-Fan und freue mich sehr auf ihr Konzert.

Wieso? Verbindest du damit automatisch „Arbeit“?
Das Problem ist, dass ich automatisch analysiere, wie z.B. die 2. Stimme gesungen wurde, ich höre das mit den Ohren eines Produzenten. Es ist selten der Fall, dass ich mich bei Musik zurücklehnen kann und entspanne, aber Adele z.B schafft es.

Hören deine Söhne deine Musik oder die der „Kelly Family“?
Nicht alles, aber die neue CD finden beide toll. Ich war sehr überrascht, weil normalerweise kann ich mir anhören „Mama das ist total uncool“.

Fotos: klatsch-tratsch.de/Karsten Schröder



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