Dienstag, 29. März 2016, 14:15 Uhr

Und so räumt Disney überall ab

Höher, schneller, weiter: 2015 klingelten die Kinokassen wie nie zuvor. Zunächst legte „Jurassic World“ im August den erfolgreichsten Kinostart aller Zeiten hin. Doch schon vier Monate später wurden die Saurier von „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ entthront – die Sternensaga spielte in der ersten Woche 529 Millionen US-Dollar ein.

Und so räumt Disney überall ab

Inzwischen hat „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ weltweit die 2-Milliarden-Dollar-Marke geknackt und steht aktuell bei 2,054 Milliarden Dollar – ein riesiger wirtschaftlicher Erfolg für die Disney-Studios. Da wirken die Produktionskosten von 200 Millionen Dollar im Vergleich fast mickrig.

„Jurassic World“ hatte ein Budget von 150 Millionen US-Dollar. Mittlerweile liegt der Streifen, der ebenfalls von Disney produziert wurde, mit einem weltweiten Einspielergebnis von 1,67 Milliarden US-Dollar auf Platz 4 auf der Liste der erfolgreichsten Filme aller Zeiten.

Diese neue Film-Bestmarke ist ein weiterer von den zahlreichen Triumphen und Rekorden, deren Erfolg die Walt Disney Company auszeichnet. Dieser Durchbruch kommt nicht von ungefähr: Neben der eigenen Produktion hat Walt Disney in den letzten Jahren mit Marvel Entertainment, Pixar und Lucasfilm drei weitere Filmstudios ins Boot holen können.

Im Jahr 2009 kaufte der Disney-Konzern das traditionsreiche Comic-Haus Marvel. Für vier Milliarden Dollar gingen die Kult-Figuren Iron Man, X-Men und Captain America an die Zentrale von Micky Maus und Donald Duck.

2012 übernahm der US-Medienriese für ebenfalls vier Milliarden Dollar das Unternehmen Lucasfilm, das von Filmproduzent George Lucas gegründet worden war. Lucasfilm produzierte unter anderem die “Indiana Jones”-Tetralogie und die “Star Wars”-Episoden.

Nun hat Disney gut lachen – schließlich besitzt der Konzern nicht nur die Rechte an den kommenden Star-Wars-Filmen, sondern auch an den Avengers und damit Captain America. Durch die Marvel-Übernahme werden die Disney Studios bis 2019 stolze zehn Superhelden-Filme veröffentlichen. Allen voran steht dabei „Captain America Civil War“, dessen Start für Mai 2016 geplant ist.

Comic-Verfilmungen und Superhelden scheinen derzeit voll im Trend zu liegen und den Geschmack der Massen zu treffen: Dem Streifen „Deadpool“, ebenfalls eine Comic-Verfilmung, gelang jüngst ein gigantischer Erfolg am Box Office, mit dem wohl kaum jemand rechnete: 135 Millionen Dollar spielte der Film allein am Startwochenende ein, obwohl der Film in USA ein R-Rating besitzt. Dieses R-Rating gewährt Jugendlichen unter 17 nur in Begleitung eines Erwachsenen Zutritt in den Kinosaal.

Die großen Schlachten der Zukunft werden nicht nur auf der Leinwand selbst ausgetragen, sondern finden auch im echten Leben zwischen den Filmstudios statt: Experten erwarten einen Kampf zwischen den Walt-Disney- und den DC-Studios, deren nächster Superhelden-Film „Batman v. Superman: Dawn Of Justice“ in Deutschland am 24. März anlief.

Kein Wunder, dass beide Medienriesen ihre Superhelden-Filme schon bis 2020 durchgeplant haben: die wirtschaftlichen Zahlen der Comic-Verfilmungen der letzten Jahre zeigen, wie wichtig sie für den Erfolg der Studios sind. Disney dürfte dank seiner gelungenen Übernahmen von Marvel, Lucasfilm und Pixar der große Gewinner sein.

Die DC-Studios haben für August 2016 und November 2017 zwei Blockbuster angekündigt: Zunächst „Suicide Squad“, eine Gruppe von Superbösewichten, die sich im Auftrag der US-Regierung auf Himmelfahrtkommandos begeben, um so dem Strafvollzug zu entgehen. Dann „Justice League“, in der sich Superman, Batman, Green Lantern, Wonder Woman, The Flash und andere Superhelden verbünden, um das Böse zu bekämpfen.

Im Dezember sollen für Disney die Kinokassen mit dem ersten Spin-off im neuen Star-Wars-Kanon „Rogue One“ klingeln. Und schon Ende 2017 wollen die Macher mit dem zweiten Teil der neuen Trilogie des Weltraummärchens „Star Wars: Episode VIII“ die Massen vor die Kinoleinwände locken.

Es müsste schon mit dunklen Mächten zugehen, wenn Disneys zukünftiger Erfolg nicht um ein weiteres Mal alle vorhergehenden Rekorde übertrumpfen würde. Schließlich hat sich der Konzern durch die Übernahmen der anderen Firmen die Rechte an vielen namhaften Comic-Helden und der Star-Wars-Saga gesichert. Die Zuschauer betrifft das eher wenig: sie dürfen sich einfach auf hochwertige Filme mit immer besseren Spezialeffekten freuen. (KTAD)

Foto: Disney