Freitag, 01. April 2016, 9:26 Uhr

Maximilian und Sophie sind die beliebtesten Vornamen

Traditionelle Namen wie Karl kehren zurück, die Schreibweisen werden immer kreativer und individueller, und der Trend zu Zweit- und Drittnamen hält an. Was für die Eltern aber letztlich zählt, ist der schöne Klang beim Namen für ihre Kinder.

Maximilian und Sophie sind die beliebtesten Vornamen

Wenn es um die Namen ihrer Kinder geht, verzichten viele Eltern in Deutschland auf Experimente. Die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) listet Sophie/Sofie seit mittlerweile 16 Jahren unter den drei beliebtesten Vornamen.

In den vergangenen sechs Jahren landete der Mädchenname kontinuierlich auf Platz eins. Nicht viel anders sieht es bei den Jungennamen aus: Sieger Maximilian steht seit zwölf Jahren auf dem Treppchen, die letzten drei Jahre in Folge als Gewinner. “Die Eltern entscheiden sich immer wieder für diese Namen, weil sie so schön klingen”, erläuterte die Geschäftsführerin der Wiesbadener Sprachforscher, Andrea-Eva Ewels, am Donnerstag den Trend. Die Bedeutung der Namen sei vielen Eltern gar nicht so wichtig. Das belegten auch repräsentative Umfragen.

Was sich eher nach Langeweile bei der Namensfindung anhört, täuscht aber über so manche Bewegung hinweg. Fast jedes zweite Kind in Deutschland bekommt mittlerweile einen zweiten oder mehrere Namen. Dazu gibt es eine anhaltende Renaissance von traditionellen Namen wie Karl/Carl, Anton, Emil oder Oskar bei den Jungen. Als Mädchennamen werden Ida, Greta und Frieda seit einigen Jahren beliebter, berichtete die Expertin.

Die Sprachforscher beobachten auch, dass Eltern bei der Schreibweise für die Namen ihrer Kinder immer kreativer werden. Für den Namen Philipp würden bei den Standesämtern mittlerweile zahlreiche Schreibvarianten wie Phillip, Philip, Phillipp, Filipp, Fillip, Filip, Fillipp angemeldet. Die Ämter sind für das Ausstellen der Geburtsurkunden zuständig. Von diesen offiziellen Stellen erhält die Gesellschaft für deutsche Sprache auch die Namenslisten für ihre Rankings.

In der Regel melden die Kranken- oder Geburtshäuser nach der Entbindung der Kinder den Namen an die Standesämter. Fällt es Eltern schwer, sich zu einigen, wird aber kein Druck aufgebaut. Eine Geburtsurkunde könne auch ohne Name ausgestellt werden, erklärte Gerhard Bangert von Bundesverband der Deutschen Standesbeamten. Lediglich beim Familiennamen des Babys muss nach einer Frist von vier Wochen klar sein, wohin die Reise geht. Das sieht eine BGB-Gesetzgebung vor.

In den Blick genommen haben die Wiesbadener Wissenschaftler auch, wie stark Migrantennamen in Deutschland im Kommen und welche türkisch-arabischen Namen auf der Hitliste vertreten sind. Elif steht demnach sowohl in der Türkei als auch in Deutschland auf Platz eins. In Gesamtranking rangiert der Name auf Platz 64. Bei den Jungennamen ist Muhammed am beliebtesten und schaffte es insgesamt auf Position 41. Durch die vielen Flüchtlinge werde die Zahl türkisch-arabischer Namen sicherlich zunehmen, sagte GfdS-Geschäftsführerin Ewels. Nicht zu erwarten sei aber, dass sie die bereits seit Jahren in Deutschland etablierten Namen verdrängen werden.

Eine amtliche Vornamensstatistik gibt es bislang in Deutschland nicht. Neben der Gesellschaft für deutsche Sprache präsentiert der Hobby-Namensforscher Knud Bielefeld aus Ahrensburg bei Hamburg Ranglisten, die er aufgrund von Geburtsmeldungen erstellt. Damit erfasst er nach eigenen Angaben rund 26 Prozent der Baby-Namen. Die Wiesbadener beanspruchen für sich, über die Standesämter über 90 Prozent der vergebenen Namen abzudecken. Das Statistische Bundesamt hat nun angekündigt, die Hitliste der GfdS regelmäßig zu übernehmen. (Bernd Glebe, dpa)

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