Montag, 04. April 2016, 22:40 Uhr

Jasmin Tabatabai: Neues Album kommt

Am 20. Mai erscheint das neue Jasmin-Tabatabai-Album „Was sagt man zu den Menschen wenn man traurig ist?“ bei Jadavi Records.

Jasmin Tabatabai: Neues Album kommt

Das 2011 erschienene Liederalbum „Eine Frau“, auf dem sich die Schauspielerin, Sängerin und Autorin zum ersten Mal in einem von dem Schweizer Saxofonisten, Komponisten und Arrangeur David Klein maßgeschneiderten Jazzgewand präsentierte, war eine Offenbarung. Die „Süddeutsche Zeitung“ nannte Tabatabai in einem Atemzug mit Marlene Dietrich und Hildegard Knef, beim „Echo Jazz“ wurde die Jazz-Newcomerin 2012 als „beste nationale Sängerin“ ausgezeichnet.

Fünf Jahre und an die hundert Konzerte später ist aus der prickelnden Affäre zwischen Jasmin Tabatabai und dem Jazz eindeutig mehr geworden. „Das ist jetzt eine sehr ernsthafte Liebesbeziehung“, sagt die Sängerin, „man kann sich ungeschminkt zeigen und muss keine Angst davor haben, dass der andere sofort wieder abhaut.“

Jasmin Tabatabai: Neues Album kommt

Dieses liebevollen Vertrauen ist in jedem Takt, in jedem Atemzug auf „Was sagt man zu den Menschen, wenn man traurig ist“ zu hören, dem zweiten gemeinsamen Album von Tabatabai und ihrem kongenialen Musikpartner David Klein.

Die Stücke auf „Was sagt man zu den Menschen, wenn man traurig ist“ legen von dieser lyrischen Instinktsicherheit ein beredtes Zeugnis ab. Sei es die zarte Zerbrechlichkeit, mit der Tabatabai den auf einem Text von Ulrich Plenzdorf basierenden, von Peter Gotthardt komponierten Puhdys-Klassiker „Wenn ein Mensch lebt“ aus dem DDR-Kultfilm „Die Legende von Paul und Paula“ interpretiert, sei es in der müden, seelenwehen Laszivität, mit der sie Kurt Tucholskys „Anna Luise“ aus der „Gripsholm“-Verfilmung wiederbegegnet (im Rahmen der Dreharbeiten lernten sich Tabatabai und Klein 1999 kennen). Geradezu Rap-Qualitäten zeigt die Sängerin in der atemlos-atemberaubenden Choro-Version von Reinhard Meys 1988 entstandenem Familiensong „Aller guten Dinge sind drei“. „Dieses Lied ist so unglaublich wahr“, lacht Tabatabai, selbst dreifache Mutter, „sogar meine eigenen Kinder sagen: Hä, woher kennt der uns?“

Fotos: Felix Broede