Freitag, 08. April 2016, 9:26 Uhr

Echo: Joris ist der Überraschungs-Abräumer und Pocher gibt den Trump

Newcomer Joris ist der große Überraschungssieger bei der gestrigen Echo-Verleihung. Drei Mal gewann der 26-jährige Singer-Songwriter Er erhielt die Trophäe als „Newcomer national“.

Echo: Joris ist der Überraschungs-Abräumer und Pocher gibt den Trump

Außerdem konnte sein Album „Hoffnungslos Hoffnungsvoll“ beim Kritikerpreis die meisten Stimmen auf sich vereinen. Bei der Abstimmung u?ber den in Kooperation mit den jungen Radio-Programmen und Popwellen der ARD verliehenen Radio-ECHO fällten die Zuschauer während der Gala eine Entscheidung zugunsten des Joris-Hits „Herz über Kopf“.

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Die richtig großen internationalen Stars fehlen auf der Gästeliste. Die Britin Adele etwa, die dreimal nominiert war, ist gar nicht erst nach Berlin gekommen. Dass sie dann auch tatsächlich in der Kategorie Künstlerin Rock/Pop International gewinnt, wird nur auf dem Papier verkündet. Ein anderes beliebtes Mittel, um Promis aus der Ferne zumindest irgendwie dabei zu haben: die kostengünstige Videoschalte.

Echo: Joris ist der Überraschungs-Abräumer und Pocher gibt den Trump

Durch den Abend manövriert eine durchaus hervorragend aufgelegte Barbara Schöneberger – mit Jokes, Selbstironie und so manchen Anspielungen (“Jetzt wo wir Frauke Petry kennen, sind wir so froh, dass er nominiert ist: Wolfgang Petry”). Der Echo werde jetzt zum 25. Mal verliehen. Was in den Jahren alles passieren könne, könne man an ihr sehen, erzählt die quirlige TV-Entertainerin. “Ich muss ja nur mich angucken: Von der Lolita zur Cellulita.” Hahaha!

Allerdings konnte Schöneberger reichlich fahrige Patzer nicht unterdrücken. Man hatte fast den Eindruck, sie macht den Gottschalk, bei dem man auch oft glauben wollte, dass er sich gar nicht vorbereitete auf seine Auftritte.

Schöneberger überspielt die Patzer durch eine atemlose Laberei, lobt zwischendurch beispielsweise die Haare von R&B-Künstler The Weeknd als “zweitschönste Frisur nach Donald Trump”. Achso, Komiker Oliver Pocher taucht passend zum Thema im Trump-Kostüm am lilafarbenen Teppich auf. (Hier geht’s zum Video!) Was Trump aber mit dem deutschen Echo und Deutschland überhaupt zu tun hat, blieb das Geheimnis des Comedians.

Auf der Bühne stehen unter anderem die deutsche ESC-Hoffnung Jamie-Lee, der Singer-Songrwiter James Bay, Enya und Altrocker Udo Lindenberg. Und es wird an verstorbene Musiker wie Roger Cicero und David Bowie erinnert.

Und dann war da noch Helene Fischer . Ihr Album “Weihnachten”, für das sie den Titel des Albums des Jahres bekommt, sei nur sechs Wochen auf dem Markt gewesen, sagt sie selbst. An ihr kommt keiner vorbei. Und da gibt es auch jede Menge entsprechende Kommentare am Abend. Als Sarah Connor ihren Echo als Künstlerin Rock/Pop national entgegennimmt etwa, da sagt sie, ihr eigener letzter Echo sei schon 14 Jahre her – im Gegensatz zu “dir, Helene”. (PV/dpa)

Fotos: WENN.com