Samstag, 09. April 2016, 17:10 Uhr

Tom Tykwer: Deutsche Serien starten jetzt erst richtig durch

Starregisseur Tom Tykwer (50) hält wenig von der These, in Deutschland würden keine guten Serien gedreht.

Tom Tykwer: Deutsche Serien starten jetzt erst richtig durch

“Ach, da muss man mal die Kirche im Dorf lassen!”, sagte Tykwer jetzt im Gespräch mit der ‘Süddeutschen Zeitung’. “Wir fangen doch gerade erst an. Die Amerikaner haben viel früher damit begonnen und deshalb einen großen Vorsprung.” Man dürfe nicht unterschätzen, dass Deutschland ein einigermaßen stabiles Fernsehsystem habe, das nicht so unter Zugzwang stehe wie in anderen Ländern. “Es ist ja nicht so, dass die Leute der ARD oder dem ZDF scharenweise weglaufen.” Die Privatsender hätten da schon eher ein Problem. Die modernen Serien hätten einen Erzählfluss, in den Werbepausen einfach nicht reinpassten.

Tykwer (auf dem Foto mit Schauspielerin Natalia Wörner) wird die Berlin-Krimis von Volker Kutscher verfilmen. ‘Babylon Berlin’ gilt als bisher aufwendigste deutsche Serie. Die Dreharbeiten dazu starten im April. Die Serie erzählt auf Basis der international erfolgreichen Bestseller-Reihe von Volker Kutscher um Kommissar Gereon Rath, der im Berlin der 1920er Jahre ermittelt, das ganze Panoptikum der aufregendsten Stadt der Welt zwischen Drogen und Politik, Mord und Kunst, Emanzipation und Extremismus.

Die Hauptrollen in ‘Babylion Berlin’ übernehmen Volker Bruch als Gereon Rath sowie Liv Lisa Fries als Charlotte. Mit seiner Darstellung des Wehrmachts-Offiziers Wilhelm in “Unsere Mütter, unsere Väter” fesselte Volker Bruch ein Millionenpublikum vor den Fernsehern. Liv Lisa Fries erlangte große Aufmerksamkeit mit dem ARD-Film “Sie hat es verdient”, in dem sie die aggressive Jugendliche “Linda” spielt, die ihre Mitschülerin zu Tode quält.

Foto: AEDT/WENN.com