Dienstag, 12. April 2016, 18:57 Uhr

"Sing meinen Song" mit Soulstar Seven! Wer ist dieser Seven?

Heute Abend startet bei VOX um 20.15 Uhr die hochkarätige Musik-Eventreihe „Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“. Neben Gastgeber Xavier Naidoo sind auch Nena, Sascha Vollmer und Alec Völkel von „The BossHoss“, Wolfgang Niedecken, Samy Deluxe, Annett Louisan und der Schweizer Funk-Vertreter „Seven“ dabei.

"Sing meinen Song" mit Soulstar Seven! Wer ist dieser Seven?

Letzteren hatten wir 2011 schon mal auf diesen Seiten vorgestellt, leider konnte sich der sympathischem 36-jährige Sänger hierzulande nicht durchsetzen. Was natürlich jetzt mit seiner Teilnahme am Tauschkonzert anders werden könnte. Wir bringen unser Leser auf den aktuellen Stand.

Jan Dettwyler, so der bürgerliche Namen des Schweizer Sängers Seven, wird am 18. Oktober 1978 in Wohlen in der Schweiz geboren. Dem Sohn eines Tenors und einer Pianistin ist die Musik mit in die Wiege gelegt worden. Bereits mit 15 Jahren ist er Sänger in der Band „Natural Acapella“, die in nur drei Jahren über 200 Konzerte spielt und mehrfach im Schweizer Fernsehen auftritt. Sein erstes Soloalbum „Dedicated To…“ erscheint 2002. Der damals 23-Jährige tritt im Vorprogramm von „Destiny’s Child“ im Zürcher Hallenstadion auf.

UPDATE 19. April: Seven bei „Sing meinen Song“ – Unser aktuelles Interview zur Show

Mit seiner eigenen anschließenden Club-Tour kann sich Seven als herausragender Live-Musiker in der Schweiz etablieren. Nach dem zweiten Album „Sevensoul“ 2004 folgen nur ein Jahr später zwei Live-Alben und das dritte Studio-Album „Lovejam“, mit dem er auf Anhieb in die Top 10 der Schweizer Albumcharts einsteigt. Und auch international macht sich Seven als Vollblutmusiker und Songwriter einen Namen: Er spielt Konzerte in Großbritannien und eröffnet 2006 als erster Europäer das US-amerikanische Sundance Film Festival.

Ein Jahr später produziert er in den USA das Album „Home“, das auf Platz 5 der Schweizer Albumcharts landet und ihm in seinem Heimatland seine erste Goldene Schallplatte einbringt. Neben einer ausverkauften Tour durch die Schweiz und vielen Konzerten im Ausland spielt Seven 2007 beim Montreux Jazz Festival.

"Sing meinen Song" mit Soulstar Seven! Wer ist dieser Seven?

Sein nächstes Album „Like A Rocket“ schießt 2009 auf den zweiten Platz in der Schweiz, wird nach nur einer Woche vergoldet und wie schon das Vorgängeralbum außerdem in Japan veröffentlicht. Nach weiteren Tourneen durch seine Heimat veröffentlicht er 2009 das Live-Album „Like A Rocket Live“ und hängt 2010 eine „Unplugged“-Kleintheater-Tour mit minimaler Bandbesetzung und neuen Interpretationen seiner Songs daran an. Mit „Focused“ erscheint im Sommer 2011 sein erstes Album in Deutschland. Es folgen die Alben „The Art Is King“ (2012) und „The Art Is Piano“ (2013). Mit seinem aktuellen Album „BlackFunkLoveSoul“ landete er schließlich auf Platz 1 in den Schweizer Albumcharts.

VOX führte mit Seven ein Interview. Hier Auszüge:

"Sing meinen Song" mit Soulstar Seven! Wer ist dieser Seven?

Was reizt dich, bei „Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“ teilzunehmen?
Ich mache seit 14 Jahren Musik, aber ich habe noch nie etwas gemacht, was diesem Projekt ähnelt. Ich habe zwar schon immer die Ecken gesucht, an denen ich vielleicht auch scheitern werde und wo ich etwas machen muss, was ich noch nie gemacht habe – aber das Glatteis, was diese Sendung bedeutet und für uns Künstler bereithält, ist wirklich glatt. Das zieht mich magisch an. Ich habe die Sendung von Anfang an verfolgt, weil ich Gregor Meyle aus der ersten Staffel persönlich kenne. Er hat mich informiert, dass er dabei ist und ich wollte unbedingt, dass er jetzt endlich durch die Ecke geht, weil er es mehr als verdient hat. Ich habe dann nicht nur mit Gregor mitgefiebert, sondern mich auch in die Idee dieser Sendung völlig verguckt. Es ist eine Ausnahmesituation, denn wir als Künstler kennen das Studio – also das Aufnehmen für eine CD. Wir kennen Konzerte vor Menschen, die dafür bezahlen und wir kennen es, mit anderen Musikern zusammen Musik zu machen. Aber bei „Sing meinen Song“ gibt es das alles auf einmal. Wir sind vorher im Studio. Und wenn wir in Südafrika singen, dann direkt vor dem Interpreten des Originals. Deswegen habe ich keine Sekunde gezögert, als Xavier mich gefragt hat, ob ich hier bei der dritten Staffel dabei sein möchte.

Xavier wollte dich unbedingt dabei haben. Das ist schon ein Ritterschlag, oder?
Ja, das war eine komische Geschichte. Ich habe in Luzern auf einer Bühne gespielt, er war mit den Söhnen Mannheims da. Und morgens um halb 1 hat Xavier mich dann in der Backstage-Area des Hotels gesucht, wo alle Künstler des Festivals waren. Seine erste Frage war: „Hallo, kennst du ‚Sing meinen Song‘?“ Und die zweite Frage war sofort: „Bist du dabei?“ Das war es dann auch schon, also ziemlich surreal.

Du hast die letzten beiden Staffeln des Tauschkonzerts verfolgt. An welchen emotionalen Moment erinnerst du dich aus den bisherigen Sendungen besonders?
Das sind natürlich die großen Geschichten, die „Sing meinen Song“ geschrieben hat in diesen zwei Staffeln. Es ist die Geschichte zwischen Andreas Gabalier und Xavier Naidoo – das war ein unglaublicher Moment! Oder die Geschichte, die zwischen Gregor Meyle und Sarah Connor entstanden ist und dass Sarah jetzt durch den einen Song von Gregor auf Deutsch singt. Die Künstler finden durch die Sendung einen neuen Zugang zu ihrer eigenen Musik – das ist so natürlich in keiner anderen Sendung möglich.

"Sing meinen Song" mit Soulstar Seven! Wer ist dieser Seven?

Erhoffst du dir durch deine Teilnahme ähnlich emotionale Momente und einen neuen Zugang zu deiner Musik?
Nein, erhoffen sollte man sich das vorher nicht. Außerdem habe ich einen großen Teil bereits bekommen – ich habe mich mit Songmaterial befasst, mit welchem ich mich sonst nicht befasst hätte. Nicht weil ich diese Songs nicht mag, aber ich hatte jetzt nicht gerade sofort auf dem Plan, Annett Louisan, The BossHoss und Wolfgang Niedecken für die nächste Tour zu covern. Bereits dieser Prozess hat mir musikalisch etwas gegeben, das ich ohne diese Sendung gar nicht gemacht hätte. Das ist bereits ein Plus und ein Geschenk. In Südafrika ist für mich dann nur noch die Devise: Hinsetzen und genießen! Genau wie das Publikum zuhause auch.

"Sing meinen Song" mit Soulstar Seven! Wer ist dieser Seven?

Wie wurdest du denn als vermeintlicher Underdog zwischen Nena und Xavier Naidoo aufgenommen?
Wir machen alle Musik, Musik ist unser Leben – egal ob bekannt oder unbekannt – wir sind aufgrund unserer Leidenschaft alles Kollegen. Wir haben ganz viel gemeinsam und viel zu besprechen, auch Fragen: „Warum hast du begonnen? Wann? Wie? Wie hat das bei dir angefangen?“. Als wir uns das erste Mal in der Gruppe gesehen haben, hätten wir schon nächtelang einfach quatschen können, weil du so viele Fragen an die anderen und wegen der Vorbereitung auch in deren Songs reingehört hast. Ich denke, das macht diese Sendung aus. Und als Underdog habe ich wahrscheinlich am wenigsten Druck, weil alle anderen nehmen einen großen Rucksack mit, der Erwartungen schürt! Und ich kann komplett frei aufspielen und habe eigentlich nichts zu verlieren.

Fotos: VOX/Markus Hertrich, VOX/ Marie Schmidt