Freitag, 15. April 2016, 16:50 Uhr

Überflieger Ty Dolla Sign: "Ich hasse es, meine eigenen Songs zu hören"

Ty Dolla Sign befindet sich gerade auf großer Europatournee und machte unter anderen in vielen deutschen Städten Halt. Nach etlichen Mixtapes und einer EP veröffentlichte der Sänger aus Los Angeles, Kalifornien Ende letzten Jahres sein Album „Free TC“, das bis auf Platz 14 der amerikanischen Charts kletterte.

Überflieger Ty Dolla Sign: "Ich hasse es, meine eigenen Songs zu hören"

Grund genug Ty Dolla Sign zu einem Interview in Berlin zu treffen, wo er klatsch-tratsch.de lässig im Tourbus empfing und zur Begrüßung erst einmal einen Zug von seinem Joint anbat. Genauso locker, war auch das Interview mit Ty, der von seiner Tochter und „Baby Making Music“ erzählte…

Ist es dein Erstes Mal in Berlin und hast du Zeit die Stadt etwas zu erkunden?
Nein, es ist schon das dritte Mal, dass ich in Berlin bin. Diesmal bin ich nur für kurze Zeit hier, aber das letzte Mal habe ich mir die Berliner Mauer angeschaut und die Havel. Berlin ist echt cool, es ist eine wirklich schöne Stadt.

Man könnte dich tatsächlich „Mister Collaboration“ nennen, du arbeitest oft und gerne mit anderen Künstlern zusammen und bist auf vielen Features zu hören. Gibt es noch Jemanden auf deiner Bucketlist, mit dem du gerne Zusammenarbeiten magst?
Ja das stimmt (lacht). Ich liebe es einfach mit anderen Künstlern zusammen zu arbeiten. Was echt mal cool wäre, wäre John Mayer und ich in einem Song. Ich liebe seine Musik einfach. Er kommt aus einem anderen Genre, das finde ich sehr interessant. Aber im Grunde macht er genau dasselbe wie ich, er singt und spielt Gitarre.

Fans mussten lange auf dein Debütalbum warten…
Ja, das stimmt, aber es endlich auf den Markt zu bringen war toll. Ich habe jetzt sogar eine Deluxe-Version von meinem Album „Free TC“ veröffentlicht. Es gibt diesmal auch vier neue Songs. Durch das Album bekommt man die Möglichkeit mich besser kennen zu lernen und eine Sicht auf mein Leben zu bekomme. Ich versuche einen positiven Vibe zu versprühen, es spiegelt einfach mein Leben wieder. Mein Lieblingssong ist „Miracle“, denn es ist ein Feature mit meinem Bruder TC. Es steckt auch eine Geschichte dahinter, denn es ist ein Wunder das er heute noch hier ist. Er ist durch viel Scheiße gegangen und am Leben zu sein, ist ein Segen. Die Zusammenarbeit mit ihm, ist einfach ein Wunder.

Manche bezeichnen dich als Rapper, andere wiederum als Sänger. Wie siehst du das?
Ich bin ein Sänger. Ich denke schon, dass ich auch rappen könne, aber ich würde mich selbst als Sänger bezeichnen. Kendrick Lamar ist für mich ein Rapper und ich sehe mich nicht in dieser Kategorie. Grundsätzlich bin ich ein Musiker, ich spiele meine Instrumente selbst. Die meisten meiner Songs schreibe ich selbst. Natürlich habe ich auch Songs von anderen Songwritern, ich habe damit auch kein Problem. Wenn mir ein Song von jemand anderen gefällt, dann nehme ich den gerne an.

Du bist in Los Angeles, Kalifornien geboren und aufgewachsen, wie war deine Kindheit?
Meine Kindheit war wundervoll. Mein Vater ist selbst Musiker und ich bin unter diesem Einfluss groß geworden. Ich habe früh damit begonnen mich für Musik zu interessieren, aber professionell Musik machen, also dass ich davon auch Leben kann, erst seit einigen Jahren.

Überflieger Ty Dolla Sign: "Ich hasse es, meine eigenen Songs zu hören"

Beim Sport hören viele energiegeladene Musik, was hörst du um dich auszupowern, mit Sicherheit viel Hip Hop oder?
Das variiert. Ich höre meistens zwei bis drei Tage dasselbe Album und wechsle dann. Du glaubst es nicht, aber ich höre beim Sport sehr viel Punk Rock. Aber klar, ich höre auch Hip Hop, zum Beispiel Future oder Gucci Mane.

Und im Schlafzimmer?
Da mag ich es softer…

Hörst du deine eigene Musik?
Nee, ich hasse es, meine eigenen Songs zu hören. Ich höre ja die Ergebnisse im Studio und das nicht zu selten. Ich höre dort meine Songs immer und immer wieder. Das reicht!

Du hast mir noch gar nicht auf meine Schlafzimmer Frage geantwortet…
(Lacht) Verdammt! Dort höre ich gerne Baby-Making-Music!

Apropos Baby, du hast eine elf Jahre alte Tochter, hört sie deine Musik?
Ja, das tut sie wirklich, weil es im Radio kommt. Ich habe ihr eines meiner Alben gegeben, natürlich die Clean-Version davon. Sie ist mein größter Fan und meine größte Supporterin. Shoutout an meine Tochter: Ich liebe Dich Jailynn.

Kennst du den Lieblingssong deiner Tochter?
Ich glaube es ist „Blasé“. Sie war es nämlich, die den Song als Single ausgesucht hat. Und ich vertraue ihr, denn sie ist selbst ein Kind und weiß was die Kids mögen.

Ich habe mir deinen Instagram-Account angeschaut, du scheinst viel zu feiern oder?
Eigentlich nicht. Ich bin eher eine Couch-Potatoe, aber diese Fotos wären sicherlich eher langweilig. Aber mein Job bringt es natürlich mit sich, auch hin und wieder ausgiebig zu feiern. Ich kann gut feiern, wenn ich will (lacht).

Fotos: Jory Lee Cordy, WENN.com