Samstag, 16. April 2016, 19:17 Uhr

Vanessa Mai über ihr neues Album, ihr Sixpack und die Hochzeit

Unter dem Namen Wolkenfrei landete Vanessa Mai mit „Wolke 7“ im vergangenen Jahr einen Riesenhit. Erst vor einer Woche wurde sie mit ihrem ersten Echo-Preis ausgezeichnet. Mittlerweile tritt Mai, die eigentlich Vanessa Mandekic heißt, unter ihrem eigenen Künstlernamen auf.

Vanessa Mai über ihr neues Album, ihr Sixpack und die Hochzeit

Das liegt daran, weil man sie jetzt besser kennt. Denn die 23-Jährige sitzt in der DSDS-Jury neben Dieter Bohlen, der gleichzeitig der Produzent ihres gerade erschienenen zweiten Albums „Für dich“ ist. Für klatsch-tratsch.de hat Katja Schwemmers mit ihr in Hamburg über den Erfolg, ihre Verlobung und ihre Anfänge in Papas Band gesprochen.

Vanessa, in der Sendung von Florian Silbereisen hattest du 2015 deinen ersten großen TV-Auftritt. Wie hast du den Erfolg danach verarbeitet?
Gar nicht, ich bin immer noch dabei. Weil immer wieder etwas Neues dazukommt. Die Echo-Nominierung war schon verrückt. Den Echo auch noch bekommen zu haben, ist noch verrückter. Ich versuche wirklich, alles bewusst wahrzunehmen, weil ich mir denke: Das kommt vielleicht nicht noch mal. Saug es auf! Genieße es!

Dein Verlobter und Manager ist der Stiefsohn von Andrea Berg. Hat dir das bei deiner Karriere geholfen?
Na ja, das hat Vor- und Nachteile. Nachteile, weil natürlich böse Zungen behaupten, dass ich nur deswegen soweit gekommen bin. Das ist natürlich schade, weil man weiß, wie viel man jeden Tag arbeitet und welche Energie und Kraft man da reinsteckt. Auf der anderen Seite bin ich dankbar, so eine Kollegin zu haben. Ich bewundere Andrea. Genauso wie Helene Fischer. Die Beiden sind schon so lange erfolgreich. Das wünsche ich mir natürlich auch.

Dein Album ist eine Woche nach dem Werk von Andrea Berg erschienen, das ebenfalls von Dieter Bohlen produziert wurde. Ist da nicht die Gefahr, dass alles gleich klingt?
Fantasy hat er ja auch produziert. Das ist ja das Besondere an Dieter Bohlen. Er schafft es, die Songs für Künstler so zu schreiben, dass sie auf den Leib geschneidert sind. Es klingt also nicht gleich. Natürlich hat Bohlen seine bestimmte Art, Musik zu machen. Aber Andrea hat Songs auf ihrem Album, die ich nicht singen könnte, weil sie nicht zu mir passen. Genauso ist es umgekehrt.

Wie waren denn die Aufnahmen mit Dieter Bohlen für dich?
Ganz ehrlich: Es war richtig toll – und beeindruckend. Denn es war so ein anderes arbeiten als ich das gewohnt war, weil er ganz genau weiß, was er will, was gut ist und was zu einem passt. Ich war etwas nervös am Anfang. Aber ich hatte mich sehr gut vorbereitet. Ich bin ja so’n fleißiges Ding.

Aber rausgeschmissen aus dem Studio hätte er dich doch eh nicht.
Trotzdem wollte ich natürlich gerne hören, dass er sagt: „Hey, das ist echt gut, wie du singst, und das gefällt mir.“ Und das war dann auch so. Das hat mich bestärkt.

Vanessa Mai über ihr neues Album, ihr Sixpack und die Hochzeit

Hat dich Bohlen in die DSDS-Jury eingeschleust?
Das denken viele, ist aber nicht so. Ich habe zuerst den Job als Jurorin angetreten und war mir zuvor sogar unsicher, ob ich das machen soll. Einerseits wegen meines Studiums. Andererseits auch, weil ich noch so jung bin. Ich habe mich gefragt: „Kann ich das schon?“ Der ausschlaggebende Punkt war dann, dass ich genau, weil ich so jung bin, den Kandidaten noch mal ganz andere Ansätze bieten und Tipps geben kann. Ich erlebe das Musikbusiness gerade selbst frisch so wie es jetzt ist und bin nicht abgebrüht. Die Zusammenarbeit mit Bohlen für das Album hat sich dann erst auf Jamaica bei den Castings von DSDS ergeben.

Du hast natürlich den schöneren Weg als die Kandidaten dort gewählt: Dir hängt kein Casting-Image an.
Es hat sich bei mir anders ergeben, aber ich habe mich nie dagegen entschieden, so einen Weg zu beschreiten. Denn ich finde, eine Castingshow ist immer noch ein riesiges Sprungbrett. Das Problem ist nur, dass viele denken, dass nach dem Finale die Arbeit um ist. Dabei fängt sie erst dann an. Beatrice Egli hat bewiesen, dass es geht.

Pop-Schlager ist auch bei DSDS total präsent dieses Jahr. Wie erklärst du dir die Hinwendung gerade junger Menschen zu einem vermeintlich uncoolen Genre?
Also bei mir ist das so: Ich bin gerne eine kommerzielle Künstlerin, die kommerzielle Musik mit leichten Texten macht. Das ist einfach das, was die Menschen aus dem Alltag und von den Problemen entführt. Und wenn ich sehe, wie happy sie sind, wenn wir ein Konzert spielen, und alle die schönen Texte mitsingen können, in denen es wirklich nur um Liebe und Glücksgefühle geht, gibt mir das Bestätigung. Mir persönlich macht diese Art von Musik genau deswegen Spaß. Vielleicht ist das bei anderen auch so. Aber genauso gut ist es, dass es Künstler gibt, die ernsthaftere Themen aufgreifen. Bloß ich bin dafür nicht die Richtige. Ich gehöre eher in die andere Ecke.

Vanessa Mai über ihr neues Album, ihr Sixpack und die Hochzeit

Du coverst auf deinem Album „Für dich“ von Yvonne Catterfeld.
Das ist auf meinen Mist gewachsen. Denn das ist damals mein absoluter Lieblingssong gewesen. Dieter hat uns das Demo hergeschickt, und ich war gleich begeistert. Denn meine Version ist viel schneller.

Catterfeld distanziert sich heute von dem Song.
Nichtsdestotrotz ist es ein sehr erfolgreicher Song. Und hat ihr für ihre Karriere sehr viel gebracht. Das meinte ich übrigens, als ich sagte, dass es Künstler gibt, die nicht so kommerziell angelegt sind und sich eher verwirklichen wollen. Und dann gibt es so jemanden wie mich, die das toll findet und sich damit auch wohl fühlt.

Der Titel wie „Ich liebe dich“ vom neuen Album klingt erst mal kitschig.
Deshalb wollte ich diesen Song gar nicht mit drauf haben. Dann kam Andreas (Ferber, ihr Verlobter und Manager, Anm. d. Red.) und meinte: „Ich finde den ganz toll und wünsche mir den auf dem Album.“ Und ihm kann ich ja echt keinen Wunsch abschlagen. Ich dachte mir: „OK, das ist für dich. Das ist jetzt dein Song, Andreas.“ Damit kann ich leben. Und seitdem ich weiß, dass er ihn toll findet, finde ich ihn auch schön und habe eine Bindung dazu.

Vanessa Mai über ihr neues Album, ihr Sixpack und die Hochzeit

Ist das euer Verlobungssong?
Nein, dass Andreas mir den Antrag gemacht hat, ist schon länger her. Wir haben es bloß erst Weihnachten bekannt gegeben.

Hast du schon genaue Vorstellungen für deine Hochzeit?
Die Hochzeit passiert eher im nächsten Jahr, jetzt wäre es zu hektisch. Ich wünsche mir das ganz traditionell. Mit weißem Kleid, Kirche und einem großen Fest mit der ganzen Familie an einem lauen Sommerabend. Das wäre schon ein Traum.

Was macht dich sicher, mit 23 den Richtigen schon gefunden zu haben?
Ich kann es gar nicht beschreiben, wie es war, als ich ihn das erste Mal gesehen habe. Aber ich habe gewusst, dass ich mit dem Mann mein Leben verbringen möchte. Er ist auch wirklich ehrlich, und das ist mir so wichtig. Ich bin privat und beruflich auf Wolke 7. Ich genieße die Zeit gerade sehr.

Nimmt das nicht etwas von der Romantik, wenn man auch zusammen arbeitet?
Durch die Arbeit haben wir auch ein gemeinsames Lebensziel, einen gemeinsamen Traum. Andreas ist ja auch noch ganz jung und möchte noch ganz viel erreichen. Wenn ich dazu beitragen kann, dass er das mit mir erreicht und ich natürlich durch ihn, ist das doch eine tolle Sache.

Kommt er damit klar, wenn dich jetzt viele Typen anhimmeln?
Ja, da ist er gar nicht eifersüchtig. Das ist nun mal Teil des Showbusiness.

Du bist schön und sexy. Wie gehst du damit um, auch ein Produkt zu sein, das auf diese Art vermarktet wird?
Mir macht das ja auch Spaß. Ich bin ein junges Mädel. Ich mag es gern, mich auch mal sexy anzuziehen. Ich fühle mich dabei wohl. Ich gehe immer nur so weit, wie ich mich wohlfühle.

Würdest du genau so viele Platten verkaufen, wenn du weniger attraktiv wärst?
Das weiß ich nicht. Aber ich glaube, es ist auch bei jedem Künstler anders, warum die Leute den gerade gut finden. Das habe ich auch bei DSDS gelernt. Mich haben manche entzückt, weil sie gut singen konnten. Manche, die nicht so gut singen konnten, hatten dafür eine besondere Ausstrahlung.

Vanessa Mai über ihr neues Album, ihr Sixpack und die Hochzeit

Was tust du denn für dein Sixpack?
Ich tanze ja viel. Ich performe gerne auf der Bühne. Gerade bin ich mit Florian Silbereisen auf Tour, da haben wir sehr viel Action auf der Bühne inklusive Hebefiguren. Da bleibt man automatisch fit. Aber auch ich habe Phasen, wo ich keinen Bock habe, irgendetwas zu machen. Und ich esse gerne Süßigkeiten. Ich bin ein Genussmensch. Dann nehme ich mal ein wenig zu, und irgendwann sage ich mir dann: So jetzt fühl ich mich nicht mehr wohl, jetzt mache ich wieder Sport.

Du kommst aus dem Schwabenland. Zieht es dich jetzt in die Großstadt, vielleicht nach Berlin?
Nein, die Großstadt ist nichts für mich zum Leben. Ich wohne in einem Häuschen im Grünen in einer kleinen Stadt, wo man sich auch gut kennt.

Wie reagieren die Leute dort auf deinen Ruhm?
Ich merke schon, dass sie wissen, wer ich bin, wenn ich in der Stadt unterwegs bin. Aber sie sind sehr respektvoll und lassen mich auch in Ruhe. Sie wissen ja, dass ich dort wohne und auch dort herkomme. Ich habe das Gefühl, dass die Leute sich denken: Das ist eine von uns, eine von hier. Toll, dass sie es geschafft hat.

Hast du noch Kontakte zu Mitschülern von früher?
Nein, gar nicht mehr. Aber neulich habe ich mal zufällig in der Stadt jemanden getroffen und der meinte: „Mensch, davon hast du immer geträumt, und jetzt ist es wahr. Das ist verrückt.“ Das fand ich schön.

Dein Vater soll dich zur Musik gebracht haben.
Das stimmt. Er hatte eine Cover-Band, die Top-40-Hits nachgespielt hat. Mit sechs Jahren hat er mich mit auf die Bühne genommen, und ich durfte singen. Davon gibt es auch Videos auf Youtube.

Und da war dein Leben vorprogrammiert?
Für mich war klar, dass ich etwas mit Musik machen werde. Auch für meine Eltern war das nicht befremdlich, als ich sagte: „Ich möchte Sängerin werden.“ Weil sie selbst auch Teil der Musikwelt waren.

Was für Idole hattest du als Teenager?
Unterschiedlich. Michael Jackson, Britney Spears, Christina Aguilera, Whitney Houston, Mariah Carey – so die Richtung. Aber ich habe auch Stevie Wonder gehört – durch meinen Papa. Dann kam der Schlager und Helene Fischer und Andrea Berg. Und heute höre ich gerne auch noch Taylor Swift. Die ist ein Riesen-Vorbild für mich.

Fotos: RTL/Stefan Gregorowius, Sandra Ludwig/Sony  Music