Dienstag, 19. April 2016, 22:35 Uhr

Filmkritik "Gods of Egypt": Gerard Butler als Gott der Finsternis

Ist die Liebe stärker als der Tod? Und siegt am Ende das Gute? Um diese Fragen dreht sich ‘Gods of Egypt’. Im Vorfeld gab es Kritik an dem Fantasy-Epos mit ‘Game of Thrones’-Star Nikolaj Coster-Waldau.

Filmkritik "Gods of Egypt": Gerard Butler als Gott der Finsternis

Es geht um Gut und Böse, um Leben und Tod: In dem Action-Film ‘Gods of Egypt’ beschäftigt sich ‘I, Robot’-Regisseur Alex Proyas mit den großen Themen. Zuschauer brauchen viel Fantasie und die Bereitschaft, sich auf Schauplätze wie die Unterwelt und das Universum ebenso einzulassen wie auf den Gedanken, dass Götter unter den Menschen leben.

Mit Gerard Butler (‘P.S. Ich liebe dich’) und ‘Game of Thrones’-Star Nikolaj Coster-Waldau ist der Abenteuerfilm hochkarätig besetzt. Die beiden spielen zwei Götter im alten Ägypten: Butler gibt den Gott der Finsternis namens Set, der den Thron gewaltsam an sich gerissen und das ägyptische Volk versklavt hat. Coster-Waldau verkörpert seinen Gegenspieler Horus, der eigentlich Herrscher sein sollte.

Ihren Weg kreuzt ein Sterblicher: Der Langfinger Bek (Shootingstar Brenton Thwaites) will seine große Liebe Zaya (Courtney Eaton) wieder ins Leben zurückholen. Dazu verbündet er sich mit Horus: Bek stiehlt für den Gott einen seiner Augäpfel zurück, die der gewalttätige Set ihm geraubt hat. Mithilfe seines Augenlichts will Horus den Thron zurückerobern. Dafür hat er versprochen, Beks Geliebte aus dem Reich der Toten zu befreien.

Beides ist allerdings nicht so einfach: Mensch und Gott müssen es mit allerlei Widersachern aufnehmen, zum Göttervater ins All fliegen und unter anderem das Rätsel der Sphinx lösen. Eine Liebesgöttin (Elodie Yung) sorgt dafür, dass die Romantik neben den vielen Spezialeffekten und Kampfszenen nicht zu kurz kommt.

Filmkritik "Gods of Egypt": Gerard Butler als Gott der Finsternis

Bei der Besetzung hapert es Kritikern zufolge allerdings an Vielfalt – da in dem Film über das alte Ägypten vor allem weiße Darsteller vorkommen. Das Hollywoodstudio Lionsgate räumte ein, bei der Besetzung des Fantasy-Epos die angemessene ‘Vielfalt’ versäumt zu haben. Wie der ‘Hollywood Reporter’ damals berichtete, entschuldigten sich Lionsgate und Regisseur Alex Proyas für ihr Casting. Zuvor hatte etwa US-Schauspielerin Bette Midler Kritik an der Wahl der Stars geübt. “Ägypter sind nicht weiß, weder in der Geschichte noch heute. Was ist mit Eurer Geografie?”

Historiker und Realisten dürften mit dem Werk tatsächlich wenig anfangen können. Action- und Fantasy-Fans kommen hingegen durchaus auf ihre Kosten, ebenso wie Romantiker. Am Ende siegt die Liebe – doch dafür sind einige Opfer nötig. Und es bleibt der Eindruck, dass sich die Macher nicht so recht zwischen Mythologie-, Action- und Sandalenfilm entscheiden konnten. Von der Überführung Gestorbener in die Unterwelt über das Rätsel des Sphinx bis hin zu golden blutenden Titanen werden verschiedene Elemente miteinander vermischt. Das ist zwar durchaus unterhaltsam – bisweilen verblasst die Story jedoch hinter bildgewaltigen Spezialeffekten und Kampfszenen. (Antonia Lange, dpa)

Fotos: Concorde