Mittwoch, 20. April 2016, 9:48 Uhr

Oliver Kalkofe: Neuer Satire-Nachschub

Oliver Kalkofes Beruf ist die Überzeichnung. Sein Werkzeug seine scharfe Zunge. Sein Alltag ist gespickt von Reaktionen aller Art auf seine satirische Auseinandersetzung mit den Medien. Seit mehr als 20 Jahren.

Oliver Kalkofe: Neuer Satire-Nachschub

Der Satiriker wird nicht müde, dafür in immer neue Rollen zu schlüpfen und aus unsäglichen TV-Beiträgen herauszufiltern, was im Fastfood-Video-Zeitalter gerne und zu stark überhört wird: Absurdes, Schlechtes und leider auch regelrecht Abartiges servieren die Sender ihren treuen Zuschauern in immer neuen Verpackungen. Längst nicht mehr nur im Fernsehen, das Internet hat die Bandbreite – besonders für verirrte Selbstdarsteller – noch deutlich erhöht. Für Oliver Kalkofe einmal mehr Aufforderung, weiter aufzudecken, wo Zuschauer und User medial hinters (Flimmer-)Licht geführt werden.

Oliver Kalkofe sagte dazu: „Satire ist eine tägliche Gratwanderung. Irgendjemand ist immer beleidigt, das lässt sich nicht verhindern und gehört dazu. Wer den Treffer erkennt, der lacht – wer getroffen wird, häufig nicht. Daher muss Satire natürlich auch weh tun dürfen.“

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Vorlagen für die neue Mattscheibe-Staffel (startet ab 22. April auf TELE 5) gab es mehr als genug. In der ersten Folge unter anderem: Ein Besuch bei Präsidentschaftskandidat Richard „Mörtel“ Lugner und Gattin Cathy, die wahre Presse-Erklärung von Polizeipräsident Reißmann zum Thema Clausnitz, Hagen Grell mit einem „Appell an die deutschen Frauen“ (Silvesternacht von Köln), Pontifex-Pop mit Kevin und Manuel im YouTube-Clip „Papa Francesco“, eine gesungene Matheformel, Carsten Maschmeyer, der die Millionärsformel erklärt und Star-Astrologin Mauretania Gregor, die für uns in die Sterne schaut.

Für die neue Mattscheibe-Staffel wurde übrigens nochmal kräftig in die Produktion investiert. Denn wo die TV-Produzenten alle Mittel aufbieten, um die Zuschauer einzunebeln, legt Oliver Kalkofe den Finger in die Wunde, um den Vorhang auf die televisionären Abgründe freizugeben. Zwei Regisseure, neue ausgefeilte Bildtechnik und immer raffiniertere Tricks ermöglichen, dass die Satire den „Originalen“ den Spiegel vorhalten kann. Da kann es dann auch schon mal vorkommen, dass Olli selbst bis zu sechs Mal im Bild zu sehen ist!

Foto: Tele 5, Gert Krautbauer