Freitag, 22. April 2016, 9:05 Uhr

Prince tot im Aufzug gefunden: Spekulationen um Überdosis

Trauer, Bestürzung und offene Fragen nach dem Tod von Prince: Der amerikanische Popmusiker ist am Donnerstag überraschend im Alter von 57 Jahren gestorben.

Prince tot im Aufzug gefunden: Spekulationen um Überdosis

Der Künstler starb in seinem Anwesen in Minnesota, wie eine Sprecherin des Sängers der Deutschen Presse-Agentur sagte. Die Todesursache werde derzeit untersucht, teilte der stellvertretende Sheriff Jason Kamerud der dpa mit. Das Autopsieergebnis könnte “in wenigen Tagen” vorliegen.
Nach den Angaben der Polizei war am Donnerstagvormittag (Ortszeit) ein Notruf von den Paisley Park Studios in Chanhassen eingegangen. Der Künstler sei regungslos in einem Aufzug gefunden worden. Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos. Um kurz nach 10 Uhr Ortszeit sei er für tot erklärt worden.

Inzwischen wird kräftig über die Todesursache spekuliert. Einem aktuellen Bericht von TMZ zufolge habe der Star letzte Woche gar keine Grippe gehabt, als er am Freitag nach einer Notlandung in ein Krankenhaus in Moline im US-Bundesstaat Illinois eingeliefert wurde. Unter Berufung auf mehrere Quellen hieß es, Prince sei ein Gegenmittel gegen eine Überdosis an Opiaten gespritzt worden.

Der Sänger habe auf Anraten der Ärzte 24 Stunden in der Klinik bleiben sollen, diese aber schon nach drei Stunden wieder verlassen, weil ihm kein Privatzimmer zur Verfügung stand.

Der Tod des Sängers löste weltweite Bestürzung aus. Zahlreiche Kollegen drückten ihre Gefühle in den Sozialen Medien aus und bedauerten den plötzlichen Tod des Superstars. Madonna, die kurze Zeit mit Prince zusammen war, beschrieb ihn als “Visionär, der die Welt veränderte”, während ‘Chic’-Gitarrist Nile Rodgers zugab, in seinem Tourbus gebe es Tränen. Mick Jagger schrieb, Princes Talent sei grenzenlos gewesen und er ein “revolutionärer Künstler, ein großartiger Musiker und wunderbarer Texter”. Auch Präsident Obama meldete sich zu Wort, um zu erklären: “Wenige Künstler haben den Klang und den Lauf der Popmusik entscheidender verändert oder so viele Menschen mit ihrem Talent berührt.” “Musikalisch konnte er alles: singen, spielen und produzieren”, schrieb ‘Beach Boy’ Brian Wilson. Lionel Richie ist in “totalem Schockzustand. Ich kann es nicht glauben. Es ist einfach unglaublich.”

Sängerin Mariah Carey (47) beschrieb Prince als “Genie, Legende, Inspiration, Freund”. Über seinen Tod werde sie nie hinwegkommen. Auf Instagram postete Carey ein Bild von sich und Prince. Will Smith schrieb auf Facebook: “Ich bin erschüttert und tieftraurig. Ich habe erst gestern Abend noch mit ihm gesprochen.” Dahmen, Chef der Popakademie Baden-Württemberg, sagte der Zeitung ‘Mannheimer Morgen’: “Prince war eines der Universalgenies der Popmusik: ein herausragender Komponist, Produzent, Gitarrist und Entertainer.”

Trauer herrschte auch in Minneapolis, der Heimatstadt des Künstlers. Prince habe seine Liebe für die Stadt in vielen Liedern zum Ausdruck gebracht, schrieb Bürgermeisterin Betsy Hodges auf ihrer Webseite. Er war anders als viele und er half seinen Fans, ihre Andersartigkeit und Individualität auszuleben, pries Hodges den Sänger. Zu Ehren von Prince und seinem Hit ‘Purple Rain’ wollte die Stadt Brücken in Minneapolis lilafarben anstrahlen.

Mit seinem einzigartigen Stil zwischen R&B, Funk, Rock und Soul galt Prince als einer der vielseitigsten und wandlungsfähigsten Künstler seiner Zeit. Er nahm hunderte Titel auf. Immer wieder experimentierte er mit verschiedenen Stilen und schuf ein unverwechselbares Werk. (dpa/Bang)

Foto: WENN.com