Mittwoch, 27. April 2016, 10:07 Uhr

Udo Lindenberg mit neuer Doku: Die "Craziness" hat er vom Vater

Rockstar Udo Lindenberg (69) ist am Dienstagabend gleich doppelt gefeiert worden: auf der Leinwand und auf der Bühne. In einem Hamburger Kino stellte der Berliner Filmemacher Falko Korth seine Dokumentation über den Musiker vor, die Das Erste am Sonntagabend (1. Mai) um 21.45 Uhr zeigt.

Udo Lindenberg mit neuer Doku: Die "Craziness" hat er vom Vater

Der 90-minütige Streifen, der wie das in dieser Woche erscheinende Lindenberg-Album den Titel “Stärker als die Zeit” trägt, gibt Einblicke in das Leben des Künstlers. Zu Wort kommen unter anderem seine Schwester Inge und Wahlverwandte des Musikers, die er seine “Panikfamilie” nennt, sowie Freunde und Kollegen wie Jan Delay und Otto Waalkes.

Die Filmcrew besucht außerdem auch Pascal Kravetz, der als Elfjähriger mit Lindenberg „Wozu sind Kriege da?“ sang und noch heute mit ihm bei den Stadionkonzerten auf der Bühne steht. Kravetz lebt als Musiker und Komponist auf Gozo/Malta. Auch er ist Teil der Panik-Familie.

Udo Lindenberg mit neuer Doku: Die "Craziness" hat er vom Vater

Lindenberg selbst sah den Film erstmals vollständig. “Ich bin schwer bewegt, schwer berührt. Ich bin sehr dankbar”, sagte er nach der Vorstellung auf der Bühne. Bei der Doku-Vorführung habe er gedacht: “Moment mal, was ist das für ein Leben? Ach, das bin ich ja.” Er sehe in dem Film eine “Hommage an so eine Art von Leben und natürlich auch eine Hommage an meine Eltern, Hermine und Gustav”. Von seinem Vater habe er die “Craziness” geerbt, von seiner Mutter die Sensibilität, sagte Lindenberg vor begeistertem Publikum.

Seine Mutter habe ihm geraten, sich die “feinen Antennen” da draußen in der Welt zu bewahren, erzählte der Musiker. “Und die musst du auch schützen, deswegen musst du manchmal auch einen auf cool machen. Cool ist auch ein bisschen Schutz, ein kleiner Panzer manchmal, damit nicht an meiner Seele so endlos rumgefleddert werden kann.”

Udo Lindenberg mit neuer Doku: Die "Craziness" hat er vom Vater

Udo Lindenberg sprach in der Dokumentation übrigens auch über den Titelsong „Stärker als die Zeit“: „Der Film ,Der Pate’, Anfang der 70er Jahre, hat mich schwer beeindruckt. Nur die Gewalt, die lehnen wir ab. Aber die Power, die diese Familie hatte, ist sehr schön. Den Song wollte ich immer mal machen, dann gab´s jetzt die Text-Genehmigung – zum ersten und zum letzten Mal. Die Erben des Komponisten Nino Rota haben den Text gelesen und den Gesang gehört und gesagt, in diesem Fall erteilen wir eine Genehmigung für den deutschen Text. Das ist so ne Art Hymne für mich. Auch die große Symphonik – das kommt sehr gut. Und es ist irgendwie auch für unsere Panik-Familie das Lied, dass wir zusammengehören.“

Lindenbergs neues Studioalbum wird am Freitag veröffentlicht, am 17. Mai feiert er 70. Geburtstag, am 20. Mai startet er seine Stadiontour. (dpa/KT)

Fotos: MDR/KR.FILM