Sonntag, 01. Mai 2016, 19:37 Uhr

Grace Risch im Interview: Ist sie die neue Namika?

Mit Grace Risch kommt ein Newcomer an den Start, der eigentlich gar keiner mehr ist. Die hübsche Berlinerin mit der Lockenmähne arbeitete schon mit Größen wie Peter Fox, Deichkind, den Fantastischen Vier oder auch Max Herre.

Grace Risch im Interview: Ist sie die neue Namika?

Jetzt ist sie mit ihrem Song „Mücke“ am Start. klatsch-tratsch.de-Reporter Dennis hat sich mit Grace über Berlin-Klischees, ihre Reise nach Nigeria, mehlfreie Nachtische unterhalten.

Du bist Berlinerin. Was ist dein Lieblingsort in der Muddastadt?
Es gibt hier ganz viele tolle Orte. Ich mag Berlin sehr gerne, weil es einfach eine große Stadt ist. Auch wenn es hier sehr großstadtmäßig ist, finden sich hier viele grüne Plätze. Ich jogge gerne auf dem Tempelhofer Feld oder erhole mich am Schlachtensee.

Welches gängige Berlin-Klischee ist wahr?
Berliner sind im Großen und Ganzen wirklich schroff. Den Vergleich spüre ich, wenn ich wie jetzt, in einer Stadt wie Hamburg bin. Da ist die Allgemeinheit der Menschen einfach viel freundlicher. Berlin hat zwar Charme, aber die Menschen sind echt viel schroffer als in anderen Städten in Deutschland.

Hart aber herzlich …
Genau.

Dein Song „Mücke“ findet ja texttechnisch auf zwei Ebenen statt. Die eine ist ja sehr bildlich und offensichtlich. Wovon handelt der Song wirklich?
Meiner Meinung nach steht der Song für jeden Menschen, der auf der Suche nach dem Glück ist. Das ist das große Bild. Ins Licht fliegen, nach dem Glück suchen und dem folgen, was sich gut anfühlt.

Im Video bist du auch – was ich ziemlich cool finde – am Fechten. Bist du das selbst?
Teilweise. Wir hatten richtige Fechter dabei, aber ich habe davor ein paar Fechtstunden genommen und von mir sind viele Szenen im Video mit dabei.

Im Sommer kommt die EP. Was muss man darüber wissen?
Die EP kommt im August und beinhaltet sechs Songs. Der Song „Kleine Welt“, den ich vor 1,5 Jahren schon online rausgebracht habe, ist da noch mal mit drauf. Produziert haben unter anderem Samy Deluxe und ein paar andere. Maxim hat mir ein paar Texte geschrieben. Man kann also sagen, dass das so ein richtiges Kollabo-Werk geworden ist. Der Song „Papakiste“ ist ein Song, der sehr persönlich ist und der mir sehr viel bedeutet. Er handelt davon, wie ich als Halb-Nigerianerin, ohne meinen Vater, der in Nigeria lebt, hier aufgewachsen bin.

Hast du, auch wenn du ohne deinen Vater aufgewachsen bist, eine Beziehung zu Nigeria aufbauen können?
Ja, inzwischen bin ich dahin gereist und konnte den Teil der Familie kennenlernen. Das war sehr schön, aber auch sehr aufregend und das aus mehreren Gründen. Natürlich war es aufregend endlich meinen Vater zu treffen, aber es war auch sehr aufregend in dieses Land zu reisen. Davor hatte ich immer sehr große Angst. Deswegen hat das auch so lange gedauert, bis ich diesen Schritt gegangen bin. Das habe ich jetzt erst an diesem Punkt in meinem Leben gemacht. Man muss aber auch sagen, dass Nigeria nicht der sicherste Ort der Welt ist und da darf man sich dann schon überlegen, ob man dorthin reist oder nicht.

Grace Risch im Interview: Ist sie die neue Namika?

Im Internet wirst du viel mit Namika oder auch Cassandra Steen vergleichen. Wie stehst du zu diesen Vergleichen?
Ich kann verstehen, dass die Leute einen irgendwo einordnen wollen, wenn sie einen noch nicht so kennen. Jeder hat da andere Empfindungen. Ich sehe ja auch ab und an Leute und denke mir: „Hey, die sieht aus wie die und die oder erinnert mich aus irgendwelchen Gründen an diese Person“. Ich finde das auch vollkommen okay. Im Falle von Cassandra finde ich das echt ein riesen Kompliment. Sie hat eine wunderschöne Stimme und da ist es ja echt nicht schlecht mit ihr verglichen zu werden.

Mir ist beim Lesen der Kommentare bei Youtube zu „Mücke“ aufgefallen, dass einige Leute mit dem Text des Songs nichts anfangen können – oder Insekten im Allgemeinen nicht mögen. Allerdings fanden sie alle den Song geil gesungen und mögen die Melodie. Wie gehst du mit solchen Kommentaren um?
Ich ziehe da keine Bilanz. Es gibt immer Menschen denen etwas gefällt oder denen etwas nicht gefällt. Ich freue mich aber über jeden, der die Musik feiert, sie gerne hört und sich dabei gut fühlt. Kritik ist immer da, aber am Ende des Tages ist es immer Geschmackssache. Menschen sind verschieden und es ist nicht mein Anspruch, dass jeder alles ganz toll findet, was ich mache. Das wäre vermutlich auch ganz schön anstrengend. In erster Linie muss es mir gefallen, dann tue ich es raus und dann weiß ich, dass es ganz viele Leute gibt, die da etwas von haben und die es schätzen können.

Ich habe bei Facebook gesehen, dass du vor einer Woche in einem Health Restaurant in Berlin ein eigenes Dessert für die Gäste zubereitet hast und das auch auf Tour mit Sarah Connor.
Ich koche sehr gerne und kann das auch ziemlich gut. Vor allem Desserts zubereiten. Deshalb habe ich mir das auf der Tour aus Spaß mal herausgenommen mal das Dessert zu machen. Einfach nur aus Spaß an der Freude. Letztens war ich im „Maiden Mother & Crone“ in Schöneberg und habe dort einen mehlfreien Schokoladenkuchen mit Himbeersoße gemacht. Der kam dort echt gut an.

Könntest du dir vorstellen in der Zukunft neben der Musik auch dein eigenes Restaurant zu haben?
Auf jeden Fall. Das könnte ich mir sehr gut vorstellen.

Worauf würdest du dich spezialisieren wollen?
Bekannt wäre das Restaurant vermutlich für seine Süßspeisen.

Foto: WENN.com