Sonntag, 01. Mai 2016, 10:50 Uhr

Udo Lindenberg hat für den "Tatort" die Titelmelodie eingespielt

Deutschrock-Ikone Udo Lindenberg (69) findet es “eine geile Sache, 70 zu werden”. Er werde die “wilden Siebziger” genießen, sagte er dem Magazin des ‘Kölner Stadt-Anzeigers’.

Udo Lindenberg hat für den "Tatort" die Titelmelodie eingespielt

“Es ist in meinem Gewerbe ja schon vorgekommen, das nicht geschafft zu haben”, merkte er an – und beschrieb, wie er selbst die Kurve bekam. “Ich habe die Mengenlehren-Sauferei aufgegeben. Und all die sonstigen Drogenexperimente.” Schnell habe er gemerkt, wie er sich dafür zurückbekomme – als “flinke Bühnenmaus, die wieder lecker aussieht”.

Zum Geburtstag am 17. Mai widmet ihm das Erste heute Abend ab 21.45 Uhr eine 90 minütige Doku. Ein halbes Jahr lang begleitete ihn das Filmteam – und kam nah ran an den “Erfinder höchster Coolness”, wie der Musiker sich gern nennt. Die ARD zeigt die Produktion des Mitteldeutschen Rundfunks gleich im Anschluss an den ‘Tatort’, für dessen Titelmelodie Lindenberg einst beim Einspielen am Schlagzeug saß. Ach was?

Mehr zu Udo Lindenberg: Ein Leben für die Unsterblichkeit

Udo Lindenberg hat für den "Tatort" die Titelmelodie eingespielt

Seine Mutter habe ihm geraten, sich die “feinen Antennen” da draußen in der Welt zu bewahren, sagte der Musiker in der Doku von Filmemacher Falko Korth, der den Star seit Jahren begleitet. “Und die musst du auch schützen, deswegen musst du manchmal auch einen auf cool machen. Cool ist auch ein bisschen Schutz, ein kleiner Panzer manchmal, damit nicht an meiner Seele so endlos rumgefleddert werden kann.”

Über seine eigenen bekannten Alkoholabstürze spricht nicht nur Lindenberg selbst, sondern auch Freundin Tine Acke (Foto oben), die er seine Komplizin nennt. In jener schwierigen Zeit Ende der 90er Jahre war sie zu seiner engsten Vertrauten geworden. “Unsere Herzen sind sehr nah” sagt er. Sehr bewegend spricht die Fotografin, die seither immer an seiner Seite ist, über die dunklen Momente: “Es gibt lustige alkoholische Zeiten und es gibt unlustige. Bei den unlustigen war ich eigentlich immer dabei, wo kein anderer mehr dabei war. Die haben sich dann auch alle verabschiedet.” In einem Jahr habe Udo 20 Mal ins Krankenhaus zum Entzug eingeliefert werden müssen. (dpa/Dorit Koch).

Fotos: WENN.com ,SWR/NDR/Tine Acke,