Dienstag, 03. Mai 2016, 14:00 Uhr

Jan Böhmermann: "Die Kanzlerin hat mich einem Despoten zum Tee serviert"

Jan Böhmermann begibt sich nun endgültig aus der Deckung. In einem großen Interview mit der Iageszeitung ‚Zeit‘ bereitet der Satiriker quasi sein TV-„Comeback“ am 12. Mai vor.

Jan Böhmermann: "Die Kanzlerin hat mich einem Despoten zum Tee serviert"

Der türkische Diktator Erdogan hatte persönlich Strafantrag wegen Beleidigung nach Paragraf 185 des Strafgesetzbuches gestellt. Außerdem reicht Erdogan, der offenbar auf Kritik jedweder Art allergisch reagiert und sein Herrschaftsgebiet offenbar ach im Rahmen des hiesigen Strafrechts auszudehnen gedenkt eine zivilrechtliche Unterlassungsaufforderung ein. Bundeskanzlerin Merkel (CDU) hatte Böhmermanns Gedicht außerdem früh als “bewusst verletzend” bewertet. Später sagte sie dazu: “Das war im Rückblick betrachtet ein Fehler.”

In dem Gespräch, das morgen offenbar unter dem Titel “Die Kanzlerin hat mich einem Despoten zum Tee serviert” veröffentlicht wird, greift der 35-Jährige auch Bundeskanzlerin Merkel gewohnt scharf an. “Die Bundeskanzlerin darf nicht wackeln, wenn es um die Meinungsfreiheit geht. Doch stattdessen hat sie mich filetiert, einem nervenkranken Despoten zum Tee serviert und einen deutschen Ai WeiWei aus mir gemacht“, heißt es in den heute veröffentlichten Auszügen. So habe er sich vor allem darüber amüsiert, “dass die Chefin des Landes der Dichter und Denker offenbar nicht einen Moment über das Witzgedicht und besonders seine Einbindung nachgedacht hat, bevor sie sich mit ihrem öffentlichen Urteil blamiert hat”.

Video: Jan Böhmermann ist wieder da – mit leerem Studio

Böhmermann habe mit seiner Präsentation des Gedichts versucht, “anhand einer knapp vierminütigen satirischen Nummer zu erklären, was eine freiheitliche und offene Demokratie von einer autoritären, repressiven De-facto-Autokrader Vortrag im Rahmen seiner Show ‚ZDF Neo Royale‘ “nur ein Teil der Nummer und sollte nicht aus dem Zusammenhang gerissen und einzeln betrachtet werden”. (KT/dpa)

Foto: ZDF und Ben Knabe