Sonntag, 15. Mai 2016, 16:46 Uhr

Amber Valletta: Die Tapfere unter den Supermodels

Amber Valletta gehört neben Kate Moss zur zweiten Generation der Supermodels, den direkten Nachfolgerinnen von Claudia Schiffer, Naomi & Co. Heute ist sie über 40, immer noch gefragt und Öko-Aktivistin.

Amber Valletta: Die Tapfere unter den Supermodels

Sie stolzierte in Kopenhagen am häufigsten auf die Bühne. Amber Valletta, früher gefragtes Supermodel und heute Öko-Aktivistin, moderierte gekonnt auf Stilettos und im Seidenkleid über den ganzen Tag hinweg den Copenhagen Fashion Sumit. Einen international besetzten Modegipfel, bei dem es um Nachhaltigkeit in der Textilbranche ging. Der 42-jährigen US-Amerikanerin, die schon als Teenager zum Gesicht eines Calvin-Klein-Parfums wurde, ist das Thema wichtig. “Schon meine Mutter war eine Umweltschützerin”, erzählt sie im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. “Und ich wuchs in Oklahoma auf, wo meine Großeltern eine Farm hatten. Ich war da an jedem Wochenende und im Sommer jeden Tag.”

Über die Jahre hinweg habe sie dann immer mehr die Dringlichkeit von nachhaltigen Themen in der Textilindustrie gespürt. Um zu zeigen, dass gutes Design und ökologische Mode sich nicht ausschließen, gründete Valletta in Zusammenarbeit mit einem Internetanbieter einen Online-Shop, der fair gefertigte Kleidung anbietet.

Sich selbst machte sie zum Aushängeschild für solche Mode, eine kluge Wahl. Valletta sieht mit ihren ebenmäßigen Zügen und der schmalen athletischen Figur blendend aus. 2015 trat sie noch einmal bei den Haute-Couture-Schauen für Versace auf den Laufsteg.

“Wir reden schon so lange über Klimawandel – und wir sind noch weit hinter den Zielen, die wir eigentlich erreichen müssten”, erklärte sie in Kopenhagen. “Die Modeindustrie kann da sehr viel bewegen und viele Menschen beeinflussen in Bezug auf Umweltbewusstsein. Mode ist schließlich der Ausdruck dessen, was wir sind.” Jeder müsse irgendwann Verantwortung übernehmen. “In einem bestimmten Alter merkt man, dass man auch das leben muss, was man denkt. Ich konnte nicht einfach Geld in der Modebranche verdienen, sondern auch musste etwas tun.”

Diese Haltung zeigte sie auch vor fast zwei Jahren in einem anderen Bereich: Sie bekannte sich öffentlich zu ihrer jahrelangen Drogensucht. Valletta ist heute clean – aber sie wollte anderen Mut machen, von ihren Süchten loszukommen. (Stefanie Schütte, dpa)

Foto: LaurentVu/SIPA/WENN.com