Sonntag, 15. Mai 2016, 20:50 Uhr

Julian Perretta war mit Beyonce auf Tour: Das Interview

Julian Perretta hat in den vergangenen Jahren schon den ein oder anderen Achtungshit landen können. Seine Single „Miracle“ landete hier in Deutschland in der Top 20. Aber auch schon davor konnte der britische Lockenkopf mit Künstlern wie Jamiroquai, Amy Winehouse oder auch Lily Allen zusammenarbeiten.

Julian Perretta war mit Beyonce auf Tour: Das Interview

Beyonce nahm den Wahl-Pariser sogar mit auf große Tour. klatsch-tratsch.de-Reporter Dennis hat sich mit Julian Perretta über Liebeskummer, Kinder-Tattoos und Beyonce unterhalten.

Deine neue Single „I Cry“ steht in den Startlöchern. Worum geht es da?
Es geht um den Verlust einer Liebe und das dazugehörige Bereuen. Das ist dieses Gefühl es zu bereuen, eine Person verloren zu haben, die man eigentlich bei sich haben sollte.

Hast du das selbst erlebt, oder hast du dich durch einen Schnulzenfilm inspirieren lassen?
Glaub mir, mit diesem Thema kenne ich mich wirklich gut aus. Deshalb ist dieser Song auf einer privaten Ebene sehr wichtig für mich.

Im Juni kommt dein Album „Karma“ auf den Markt …
Ja, das ist richtig. Ich hatte dabei das Glück mit unglaublich tollen Produzenten zusammenarbeiten zu können. Einige Songs sind in Berlin mit einem deutschen Produzenten-Team entstanden. Das ist ein neues Team, aber unglaublich talentiert. Der Titeltrack zum Album – „Karma“ – wurde übrigens auch von einem deutschen Produzenten gemacht.

Sind Features auf dem Album?
Nein, es ist absolut kein Feature-Album, sondern eher eines mit stillen Kollaborationen. Ich bin echt gesegnet, dass einige Songs von den momentan heißesten Produzenen/DJs geschrieben und produziert wurden:  The Avener oder auch Lost Frequencies, um ein paar Namen zu nennen. Das Album hat viele verschiedene Farben und Einflüsse, aber immer denselben Sänger.

Du hast mal in einem Interview gesagt, dass du gerne mit den Rolling Stones zusammenarbeiten würdest. Gibt es da irgendwelche Bemühungen in diese Richtung?
Nein. Dazu sollte ich aber auch sagen, dass es zu allen Kollaborationen nur deshalb gekommen ist, weil wir miteinander befreundet sind. Ich glaube, ich würde eher nicht so gerne mit Leuten zusammenarbeiten, nur weil es von meinem Label oder auf anderen Wegen arrangiert wurde. Ich halte das nicht für den richtigen Weg, um Musik zu machen. Lost Frequencies habe ich beispielsweise beim Tomorrowland Festival kennen gelernt. Mir ist es wichtig, dass ich die anderen Künstler vorher persönlich treffe und wir uns kennenlernen. Ich denke das ist wichtig um gute Musik zu machen.

Apropos Tomorrowland: Bist du ein Festival-Fan?
Nicht wirklich. Ich bin letztes Jahr beim Ultra-Festival in Miami aufgetreten und es war echt das Verrückteste, was ich in meinem ganzen Leben gesehen habe. So viele Leute. Ich habe echt keine Ahnung, wo die Menschen diese Energie hernehmen, um da von 10 Uhr morgens für vier Tage da herumzustehen. Wenn du da auftrittst, ist das eine ganz anderes Erlebnis, wie wenn du da in der Masse stehst. Ich weiß nicht, ob das wirklich so meine Sache ist. Ich persönlich ziehe eher kleine, intime Solo-Konzerte vor. Auf der anderen Seite: Die Chance zu haben bei einem Festival wie Tomorrowland vor 300.000 Menschen zu performen ist unglaublich. Die Leute sind ausgerastet, denen ist dort die Musik sehr wichtig. Sie nehmen sie sehr ernst, fast wie eine Religion. Man fühlt diese Energie auf der Bühne förmlich.

Du hast eine ganze Menge Tattoos …
Das ist richtig. Ich kann dir schon gar nicht mehr genau sagen, wie viele es überhaupt sind. Mittlerweile sind beide Arme fertig und ich bin an dem Punkt, wo ich auch nicht mehr möchte. Wenn ich irgendwann mal Vater werden sollte, dann möchte ich noch eins von dem Kind haben. Das Letzte, was ich mir habe tätowieren lassen ist übrigens ein Zitat von Led Zeppelin.

Es ist das Album-Battle des Jahres: Beyonce vs. Drake. Welches Album hast du gekauft?
Ich habe mir gestern tatsächlich das Drake-Album geholt. Ich bin echt ein großer Fan von ihm. Ich war sogar mal mit Beyonce auf Tour. Sie ist großartig, aber ich bin persönlich doch eher der Drake-Typ.

Stichwort Beyonce: Hat sie dir auf der Tour irgendwelche Weisheiten mit auf den Weg gegeben?
Das einzige Mal, als ich mich mit ihr richtig unterhalten konnte, war als wir beim Catering waren. Ich habe sie quasi täglich gesehen und sie hat mir im Vorbeigehen immer gesagt, wie cool sie meine Haare findet. Das war irgendwann so ein richtiger Running-Gag. So eine richtige Unterhaltung hatten wir mal beim Essen und sie hat dann gefragt wie ich das Essen fände etc. Wir haben dann so ein bisschen geredet und gerade, als ich sie fragen wollte, ob sie sich mal mein Album anhören könnte, war sie schon wieder weg. Ansonsten haben wir uns täglich gesehen und sie ist echt cool drauf.

Foto: Polydor