Mittwoch, 18. Mai 2016, 18:36 Uhr

Neue TV-Reihe: Katja Riemann als "Emma nach Mitternacht"

In der neuen ARD-Reihe “Emma nach Mitternacht” spielt Katja Riemann eine Psychologin und Radiomoderatorin. Es ist ihre erste durchgehende Figur in einer Reihe. Die Frau, die Menschen Lebenshilfe geben soll, hat aber selbst auch einige Geheimnisse. “Domian” lässt grüßen…

Neue TV-Reihe: Katja Riemann als "Emma nach Mitternacht"

Als unerschrockene Radiopsychologin Emma Mayer stürzt sich Katja Riemann (52, “Die abhandene Welt”) in einer neuen Fernsehreihe für das Erste in die Abgründe der menschlichen Seele. ‘Emma nach Mitternacht’ (heute 20.15 Uhr, ARD) spielt in der Rhein-Neckar-Metropole Mannheim. Dort landet die forsche Emma, eine Frau voller eigener Geheimnisse, nach Jahren im Ausland bei einem Radiosender.

Ihre Arbeit als Moderatorin eines Sorgentelefons ist aber immer nur der Ausgangspunkt, der erste Kontakt zu Menschen mit Problemen. Das Mikrofon verlässt die Frau mit der besonderen Antenne meist schnell wieder, um nicht nur mit ihrer warmen Radiostimme zu helfen, sondern mit Taten. Dabei wird Emma bisweilen auch selbst Teil menschlicher Schicksale.

In der heutigen Pilotfolge “Der Wolf und die sieben Geiseln” trifft Emma auf einen Geiselnehmer in einer Tankstelle in Mannheim. Ursprünglich sollte die Reihe, die bisher zwei feste Termine hat, schon am 27. April losgehen. Der Filmmittwoch im Ersten erhielt dann aber plötzlich eine andere Sendung – auch weil niemand Riemann angesichts der Champions-League-Konkurrenz im ZDF die Einschaltquoten vermasseln wollte.

Auf dem neuen Sendeplatz an diesem Mittwoch  erlebt der Zuschauer vor allem intensives Spiel zwischen Riemann und Ben Becker, der den aus der Bahn geworfenen Geiselnehmer darstellt. Drehbuchautor Wolfgang Stauch hat Riemann das Skript nach eigenem Bekunden auf den Leib geschrieben. “Sie ist schlau und tut doof”, sagte die manchmal bei Interviews als schwierig geltende Schauspielerin selbst über die Figur.

Neue TV-Reihe: Katja Riemann als "Emma nach Mitternacht"

Die vom Südwestrundfunk (SWR) produzierte ARD-Reihe über menschliche Probleme ist nicht arm an Überraschungen. “Ich sehe das als Lebenshilfe, die jemand bekommt, und dass die Zuhörer für sich auch etwas mitnehmen von so einer Sendung”, sagte Riemann der Deutschen Presse-Agentur über solche Radioformate. Zwei, drei Jahre könne sie sich vorstellen, Emma zu spielen. Eine Reihe im Fernsehen hat Riemann bisher noch nicht gemacht.

“Die Rolle ist mir sehr nah. Emma ist in der Tat eine Frau mit vielen Geheimnissen”, sagte Riemann. Emma habe zwar Psychologie studiert, aber nicht praktiziert. “In den vergangenen 15 Jahren hat sie nicht in Deutschland gelebt. Sie hat einen Erlebnisschatz, aus dem sie schöpfen kann – und eine Kombination aus Humor und aus der Freiheit, am Rande der Gesellschaft zu leben”, sagte sie. Das war der Grund, die Rolle zu übernehmen.
“Ihre Selbstverständlichkeit im Umgang mit ihrem exeptionellen Lebensstil, der letztlich am Rand der Gesellschaft stattfindet, das gefällt mir, das möchte ich mehr. Wir wollen doch von vergrösserten Figuren erzählen, nicht von den Leuten nebenan, ich zumindest möchte das. Und die Normalos kommen ja auch zu Wort, die so normal sind, dass sie verrückt werden und dann rufen sie Emma an, bevor sie sich aus dem Fenster stürzen. Oder sonstwas tun. Flüchtlingsheime abfackeln.”

Neue TV-Reihe: Katja Riemann als "Emma nach Mitternacht"

“Niemand könnte diese energetische, intelligente, feinnervige Figur besser verkörpern als sie (Katja Riemann)”, sagte zum Drehstart 2014 SWR-Fernsehfilmchefin Martina Zöllner. Emma Mayer sei eine angstfreie, eigenwillige, manchmal eigensinnige Person. “Der Überlegenheitsgestus so mancher Kollegen nervt sie, überhaupt sind ihre Methoden eher unkonventionell – weshalb ihre Karriere als Therapeutin nicht eben geradlinig verlief.”

Neben dem großartigen Ben Becker warten auch andere Stars des deutschen Films auf. In der deutlich spannenderen und aufwendig an vielen Schauplätzen gedrehten zweiten Folge “Frau Hölle” (8. Juni, 2015, ARD) hilft Emma einer Ingenieurin in der Lebenskrise. Das tiefgründige Drama um den Einsturz eines Hallenschwimmbads durch eine zu schwere Schneedecke bringt ein Wiedersehen mit Corinna Harfouch in der Titelrolle. Die Statikerin gibt sich in dem Film die Schuld an der Tragödie mit zwölf Toten – und will sich deshalb das Leben nehmen.

Der vielschichtige Krimi bringt reichlich Einblicke in Emmas eigenes kompliziertes Leben – mit vielen Anknüpfungspunkten für neue Folgen. Es gebe noch viele Ideen für die Reihe, sagte Riemann. Die Zukunft hänge aber vom öffentlich-rechtlichen Fernsehen und den Einschaltquoten ab. “Es ist ein bisschen zermürbend, nicht zu wissen, wie und ob es überhaupt weiter geht”, sagte sie. Zwar heißt es dazu beim SWR, dass der dritte Teil um die wöchentliche und bald schon kultige Radioshow “Emma nach Mitternacht” in Arbeit sei. Einen Sendetermin oder Angaben zum Inhalt gibt es aber eben noch nicht. (Ulf Mauder, dpa)

Fotos: SWR/Johannes Krieg,