Freitag, 20. Mai 2016, 19:27 Uhr

"Affenkönig" mit Oliver Korittke, unbändigem Sex und viel Rock n’ Roll!

Oliver Rihs’ Film ‘Schwarze Schafe’ hat 2006 den Zeitgeist des jungen Berlins mit anarchischem Witz eingefangen und avancierte zu einem echten Kultfilm.

"Affenkönig" mit Oliver Korittke, unbändigem Sex und viel Rock n’ Roll!

Mit ‘Affenkönig’ beschert er uns nun einen Film, der uns wieder einmal schonungslos und herzhaft über uns selbst und andere Alters-Leidensgenossen lachen lässt. Verhärtete Beziehungsmuster, Routine, gescheiterte Karrieren, Kinder, sexuelle Unerfülltheit, Geldprobleme und natürlich erdrückend viel Verantwortung kollidieren in der traumhaften Kulisse des Luberon in Süd-Frankreich mit der Sehnsucht nach Freiheit, unbändigem Sex und sehr viel Rock n’ Roll! Mit bitterbösem Humor wirft Rihs durch den ‘Affenkönig’einen liebevollen Blick auf Männer zwischen übersteigertem Selbstbewusstsein und fordernden Frauen – und das, was mit Mitte 40 von den Träumen und Sehnsüchten der Jugendzeit noch übrig geblieben ist.

Vor der Kamera versammelt er für ‘Affenkönig’ ein hinreißendes Ensemble, das sichtlich Spaß am Spiel hat. Im Zentrum des Geschehens steht Hans-Jochen Wagner als „Affenkönig“ Wolfi, der seine ehemals besten Freunde, deren Frauen und Kinder um sich schart, dargestellt von Samuel Finzi, Oliver Korittke, Marc Hosemann, Jule Böwe und Jytte-Merle Böhrnsen.

Und darum geht’s:  Lebemann Wolfi (Hans-Jochen Wagner) lädt zu seinem 45. Geburtstag auf sein prächtiges Anwesen in die Provence – Viktor (Samuel Finzi), Ralph (Oliver Korittke) und Martin (Marc Hosemann) folgen dem Ruf mitsamt ihren Frauen (Jule Böwe, Jytte-Merle Böhrnsen) und Kindern. Seit ihren wilden Jugendtagen in Berlin haben sich die Freunde nicht mehr gesehen. Knapp 20 Jahre, in denen der Alltag im einst so verhassten Establishment bei ihnen allen seine Spuren hinterlassen hat. So sehr sie sich über das Wiedersehen freuen, so pompös hat Jubilar Wolfi die Feierlichkeiten vorbereitet: Der Pool ist mit freizügigen Gespielinnen charmant bestückt, und nicht nur Champagner steht jederzeit eisgekühlt bereit. Es wird gegessen, getrunken, die Sonne genossen und längst abgelegte Gewohnheiten aus alten Tagen leben wieder auf.

Ein Treiben, in das sich auch die Frauen skeptisch einreihen, die ihre Männer im Kreise der Freunde kaum wiedererkennen, und das die Kinder mit unschuldigem Blick und voller Verachtung für die Alten beobachten. Doch dann, als die Bäuche so richtig rund sind und der Exzess langsam aber sicher seinen Höhepunkt erreicht, geht es ans Eingemachte. In der Hitze des südfranzösischen Spätsommers prallen alte Animositäten auf neue Befindlichkeiten, Lebenswege werden kritisch hinterfragt, und die gerade noch so glorifizierte gemeinsame Vergangenheit wird Stück für Stück filetiert und auf dem Altar der Freundschaft zum Opfer dargeboten. Die Wahrscheinlichkeit hier zu entkommen, ohne Federn zu lassen, ist so gering wie ein Sechser im Lotto des Lebens – und so müssen früher oder später alle der Wahrheit ins Gesicht blicken, ob Freund oder Feind, ob Mann oder Frau…

Foto: Port au Prince Pictures GmbH