Montag, 30. Mai 2016, 19:22 Uhr

Shootingstar Troye Sivan über Ellen de Generes und sein Coming-Out

Auch wenn das Wort „Tausendsassa“ rein klangtechnisch jetzt nicht unbedingt sexy klingt, beschreibt es Troye Sivan eigentlich ganz gut. Der 20-jährige Australier ist nicht nur Sänger, sondern auch Schauspieler – und Youtuber.

Shootingstar Troye Sivan über Ellen deGeneres und sein Coming-Out

Die letzten beiden Dinge macht er aber nicht einfach so, sondern in großem Rahmen. Bei Youtube hat der Gute einfach mal 4 Millionen Follower und eine seiner ersten Rollen hatte er doch tatsächlich in „X-Men Origins“. klatsch-tratsch.de Reporterin Dennis hat sich mit Troy Sivan über seine Karriere, den Besuch bei Ellen deGeneres und sein mediales Coming-Out unterhalten.

Deine aktuelle Single „Youth“ geht gerade ganz gut in den Charts ab. Worum geht es inhaltlich eigentlich?
Wir hatten am Anfang die Textzeile „My Youth Is Yours“ und wir haben uns überlegt, was das eigentlich bedeutet und haben uns diese Zeile in unterschiedlichen Kontexten angesehen. Ich habe mich gefragt, was es für die junge Generation bedeutet und habe mich im Internet auf die Suche nach Antworten gemacht. Es war oft von Romantik und Freiheit die Rede. Wir haben diese Konzepte dann genommen und weiterentwickelt und einen Song darüber geschrieben.

Diese Textzeile klingt dramatisch und romantisch gleichzeitig. Bist du denn so ein Romantiker?
Ja, das bin ich tatsächlich. Aber jetzt nicht mit Rosenblüten und Kerzen überall. Für mich ist Liebe eine echte Sache, deshalb würde ich mich als romantisch bezeichnen.

Das mit dem Einschüchtern kann ich mir gut vorstellen. Hattest du denn schon mal einen Auftritt, der echt in die Hose ging?
So richtig schlimm jetzt nicht wirklich. Es ist eher so, dass ich mein härtester Kritiker bin. Es ist einfach so, dass man in der Regel nicht so viele Möglichkeiten hat sich bei so einer Sache zu beweisen und ich will einfach einen guten Job machen.

Vor wenigen Wochen bist du bei der „Ellen Degeneres Show“ aufgetreten …
Ja, das war großartig und auch etwas Besonderes für mich, da ich ihre Show gucke, seit ich ein kleines Kind bin. Als ich dann die Chance hatte zu ihr in die Sendung zu kommen, war das total surreal für mich.

Apropos Vorbilder: Welche Person, die du getroffen hast, hat dich am meisten inspiriert?
Schwer zu sagen. Ich wünschte, ich hätte die Möglichkeit gehabt mit Amy Winehouse ein Bier zu trinken. Das wäre für mich vermutlich ein toller Moment gewesen.

Vor drei Jahren hast du dich bei Youtube in einem Video aus schwul geoutet. Warum gerade auf diesem Weg?
Ich war einfach an dem Punkt, an dem ich es mit der Welt teilen wollte. Ich hatte einige dieser Coming-Out-Videos bei Youtube gesehen und die haben immer so viel Hoffnung und Stärke ausgestrahlt und ich wollte dem Netz mit meiner Geschichte etwas zurückgeben. Die Reaktionen der Leute waren echt überwältigend: Nur Unterstützung und Liebe. Das war echt schön.

Shootingstar Troye Sivan über Ellen de Generes und sein Coming-Out

Denkst du, dass es in der heutigen Zeit in der Musikindustrie noch irgendwie eine Rolle spielt, ob ein Künstler offen schwul ist, oder nicht?
Ich denke, dass es mittlerweile eine wesentlich kleinere Sache ist, wie vor einigen Jahren noch. Allerdings werde ich noch sehr viel dazu gefragt, was mich persönlich nicht stört. Ich denke wir befinden uns auf einem guten Weg in die richtige Richtung.

Du sagst immer, dass du alles mit dem Internet teilst. Irgendwo muss das doch aber aufhören, oder nicht?
Ja, das stimmt. Beziehungen behalte ich für mich und die meisten Familienangelegenheiten auch. Ich denke ich habe da eine echt gute Balance gefunden. Ich bin mittlerweile so lange online unterwegs, dass ich ganz gut herausbekommen konnte, wie der Hase läuft und was ich mit der Welt teile und was nicht. Es ist wichtig, dass man sich dabei wohl fühlt und ich habe da einen guten Weg für mich gefunden.

Apropos persönliches aus deinem Leben teilen: Wenn du einen Song über deine vergangenen Wochen schreiben müsstest. Welche fünf Worte würdest du darin garantiert benutzen?
Vermutlich „Fahren“, „Germany“ oder „Europa“. “Espresso“, „Spaziergänge“ und „Radfahren“.

Du singst ja nicht nur, sondern schauspielerst und machst andere Sachen wie beispielsweise modeln. Das hast du ja im letzten Jahr für Saint Laurent gemacht. Ist das was, dass du in der Zukunft gerne vermehrt machen würdest?
Ich möchte definitiv gerne mehr in der Modewelt machen. Ich weiß aber nicht, ob das jetzt zwangsläufig modeln sein wird. Ich mag Fotoshootings, die machen mir auch immer großen Spaß, weil ich da in eine Rolle eintauchen kann. Was sich da auch immer in der Modewelt für mich entwickeln wird, ich wäre da sehr glücklich und aufgeschlossen.

Möglicherweise etwas selbst designen?
Ja. Vielleicht eines Tages mal.

Was war die schlechteste Anmache, die dir jemals untergekommen ist?
Es kam schon ein paar Mal vor, dass mich Leute mit meinen eigenen Texten angesprochen oder angesungen haben. Bei so etwas fühle ich mich wirklich sehr unwohl.

Shootingstar Troy Sivan über Ellen de Generes und sein Coming-Out

Also, sollte man besser bleiben lassen?
Ja. (lacht)

Und sonst so?
Ja, das restliche Jahr werde ich eigentlich fast ausschließlich auf Tour sein. Ich arbeite an vielen coolen Sachen und freue mich jetzt schon total auf die Billboard Awards. Etwas später im Jahr geht es dann wieder zurück ins Studio.

Fotos: WENN.com, Universal Music