Montag, 30. Mai 2016, 21:20 Uhr

Wotan Wilke Möhring und Anke Engelke drehen "Happy Burnout"

Seit Mitte Mai laufen in Hamburg die Dreharbeiten zu ‘Happy Burnout’. Dafür kommen nach dem großen Erfolg von ‘Das Leben ist nichts für Feiglinge’ (2013) erneut Regisseur André Erkau, Drehbuchautor Gernot Gricksch und Hauptdarsteller Wotan Wilke Möhring zusammen.

Wotan Wilke Möhring und Anke Engelke drehen "Happy Burnout"

Wie schon in seinen bisherigen Filmen begibt sich André Erkau auch mit seinem neuen Streifen auf die feine Gratwanderung zwischen Tragik und Komik und erzählt wieder eine Geschichte von existenziellen Krisen, vom Scheitern und den kleinen und großen Tragödien des Alltags. Dies alles wie gewohnt höchst unterhaltsam und schräg-witzig, nicht gerade politisch korrekt, dafür aber sensibel beobachtet und mit Tiefgang und Herz.

Im Zentrum von Erkaus hochkarätigem Schauspieler-Ensemble steht Wotan Wilke Möhring als Alt-Punk Fussel, an seiner Seite spielen u.a. Anke Engelke (Frau Müller muss weg), Michael Wittenborn (Wir sind die Neuen), Kostja Ullmann (Groupies bleiben nicht zum Frühstück), Julia Koschitz (Hin und Weg), Torben Liebrecht (Duell der Brüder), Ulrike Krumbiegel (Bloch) und Victoria Trautmannsdorf (Ein Tick anders). Wie bei ‘Das Leben ist nichts für Feiglinge’ ebenfalls wieder mit im Team ist Kameramann Ngo The Chau (Stereo, Almanya).

Wotan Wilke Möhring und Anke Engelke drehen "Happy Burnout"

Und darum geht’s: Alt-Punk Fussel (Wotan Wilke Möhring) ist Frauenheld, Lebenskünstler und Systemverweigerer aus Überzeugung. Arbeit? Nicht mit ihm. Er lässt es lieber ruhig angehen, hat immer einen Spruch parat und wickelt mit seinem jungenhaften Charme die Bekanntschaft von der Supermarkttheke genauso um den Finger wie seine Nachbarin Frau Pasternak und Frau Linde (Victoria Trautmannsdorf), die Sachbearbeiterin im Arbeitsamt. Die ihm verfallen ist und seine Zurückhaltung in Sachen Jobanstrengung duldet – bis eine interne Prüfung sie zwingt aktiv zu werden.

Zu einem Job lässt Fussel sich nicht überreden, daher vermittelt sie ihm etwas anderes: ein Arbeitsunfähigkeits-Attest. Diagnose Burnout. Samt Therapie in einer stationären Klinik. So findet sich der chaotische Tunichtgut mirnichtsdirnichts zwischen echten Ausgebrannten wieder, den Gestrandeten einer Gesellschaft im Effizienzwahn. Mit seiner unorthodoxen Art mischt Fussel den Laden gehörig auf und bringt die Therapeuten und Krankenschwester Alexandra (Anke Engelke) auf die Palme – aber auch frischen Wind in den Laden. Und den können seine neuen Mitbewohner – der lebensmüde Sonnenstudiobesitzer Günther (Michael Wittenborn), der cholerische Kinder-Entertainer Datty (Kostja Ullmann), die überforderte Mutter Merle (Julia Koschitz) und Geschäftsmann Anatol (Torben Liebrecht) – auch mehr als gebrauchen. Doch je besser er sie kennen lernt, desto mehr beginnt selbst Fussel nachzudenken. Bis irgendwann gar nicht mehr so klar ist, wer hier eigentlich wen therapiert, wer wirklich Hilfe braucht und worum es am Ende des Tages tatsächlich geht. In der Therapie. Und im echten Leben.