Donnerstag, 02. Juni 2016, 19:55 Uhr

Thomas Gottschalk: "Es ist wieder Zeit für ehrliches Familienfernsehen“

Thomas Gottschalk meldet sich mit einer großen Abendsendung im TV zurück. Am Sonntag, 5. Juni, präsentiert der beliebte Moderator ab 20.15 Uhr live und über drei Stunden „Mensch Gottschalk – Das bewegt Deutschland“. Er stellt Themen und Menschen vor, über die das ganze Land spricht.

Thomas Gottschalk: "Es ist wieder Zeit für ehrliches Familienfernsehen“

Unterhaltsam und journalistisch gleichermaßen, dabei je nach Thema humorig, emotional oder hintergründig führt Thomas Gottschalk durch einen breiten Themenparcours des Zeitgeschehens.

Im Interview mit RTL spricht der Entertainer u.a. über Ziele, Themen und Gäste seiner Sendung, seine Rolle als Moderator und Überlegungen für ein passendes Outfit am Sonntag. Hier ein gekürzter Auszug.

In welches Genre würden Sie „Mensch Gottschalk – Das bewegt Deutschland“ einordnen?
Ich will, dass mich sowohl meine Studiogäste als auch das Publikum als Unterhalter wahrnehmen. Aber auch wenn ich von Hause aus kein Weltenerklärer und kein bohrender Journalist bin, haben wir den Ehrgeiz, uns auch mit dem Ernst des Lebens zu beschäftigen. Ich habe mit meiner „Herbstblond“-Biographie den Leuten vermitteln wollen, dass ich nicht oberflächlich durchs Leben stolpere, sondern auch Antworten gesucht und gefunden habe. Und wenn ich mich jetzt entschlossen habe, am Sonntagabend diese Erfahrungen gemeinsam mit meinen Gästen und Zuschauern zu teilen, hat man eine Ahnung von dem, was ich mit der Sendung will.


Ernste Themen mit konstruktivem Gesprächsansatz – geht es in die Richtung?
Es gibt heute mehr denn je Fragen, auf die es keine einfachen Antworten gibt. Aber alleine das zu begreifen und klarzumachen, dass die Suche nach der Antwort ja schon etwas Positives ist und man auf die gleiche Frage verschiedene Antworten geben kann, ist schon ein guter Ansatz. Das Thema Terrorismus zum Beispiel wird man nie unterhaltsam behandeln können. Wir können uns aber auch nicht ganz aus der Tatsache weglügen, dass der Terror mittlerweile unser ganzes Leben in irgendeiner Form beeinflusst. Gerade jetzt, so kurz vor Beginn der Europameisterschaft, kann ich wie so viele andere auch nur hoffen, dass alles gut geht. Darüber wird in ‚Mensch Gottschalk‘ zu reden sein, allerdings nicht mit der Absicht, den Zuschauern den Sonntagabend und die kommende Woche zu vermiesen. Es ist wichtig, diese und andere Themen mit einem positiven Ansatz und mit einem gewissen Grundvertrauen anzugehen. Und ich sage mal ganz unbescheiden: Das traue ich mir zu.

Betrachten Sie Ihre neue Sendung eigentlich als eine Art „TV-Comeback“, wie einige Medien schrieben?
Ich hatte gar nicht das Gefühl, dass ich weg war, geschweige denn, dass ein Comeback nötig wäre. Für manche bin ich sowieso erst wieder richtig da, wenn ich am Samstagabend wieder mit Eurovisions-Musik und einem knalligen Anzug vor ihnen auf dem ‚Wetten, dass…?‘ – Sofa sitze. Das wird nicht mehr passieren. Am kommenden Sonntag wird aber ein Gottschalk ins Studio einlaufen, der nach wie vor großen Spaß am Fernsehen hat, dem nichts wichtiger ist als sein Publikum und die Themen, für die sie sich interessieren.

Wenn Sie jemand fragt „Warum sollte ich 3,5 Stunden Gottschalk am Sonntag anschauen?“ Was geben Sie demjenigen mit?
Wenn ich es 3,5 Stunden durchhalte in meinem fortgeschrittenen Alter, dann sollte es der Zuschauer mit Nüsschen und gemütlich auf dem Sofa erst recht schaffen (lacht). Der Rucksack, den ich gepackt habe, ist voll. Da ist für jeden etwas drin. Nicht alles passt für jeden, aber vieles – ganz so, wie es bei mir immer war. Ich glaube, es ist mal wieder Zeit für ehrliches Familienfernsehen. Bei „Mensch Gottschalk“ ist alles live, da entstehen die Dinge aus dem Moment heraus und niemand gibt vor, jemand zu sein, der er nicht ist. Insofern ist es Fernsehen, wie ich es immer gemacht habe.

Foto: WENN.com