Donnerstag, 09. Juni 2016, 19:27 Uhr

Leonardo DiCaprio als Dichter Rumi? Und schon gibt's einen Aufschrei

David Franzoni (69), Oscar-prämierter Drehbuchautor des Blockbusters ‚Gladiator’ und US-Filmproduzent Stephen Joel Brown (55) haben in einem ‚Guardian’-Interview ihr Interesse an Hollywoodstar Leonardo DiCaprio (41) in ihrem neuen Streifen bekundet.

Leonardo DiCaprio als Dichter Rumi? Und schon gibt's einen Aufschrei

Demnach soll der Oscar-Gewinner den persischen Dichter Jalaluddin Rumi in einer Filmbiografie über dessen Leben verkörpern, wobei Robert Downey Jr. (51) den persischen Mystiker Shams-e Tabrizi darstellen könnte. Rumi wurde in Afghanistan geboren und lebte im 13. Jahrhundert. Er war nicht nur ein Dichter, sondern gilt auch als einer der berühmtesten Mystiker des Islam und zudem Gründer des Ordens der tanzenden Derwische. In seiner Theologie stand die Liebe im Mittelpunkt. Er wurde daher oft als Brückenbauer zwischen den verschiedenen Religionen verstanden. Im Interview mit dem ‚Guardian’ erklärte Franzoni unter anderem, dass er mit dem Film hoffe, „das stereotypische Porträt muslimischer Charaktere im westlichen Kino herauszufordern.“ Rumi wäre „wie Shakespeare. Er ist eine Person, die enormes Talent und Wert für die Gesellschaft und dessen Menschen hat und das hallt bis heute nach. Diese Leute sind es immer wert, erkundet zu werden.“ Der Dichter wäre insbesondere in Amerika sehr populär. Das „äußerst aufregende und herausfordernde Projekt“ gäbe ihm „ein Gesicht und eine Geschichte.“

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Obwohl sich Mister DiCaprio noch nicht einmal zum Rollenangebot von Franzoni und Brown geäußert haben soll und bisher nicht einmal ein Veröffentlichungsdatum für den Film feststeht, gibt es bereits großen Aufruhr. Den Produzenten und Hollywood generell wird nämlich sogenanntes „Whitewashing“ vorgeworfen. Und das tun einige Gegner der Filmpläne nun auch unter dem Hashtag #RumiWasntWhite zu Genüge kund. Da beklagen diese sich darüber, dass DiCaprio nicht die richtige Besetzung wäre, weil „seine Rasse“ nicht dem des realen Vorbilds entspricht. Darunter unter anderem auch der in Saudi-Arabien geborene Komiker Aamer Rahman (33). Der erklärte: „Weiße Leute haben den diesjährigen Ramadan ruiniert, indem sie ihren ‚Rumi’-Film ankündigten.“ Das ist nicht das erste Mal, dass Hollywood „Whitewashing“ vorgeworfen wird. Solche Kontroversen gab es erst kürzlich auch im Rahmen der Besetzung für ‚Doctor Strange’ sowie ‚Ghost in the Shell’. (CS)

Foto: Pacific Coast News/WENN.com