Donnerstag, 09. Juni 2016, 18:20 Uhr

"Orange Is New Black" 4. Staffel: Interview mit Uzo Aduba und Dascha Polanco

Die vierte Staffel von „Orange Is New Black“ gibt es ab dem 17. Juni exklusiv auf Netflix zu sehen. Hier unser Exklusivinterview mit Hauptdarstellerin Uzo Aduba, die die etwas gestörte Suzanne „Crazy Eyes“ Warren spielt und der dominikanischen Schauspielerin Dascha Polanco (Rolle als Daya).

"Orange Is New Black" 4. Staffel: Interview mit Uzo Aduba und Dascha Polanco

Aduba gehörte übrigens in der ersten Staffel noch zur Nebenbesetzung, schnell aber wurde ihr Part zu einer Hauptrolle ausgebaut. Ebenso Polanca: Seit der dritten Staffel ist auch sie in einer Hauptrolle zu sehen.

In wenigen Tagen startet die vierte Staffel „Orange Is New Black“. Was können die Fans erwarten?
Uzo: Ich denke, jeder sollte für das Unerwartete bereit sein. In der neuen Staffel wird einiges auf die Zuschauer zukommen – vor allem Dinge, mit denen keiner rechnet.

In den letzten Staffeln ist Crazy Eyes vom Freak zum heiß geliebten Charakter der Fans geworden. Was macht sie so besonders?
Uzo: Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Was ich aber einfach sehr an ihr mag – und das geht vermutlich auch noch anderen so – ist, dass sie einfach so ein loyaler Mensch ist. Im Grunde ist sie herzensgut und alles was sie macht, macht sie mit einer Hingabe und Leidenschaft, die nicht selbstverständlich ist.

Dascha: Ich kann das auch sehr gut nachvollziehen. Viele sehen Crazy Eyes einfach nur als verrückt an, weil sie den Stempel hat. Was viele Leute aber nicht sehen, ist Ehrlichkeit, Gefühle, Loyalität – sie ist einfach ein unglaublich süßer Mensch und es wundert mich nicht, dass die Fans sie lieben. Es gibt viele Komponenten in ihrem Charakter, mit dem sich andere Menschen identifizieren können.

Und wie steht es um Daya? Was macht sie besonders?
Uzo: Oh, das kann ich beantworten! Sie bekommt die Männer! (lacht) Und ich glaube es ist einfach unglaublich schön, diese ganze Familienkonstellation rund um Daya zu beobachten. Sie ist ein liebevoller Mensch und über die Staffeln kommt sie auch wieder ihrer Familie näher. Und jeder kennt das, dass Familien mal nicht so funktionieren, wie sie sollen. Es macht Daya aber besonders, dass sie trotzdem Liebe für ihre Verwandten empfindet – auch in den Momenten, wo sie auf Ablehnung stößt.

Viele Fans fragen sich, ob es eine Chance auf die Rückkehr von Bennet gibt?
Dascha: Das weiß ich nicht. Aber ich glaube auch, dass das für Daya gar keine so große spielt. Was viel mehr zählt ist, dass sie ein Teil des Lebens ihres Babys bleibt bzw. wieder wird.

Wie bereitet man sich auf eine Rolle wie Crazy Eyes vor? Wie schwer ist es, in diese Rolle zu schlüpfen?
Uzo: Das war eigentlich gar nicht so schwer. Ich habe mir das originale Buch, auf dem die Serie basiert, durchgelesen, um einfach ein Gefühl dafür zu bekommen, mit was für einer Rolle ich es zu tun habe und welche Erfahrungen ich da eventuell raus mitnehmen kann. Und als wir begonnen haben, ORANGE IS THE NEW BLACK zu drehen, habe ich noch sehr nah am Studio gewohnt. Ich bin damals immer zur Arbeit hingegangen und genauso wieder zu Fuß zurückgegangen. Das war für mich eine wunderbare Möglichkeit, auf dem Weg zur Arbeit langsam die Rolle der Crazy Eyes aufzunehmen und sie reinzulassen. Auf dem Weg nach Hause habe ich sie dann langsam wieder abgeschüttelt – schließlich kann ich ihre Probleme nicht auch noch Zuhause gebrauchen. (lacht) Und womit sie zu kämpfen hat, habe ich nicht zu kämpfen.

Auch wenn Crazy Eyes merkwürdig und verrückt ist, kann man sich an vielen Stellen mit ihr identifizieren. Wo siehst Du da Gemeinsamkeiten, die Du mit ihr haben könntest?
Uzo: Auf jeden Fall! Ich möchte sie ehrlich gesagt auch nichtmal als verrückt bezeichnen – das ist sie für mich nicht. Sie ist eine Person wie jeder andere und eine unglaublich liebe dazu.

Dascha: Ganz davon abgesehen darf jeder mal ein bisschen verrückt sein, wenn wir uns dadurch besser fühlen. Ich spreche genauso mit meinem Geschirr, wenn ich den Abwasch mache. (lacht) Ich rede auch mit meiner Teekanne – finde ich alles ganz normal und das macht ja niemanden gleich verrückt. Die Menschen sind immer sehr schnell damit, andere Menschen abzustempeln und in eine Schublade zu stecken.

Solltet Ihr einmal im Knast landen, was für eine Art Insasse wäret ihr?
Uzo: Ich wäre wie ein Tiger im Käfig. Solange Du mich in Ruhe lässt, lasse ich Dich in Ruhe. Fordere es einfach nicht heraus.

Dascha: Ich denke ich wäre so ähnlich. Ich verstehe mich eigentlich mit jedem und solange mir keiner blöd käme, wäre alles in Ordnung.

Und was würdet Ihr am meisten vermissen?
Uzo: Die Freiheit meine Familie zu sehen, wann und wie oft ich möchte. Es wäre für mich das schlimmste, wenn mir das jemand nehmen würde.

Dascha: Ich würde vermutlich mein Parfüm vermissen. (lacht) Spaß beiseite: ich erzähle jedem, dass mir meine Freiheit sehr viel bedeutet. Und die würde ich unglaublich vermissen.

Euer Lieblings ORANGE IS THE NEW BLACK Moment?
Uzo: Eigentlich die ganzen großen Szenen, in denen jeder mitspielt. Ich kann da jetzt keine konkrete Szene nennen, aber es macht einfach unglaublich viel Spaß, diese Szenen zu drehen. Die ganzen Mädels sind unter sich und es fühlt sich wie eine WG an, die gerade eine Party schmeißt.

Dascha: Wir haben wirklich unglaublich viel Spaß am Set! Besonders, wenn wir tanzen können.

Staffel vier in vier Worten?
Uzo: Neues Blut, neue Regeln.

Interview: Lukas Jahn, Fotos: Netflix