Montag, 13. Juni 2016, 14:09 Uhr

Fall Gina-Lisa Lohfink: "Nein heißt Nein - das muss rein ins Gesetz"

Der Fall Gina-Lisa Lohfink beschäftigt nun auch Politiker. Die frühere ‚Germany’s Next Topmodel‘-Kandidatin steht derzeit wegen angeblicher Falschverdächtigungen vor Gericht – weil sie zwei Männer der Vergewaltigung bezichtigt hatte.

Fall Gina-Lisa Lohfink: "Nein heißt Nein - das muss rein ins Gesetz"

Die hatten die angeblichen sexuellen Handlungen mit dem Model gefilmt, wurden aber vom Vorwurf freigesprochen. Das sorgt derzeit für beträchtlichen Wirbel – nun schalten sich sogar hochrangige Politiker ein. So dringt die Bundesfrauenministerin Manuela Schwesig auf eine Verschärfung des Sexualstrafrechts. „Nein heißt Nein – das muss rein ins Gesetz“, sagte Schwesig am Montag im ‚ARD-Morgenmagazin‘. Auf dem Video ist mehrmals deutlich zu hören, wie Lohfink ‚Hör‘ auf‘ sagt. Nach jetzigem Recht ist eine sexuelle Handlung aber nur strafbar, wenn sich das Opfer wehre. „Unser Sexualstrafrecht ist zu lasch“, so Schwesig. „Es ist schlimm, dass wir erst solche Fälle brauchen, um zu debattieren.“

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Auch Justizminister Heiko Maas meldete sich zu Wort: „Wenn Täter nicht bestraft werden können, bedeutet das für die Opfer eine zweite bittere Demütigung“, erklärte er gegenüber der ‚Bild‘-Zeitung. „Die Reform ist dringend notwendig, um eklatante Schutzlücken zu schließen. Wenn die schutzlose Lage für sexuelle Übergriffe ausgenutzt wird, müssen die Täter dafür auch konsequent bestraft werden können.“ Doch die Frage sei erlaubt: Wann ist ein Nein? Auch wenn man nach gegenseitigem Einvernehmen schon mittendrin ist?


Foto: picture alliance / dpa