Donnerstag, 16. Juni 2016, 12:09 Uhr

Filmkritik: Dwayne Johnson und Kevin Hart in "Central Intelligence"

Muskelpaket contra Großmaul: Dwayne Johnson und Kevin Hart liegen im verbalen Dauerclinch in dieser sympathischen Buddy-Komödie, die nicht auf Effekte, sondern auf Pointen abzielt.

Filmkritik: Dwayne Johnson und Kevin Hart in "Central Intelligence"

Das ungleiche Pärchen, auf englisch „odd couple“, ist immer noch unschlagbar. Angefangen von den Urvätern Stan Laurel und Oliver Hardy über die ewigen Streithähne Walter Matthau und Jack Lemmon erweist sich das schräge Duo bis heute als eine Komödien-Konstellation, die einfach nicht aus der Mode zu kommen scheint.

Jetzt schickt Regisseur Rawson Marshall Thurber (‚Wir sind die Millers‚) in der quirligen Spionage-Komödie ‚Central Intelligence‘ den riesigen Ex-Wrestler Dwayne ‚The Rock‘ Johnson zusammen mit dem schmächtigen, vorlauten Comedian Kevin Hart in den Ring. Und die nicht nur aufgrund ihrer Körpergröße sehr ungleichen Protagonisten spielen sich die Bälle gekonnt zu. Die meisten, nicht immer politisch korrekten Gags zünden, der hanebüchene Plot um den gestohlenen Code der amerikanischen Raketenabwehr bleibt da nur Nebensache.

Die Story beginnt 1996 an der High School. Da ist Calvin der gefeierte Jahrgangsbeste, während Bob als moppeliges Dickerchen zum Gespött der Mitschüler wird. Zwanzig Jahre später hat sich der belächelte Außenseiter Bob (Dwayne Johnson) in einen muskulösen CIA-Agenten verwandelt, während Calvin (Kevin Hart) als biederer Buchhalter ein wenig auf der Stelle tritt – sehr zum Leidwesen seiner Jugendliebe und Ehefrau Maggie (Danielle Nicolet).

Jetzt benötigt der herzensgute, aber etwas tumbe Muskelberg Bob das Computerwissen von Calvin und zieht das schmächtige Weichei in eine haarsträubende Spionage-Geschichte hinein, inklusive knallharter Geheimdienst-Chefin (Amy Ryan) und finsterem Bösewicht (Aaron Paul). Aber im Grunde geht es um die verbalen Scharmützel zwischen Bob und Calvin. Und die sind gespickt mit Seitenhieben auf Social-Media-Phänomene wie Instagram oder Snapchat.

Filmkritik: Dwayne Johnson und Kevin Hart in "Central Intelligence"

Diverse Hollywood-Blockbuster wie ‚Twilight‘ oder auch der afroamerikanische Vorzeigestar Will Smith bekommen politisch durchaus unkorrekt ihr Fett ab. Und daneben erzählt der Film ganz altmodisch und ohne viel Gewalt und Effekthascherei die uramerikanische Geschichte vom gelungenen Leben: Du selbst bist der Star in deinem Film.

In einer Szene spielt das Muskelpaket Bob für das gestresste Großmaul Calvin den Psycho-Doktor. Nach einigem Hin und Her wiegt der sanfte Riese seinen Schützling wie ein schutzbedürftiges Baby in den Armen. Männer können so süß sein.

Filmkritik: Dwayne Johnson und Kevin Hart in "Central Intelligence"

Bis zum erwartbaren Happy-End macht das explosive, blendend aufgelegte Duo einen guten Job, und ganz raffiniert lässt uns das Drehbuch im Unklaren, ob der hünenhafte Bob wirklich ein Guter ist oder doch von der dunklen Seite der Macht kommt. Eine Fortsetzung jedenfalls ist mehr als wahrscheinlich. (Johannes von der Gathen, dpa)

Fotos: Universal Pictures