Freitag, 17. Juni 2016, 19:05 Uhr

Rammstein: Siegt die Band gegen Deutschland?

Im ‚Rammstein‚-Prozess deutet alles darauf hin, dass die Band mit ihrer Klage gegen die Bundesrepublik gewinnt. Die Schock-Rocker von ‚Rammstein‘ hatten das Land auf Schadensersatz verklagt, weil ihr Album ‚Liebe ist für alle da‘ (2009) als jugendgefährdend eingestuft und somit verboten wurde.

Rammstein: Siegt die Band gegen Deutschland?

Der Song ‚Ich tu dir weh‘ und eine eine Folter-Abbildung im Booklet der CD galten laut Prüfstelle als „verrohend“ und „sittenwidrig“. Die Musiker beriefen sich daraufhin auf die Kunstfreiheit und klagen vor mehreren Verwaltungsgerichten bereits mit Erfolg. Und damit nicht genug – die Rocker wollen insgesamt 66.396 Euro Schadenersatz, weil rund hunderttausend CDs eingelagert und vernichtet wurden, wie die ‚Bild‘-Zeitung berichtete. In einem Prozess am Landgericht Bonn am Mittwoch deutete nun alles darauf hin, dass die Band recht bekommt. Nach Ansicht der Bonner Richter haben die Prüfer nämlich nicht ausreichend zwischen Kunstfreiheit und Jugendschutz abgewogen.

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Die 1. Zivilkammer kam zu dem Ergebnis, dass die martialischen Texte und die übertriebene Darstellung von Gewalt eine Inszenierung und „kein wirklichkeitsnaher Gewaltexzess“ seien. Die Richter schlugen nun einen Vergleich vor, in dem der Bund an die Band 15.000 Euro zahlen soll. Über diesen Kompromiss wollen nun beide Seite beraten. Kommt es zu keiner Einigung, geht der Prozess weiter. Das Eingeständnis der Regierung, einen Fehler gemacht zu haben, sei den sechs Musikern wichtiger als Geld, sagte der Anwalt der Band. (Bang)

Foto: Universal Music/Frank-Lothar Lange