Samstag, 18. Juni 2016, 12:39 Uhr

Axel Ranisch dreht improvisierten "Tatort" (fast ohne Drehbuch)

Mit einem Ensemble aus Profis und Amateuren und ohne ausformuliertes Drehbuch dreht Axel Ranisch (32) seit dieser Woche seinen ersten Film für die Reihe „Tatort“. Das Team um Ulrike Folkerts als Lena Odenthal wird dabei ebenso Teil seiner Filmfamilie wie die Darsteller und Darstellerinnen des Ludwigshafener Amateurtheaters Hemshofschachtel.

Axel Ranisch dreht improvisierten "Tatort" (fast ohne Drehbuch)

Als „Kriminaloperette ohne Gesang“ beschreibt Ranisch, der bekannt ist für seine zumeist ohne Drehbuch gefertigten schräg inszenierten Filme, den „Tatort – Babbeldasch“, in dem Traumsequenzen eine wichtige Rolle spielen werden. Gemeinsam mit den Darstellern entwickelten Axel Ranisch sowie Schauspielcoach Peter Trabner und Drehbuchautor Sönke Andresen in mehreren Workshops während der letzten Monate die Figuren für den Film. Auf dieser Basis wurde die Grundstruktur der Geschichte entworfen, die jetzt als Improvisation umgesetzt wird. Ulrike Folkerts, Lisa Bitter, Andreas Hoppe, Peter Becker und Annalena Schmidt sind wie gewohnt als Ludwigshafener „Tatort“-Team im Einsatz, Marie-Luise Mott, André Assanoff, Petra Mott, Gerd Rohrbacher, Vito Schito, Christian Borowski und viele weitere Schauspieler der Hemshofschachtel werden in den Episodenrollen zu sehen sein.

Überflieger Axel Ranisch dreht improvisierten "Tatort" (fast ohne Drehbuch)

Darum geht’s: Sophie Fettèr, Gründerin und Herz des Ludwigshafener Theaters „Babbeldasch“, stirbt während einer Vorstellung an einem allergischen Schock. Johanna Stern übernimmt die Ermittlungen und muss die Frage klären, ob Sophie womöglich mit Absicht getötet wurde, während ihre Kollegin Odenthal eigentlich Überstunden abbummeln soll. Aber Lena war in der entscheidenden Vorstellung im Theater und nutzt die Verbindung, um inkognito hinter die Kulissen zu blicken – wo sie miterlebt, wie unter den Theaterleuten Trauer und Bestürzung, alte Feindschaften und neue Hoffnungen kursieren. Immer hatte Sophie mit Charme und Durchsetzungsfähigkeit alles zusammengehalten. Und auch jetzt noch mischt sie mit, denn sie erscheint Lena im Traum und verlangt von ihr, ihren Mörder zu finden, bevor alles auseinanderbricht. Im Theater brodelt’s, Kopper urlaubt in Italien, Johanna sammelt erfolgreich Indizien – und Lena gerät immer mehr in ein Zwischenreich aus Ermittlung, Bühne und Traumgeschehen.

Übrigens: Die ARD-Krimireihe ‚Zorn‘ steht vor einer ungewissen Zukunft. Im Herbst werde der fünfte Film «Zorn – Kalter Rauch» produziert, sagte eine Sprecherin der Produktionsfirma Degeto am Freitag in Frankfurt/Main. Wie es danach mit der Serie, mit Stephan Luca (41) und Axel Ranisch in den Hauptrolle, weitergehe, könne derzeit nicht gesagt werden. Die fünfte Folge soll 2017 ausgestrahlt werden.

Die ‚Mitteldeutsche Zeitung‘ berichtete am Freitag unter Berufung auf MDR-Kreise, dass ‚Zorn‘ vor dem Aus stehe. Die Degeto drehe den Geldhahn zu. Grund dafür sollen gesunkene Quoten sein. Die vierte Folge (‚Wie sie töten‘) hatten in diesem April rund 3,89 Millionen Zuschauer gesehen, der Marktanteil betrug zwölf Prozent. Die erste Folge ‚Tod und Regen‘ hatten dagegen 2014 noch 6,26 Millionen Zuschauer angesehen – das entsprach 17,6 Prozent Marktanteil. (KT/dpa)

Foto: SWR/Martin Furch