Mittwoch, 22. Juni 2016, 13:42 Uhr

Filmkritik "Bastille Day": Idris Elba herrlich witzig in Film über Terroranschlag

Am Donnerstag startet „Bastille Day“ in den deutschen Kinos. Vorweg: Idris Elba (43, „Luther“, „Pacific Rim“ und demnächst in „Star Trek Beyond“) ist herrlich witzig, hat dieses exzentrische britische Etwas – man könnte es auch spleeniges Understatement nennen und (was denn wohl sonst) durchtrainiert ist er sowieso.

Filmkritik "Bastille Day": Idris Elba herrlich witzig in Film über Terroranschlag

Der sehr geschickte Taschendieb Michael Mason (Richard Madden, 30, „Game of Thrones„) schludert so in Paris vor sich hin, lebt in den Tag hinein und beklaut alle, die seinen Weg kreuzen, also vorrangig Touristen. Aber er klaut eben auch nach Auftrag, z.B. japanische Pässe. Michael ist von Berufs wegen ein guter Beobachter und doch hat er nicht richtig mitbekommen, worin die Brisanz des Gepäckstücks besteht, als er die politische Aktivistin Zoe (Charlotte Le Bon, 29, „Der Schaum der Tage“, „Yves Saint Laurent“) beklaut.

Michael erkennt den Wert der unauffälligen Papiertüte nicht und plaziert diese enttäuscht am nächsten Mülleimer – mitten im Gewühl von Menschen.

In der Tüte, versteckt in einem Kuschelbären steckt eine Bombe und die tut auch das, wozu sie gebaut wurde. Die Bombe geht hoch und tötet ziemlich hässlich. Der öffentliche Raum in Paris ist überzogen mit Kameras und schon bald zoomen Geheimagenten Michaels Konterfei heran und machen Jagd auf ihn. Der ansonsten so antriebslose Tagedieb gerät nun ins Visier des CIA-Agenten Sean Briar (Idris Elba). Der Brite Idris Elba spielt den CIA-Agenten so cool, wie es sonst nur James Bond hinkriegt.

Briars Auftrag ist auf Actionfilm-Niveau: Ein Mann, ein Ziel. Einfach nach Paris reisen, Michael verhören und den Nichtsnutz anschließend in die USA verfrachten und all das bevor die Franzosen den Verdächtigen in die Hände bekommen.

Filmkritik "Bastille Day": Idris Elba herrlich witzig in Film über Terroranschlag

Die Mischung aus CIA-Spezialbeauftragter, Undercover-Agent an der Leine von Sesselpuper-Vorgesetzten und heftigen zeitlichen Erfolgsdruck kann Briar als einer gegen den Rest der Welt ganz gut bedienen. Und dann passiert, was eben witzige Actionfilme ausmacht: der Schluffi von Taschendieb und die Kampfmaschine mit Esprit müssen sich zusammenraufen. Aber gemeinsam versuchen die beiden herauszufinden, wer die Bombe eigentlich wo und warum explodieren lassen wollte. Dem ungleichen Duo bleiben nur 24 Stunden, den nächsten Anschlag zu verhindern…

Fazit: „Bastille Day“ überzeugt als tolles, handfestes und gradlinig erzähltes Actionkino. Ein paar coole Sprüche mehr könnten schon sein. Aber da ist, wenn Idris Elba denn im Auftrag seiner Majestät tatsächlich unterwegs sein sollte, ja durchaus noch Luft nach oben. (Kathrin Wessel)

Filmkritik "Bastille Day": Idris Elba herrlich witzig in Film über Terroranschlag

Fotos: Studiocanal