Donnerstag, 23. Juni 2016, 21:53 Uhr

Led Zeppelin gewinnen Plagiats-Prozess um "Stairway to Heaven"

Im Plagiatsprozess um die Rock-Hymne ‚Stairway to Heaven‘ hat die angeklagte Band Led Zeppelin einen Erfolg errungen. Sänger Robert Plant und Gitarrist Jimmy Page kupferten nicht vom angeblichen Plagiatsvorbild ‚Taurus‘ der Band Spirit ab.

Led Zeppelin gewinnen Plagiats-Prozess um "Stairway to Heaven"

Das entschied jedenfalls eine Jury in Los Angeles US-Medienberichten zufolge. Für ihre Entscheidung über den 1971 veröffentlichten Hit benötigten die Geschworenen weniger als einen Tag.

Led Zeppelin habe zwar Zugang zu ‚Taurus‘ gehabt, den Song also gekannt. Es gebe aber keine maßgeblichen Ähnlichkeiten der beiden Titel, berichtete der ‚Hollywood Reporter‘ aus dem Gericht über die Entscheidung. Die Klägerseite habe es nach Angaben des Led-Zeppelin-Anwalts Peter Anderson zudem versäumt, Schäden oder entgangene Einnahmen durch ‚Stairway to Heaven‘ zu belegen.

Mit dem Sieg behalten Plant und Page recht, die ausgesagt hatten, den Song allein geschrieben zu haben. Die musikalischen Elemente, die auch bei ‚Taurus‘ auftauchen, seien in westlicher Musik seit Jahrhunderten übliche Bausteine.

Für Mick Skidmore, Nachlassverwalter des verstorbenen Spirit-Gitarristen Randy Wolfe, ist die Entscheidung dagegen eine bittere Niederlage. „Wir sind traurig und enttäuscht, aber müssen die Entscheidung der Jury natürlich respektieren“, sagte Skidmores Anwalt Francis Malofiy der Nachrichtenwebsite ‚The Wrap‘ zufolge. Für Skidmore und seinen Anwalt schien der Kampf fast aussichtslos: Gitarrist Wolfe war 1971 relativ unbekannt verstorben, während die Angeklagten samt ihres Hits zu den bekanntesten Ikonen der Rockgeschichte zählen.

Weil bis 1976 nur Noten von Stücken urheberrechtlich geschützt waren und nicht Originalaufnahmen, ließ Richter Gary Klausner im Prozess auch keine Aufnahmen zu. Musikwissenschaftler spielten den Geschworenen die Stücke vom Blatt ab, zu hören bekam die Jury ‚Stairway to Heaven‘ und ‚Taurus‘ im Original aber nicht.

Skidmore hatte erreichen wollen, dass Wolfe im Songwriting von ‚Stairway to Heaven‘ genannt wird, um in Zukunft mit an den Lizenzgebühren zu verdienen. Die mit dem Song verdienten Millionen bleiben mit der Entscheidung weiter in den Händen von Led Zeppelin.

Interessanter Hintergrund: Randolph Craig Wolfe hatte nie eine Plagiatsklage eingereicht. Kurz vor seinem Tod 1997 habe er in einem Interview eingeräumt, dass er sich von Led Zeppelin „abgezockt“ fühle, weil die Band Millionen Dollar mit dem Song verdient habe. Erst Wolfes Treuhänder habe später dann die Klage eingereicht. Der Prozess gegen Page und Plant begannMitte Mai. (dpa/KT)

Foto: WENN.com