Montag, 27. Juni 2016, 13:40 Uhr

Gina-Lisa Lohfink: Der Prozess geht heute weiter

Im Berliner Prozess gegen das Model Gina-Lisa Lohfink hat ein beteiligter Mann von einvernehmlichem Sex an drei aufeinanderfolgenden Tagen im Juni 2012 gesprochen.

Gina-Lisa Lohfink Der Prozess geht heute weiter

„Ich würde niemals etwas machen, was sie nicht will“, sagte der 28-jährige Fußballer am Montag vor dem Amtsgericht Berlin-Tiergarten. Er habe Gefühle für Lohfink gehabt. Der Mann sagte, er habe damals den Strafbefehl geschluckt, damit die Sache nicht noch weiter öffentlich werde. „Ich habe sehr darunter gelitten, das hat meiner Karriere geschadet.“ Lohfink hatte den Fußballer sowie einen VIP-Manager der Vergewaltigung beschuldigt. Diesen Vorwurf sah ein Gericht nicht bestätigt. Die beiden Männer wurden allerdings bestraft, weil sie einen Film vom Sex mit Lohfink verkauften. Das heute 29-jährige Model sollte 24.000 Strafe bezahlen – wegen falscher Anschuldigungen. Doch weil Lohfink das nicht akzeptierte, steht sie nun vor Gericht.

Gina-Lisa Lohfink Der Prozess geht heute weiter

Vor dem Betreten des Gerichtssaals sagte Lohfink, die sich hinter einer dunklen Sonnenbrille versteckte, zu wartenden Reportern, dass sie „keine Show“ abziehe. „So eine gute Schauspielerin“ könne man gar nicht sein. „Ich kann Frauen helfen und schützen – was mir passiert ist, kann auch jeder normalen Frau passieren.”

Auf der Straße vor dem Gericht versammelten sich Dutzende Unterstützerinnen. Sie sehen in Lohfink eine Vorkämpferin für die Rechte von vergewaltigten Frauen. Auf Plakaten und Transparenten standen Parolen wie „No means no“. Frauen klatschten und riefen „Du bist nicht allein“, als Lohfink erschien: in ärmelloser Bluse und kurzem, engem Rock. Im Gerichtssaal schüttelte Lohfink immer wieder den Kopf und wischte sich Tränen aus den Augen. (dpa/KT)


Fotos:: Jörg Carstensen