Sonntag, 03. Juli 2016, 9:51 Uhr

Tot: Michael Cimino dreht einen der größten Flops der Filmgeschichte

US-Regisseur Michael Cimino, der mit dem legendären Kriegsfilm ‚Die durch die Hölle gehen‘ (1978, mit Meryl Streep) bekannt wurde, ist tot. Wie sein langjähriger Anwalt am Samstag (Ortszeit) der Deutschen Presse-Agentur mitteilte, wurde Cimino leblos in seinem Haus in Beverly Hills gefunden.

Tot: Michael Cimino dreht einen der größten Flops der Filmgeschichte

Zur Todesursache konnte Eric Weissmann keine Angaben machen. Cimino sei vorher bei guter Gesundheit gewesen, sagte der Anwalt. Den Tod des 77 Jahre alten Regisseurs beschrieb er als „völlig überraschend“. Zuvor hatte auch der künstlerische Leiter des Filmfestivals in Cannes, Thierry Frémaux, den Tod Ciminos in einem Tweet verkündet.

Ciminos Vietnam-Kriegsfilm ‚Die durch die Hölle gehen‘ (‚The Deer Hunter‘) hatte 1979 fünf Oscars gewonnen, darunter als bester Film und für die Regie. Zuvor war er in neun Kategorien nominiert. Christopher Walken wurde als bester Nebendarsteller gefeiert, auch Robert De Niro und Meryl Streep, die die Hauptrollen innehatten, waren nominiert.

Nach diesem Erfolg drehte Cimino 1980 mit dem teuren, fast vierstündigen Western ‚Heaven’s Gate – Das Tor zum Himmel‘ einen der größten Flops in der Filmgeschichte. Die Produktionskosten explodierten während des Drehs. Schon nach vier Drehtagen sei der stets nach Perfektionismus strebende Regisseur fünf Tage im Rückstand gewesen.

Der Spätwestern mit Kris Kristofferson und Isabelle Huppert wurde von den Kritikern zerrissen und fiel an den Kinokassen durch. Auch due vom Regisseur später um 70 Minuten gekürzte Fassung scheiterte. In Folge des Megaflops wurde die Produktinsforma United Artists an Metro-Goldwyn-Mayer verkauft. Nach diesem Misserfolg drehte Cimino nur noch eine Handvoll Filme, darunter ‚Im Jahr des Drachen‘ (1985) und ‚The Sunchaser‘ (1996). (dpa/KT)

Foto: SIPA/WENN.com