Samstag, 09. Juli 2016, 13:55 Uhr

Stargeiger Arzberger will nach Horror-Aufenthalt in New York zurück

Der Leipziger Star-Geiger Stefan Arzberger hat nach seiner Verwicklung in einen dubiosen Kriminalfall in New York „großen Respekt‘ vor seiner Rückkehr nach Deutschland. „Ich weiß nicht, wie sich das anfühlen wird“, sagte Arzberger dem Müchnener Nachrichten-Magazin ‚Focus‘.

Arzberger plant demnach seine Rückkehr in die Heimat für Ende Juli, dann will er erst einmal seine Eltern besuchen. Der Musiker war im März 2015 während einer Tournee festgenommen worden und durfte die Stadt bis Ende Juni 2016 nicht verlassen. Dem Geiger war vorgeworfen worden, nackt eine 64-jährige Touristin aus North Carolina in einem Zimmer des Hudson Hotels fast zu Tode gewürgt zu haben. Dem vorausgegangen sei ein Techtelmechtel mit einer angeblichen Prostituierten, die den Musiker unter Drogen gesetzt habe. Aufnahmen von Überwachungskameras zeigen, wie die Prostituierte das Zimmer des Geigers mit dessen iPad verlässt. Auch habe die einschlägig bekannte Kriminelle seine drei Kreditkarten gestohlen und hatte noch in derselben Nacht versucht, Geld abzuheben. Die Transexuelle wurde schnell gefunden und schließlich zu fünf Monaten Haft verurteilt.

Arzberger hat nach eigenen Angaben keine Erinnerung an das Geschehen. Er sagt, man habe ihn unter Drogen gesetzt. Die Staatsanwaltschaft ließ den Vorwurf des versuchten Mordes fallen, nachdem Arzberger sich der fahrlässigen Körperverletzung ohne Vorsatz schuldig bekannte.

Hier gibt’s die ganze Geschichte zum Fall Arzberger

Eine Haft-, Bewährungs- oder Geldstrafe droht ihm nicht mehr. Die Beteiligte fordert allerdings in einer Zivilklage Schadenersatz.

Der frühere Violinist des Leipziger Streichquartetts habe auch schon einige Arbeitsangebote für den August, wolle aber nicht alle annehmen. „Ich fühle mich noch nicht fit genug“, sagte er. „Nach 15 Monaten mit wenig Spiel- und Auftrittspraxis und umso mehr psychologischem Druck ist es besser, sich Zeit zu lassen.“ Er freue sich aber, im Herbst wieder in bester Form zu musizieren. (dpa/KT)

Foto: Andrew Gombert