Dienstag, 12. Juli 2016, 19:41 Uhr

Extrem-Hype um Handy-Game „Pokémon Go“: Was steckt dahinter?

Mit der neuen, letzte Woche veröffentlichten US-App ‚Pokémon Go’ hat der japanische Spielekonzern Nintendo voll ins Schwarze getroffen. Das Handyspiel, das bei Erwachsenen wieder Kindheitserinnerungen weckt, verbreitet sich so rasant, dass es täglich schon mehr Nutzer hat als Twitter.

Extrem-Hype um Handy-Game „Pokémon Go“: Was steckt dahinter?

Medienberichten zufolge soll ‚Pokémon Go’ zudem sogar schon die weit verbreitete Dating-App Tinder verdrängt haben, da sie mittlerweile auf noch mehr Android-Smartphones zu finden sei. Die Nutzungszahlen des Handyspiels sind ebenso beeindruckend: 60 Prozent der User, die es herunterladen, spielen es auch, so das Branchenmagazin ‚Gründerszene.de’. Demnach verbringen die Anwender durchschnittlich 43 Minuten pro Tag mit dem Fangen der Pokémons, was etwa so viel Nutzungszeit darstellt wie bei Instagram und Snapchat zusammen.

Und die Faszination der neu aufgelegten und wahnsinnig erfolgreichen Gameboy-Videospielserie (bis heute über 200 Millionen Mal verkauft) aus den 90ern? Anders als bei anderen Handyspielen, kommt der User bei ‚Pokémon Go’ so richtig auf Trab.

Der Spieler muss nämlich in der realen Welt auf Pokémon-Jagd gehen, also draußen in der echten „Natur“ und das kann auch mal richtig laufintensiv werden. Beim Streifen durch die Gegend trifft man dann auf die Monster. Schicke Extras wie Pokébälle helfen beim Fangen der Kreaturen, wobei man diese beispielsweise an Sehenswürdigkeiten oder Denkmälern findet und sie als sogenannte Poké-Stops erfasst wurden.

Wo sich ein Spieler gerade aufhält, registriert die App übrigens über den GPS-Sensor des Smartphones. Und auch die Entwickler des Spiels können damit grundsätzlich nachvollziehen, wo der User gerade weilt. Wer schließlich noch im Internet durch Screenshots verbreitet, wo er sich gerade auf Monsterjagd befindet, macht es für andere dadurch relativ leicht, ihn zu orten. Das birgt entsprechende Gefahren aber von vorne.

Extrem-Hype um Handy-Game „Pokémon Go“: Was steckt dahinter?

Nachdem sich einige Poké-Stops an abgelegenen Orten befinden können, ist es empfehlenswert, diese im Dunkeln oder aber allein nicht unbedingt anzusteuern. Denn andere Spieler sowie theoretisch auch Kriminelle können zumindest erahnen, dass ein solcher Poké-Stop gute Chancen birgt, dort weiteren Spielern zu begegnen. Wer da also den bösen Plan hat, günstig an ein neues Handy zu kommen, könnte diese Stationen gezielt ansteuern.

Zudem ist die grundsätzlich kostenlose App mit Stand 11. Juli in Deutschland offiziell noh immer nicht erschienen. (Der Start war eigentlich für 10. Juli vorgesehen, soll nun aber am 13. Juli sein.) Wer aber jetzt schon ‚Pokémon Go’ spielen möchte, könnte dabei an derzeit kursierende, mit Malware verseuchte Apps geraten. Besser wäre es also auf jeden Fall, auf die offizielle Veröffentlichung zu warten, wie es Sicherheitsexperten allgemein empfehlen. Bei aller Begeisterung für ‚Pokémon Go’ sollte zu viel Leichtfertigkeit vermieden werden. (CS)