Dienstag, 12. Juli 2016, 13:07 Uhr

Jörg Kachelmann: 395.000 Euro Entschädigung

Das Oberlandesgericht Köln hat dem einstigen ARD-Wettermoderator Jörg Kachelmann im Verfahren gegen die Bild-Zeitung und Bild.de 513.000 Euro zugesprochen. Damit blieb das Gericht in seinem Urteil unter der Rekordsumme von 635 000 Euro, die das Landgericht Köln in erster Instanz dem 57-Jährigen zugesprochen hatte.

Jörg Kachelmann: 395.000 Euro Entschädigung

In dem sich über Jahre hinziehenden Verfahren ging es um die Prozessberichterstattung verschiedener Springer-Pubkikationen. Kachelmann-Anwalt Ralf Höcker twitterte: „Kachelmann bekommt von Springer und Bild inklusive Zinsen knapp 513.000 € Geld Entschädigung und Schadensersatz!“

‚Bild‘ äußerte sich mit einer eigenen Mitteilung. Darin heißt es: „Im Berufungsverfahren zur Berichterstattung u.a. von Bild über den Vergewaltigungs-Prozess gegen Jörg Kachelmann in den Jahren 2010 und 2011 hat das Oberlandesgericht Köln am Dienstag, 12. Juli 2016, die Geldentschädigung für den Wetter-Moderator weiter reduziert. Nach Ansicht des OLG Köln habe es keine Kampagne gegen den Wetter-Moderator gegeben. (…) Das Oberlandesgericht sprach ihm 395.000 Euro zu und blieb damit deutlich unter dem Jörg Kachelmann in erster Instanz zugesprochenen Schmerzensgeld in Höhe von 635.000 Euro.“

Weiter heißt es: „Der Anwalt Kachelmanns hatte bereits selbst die ursprüngliche Forderung von 2,25 Mio. Euro gegen Axel Springer auf 950.000 Euro reduziert, also mehr als halbiert. (…) Der Senat bezeichnete mehrere Berichte als ‚harmlos‘, die zuvor von Jörg Kachelmanns Anwalt wegen Verletzung des Persönlichkeitsrechtes angegriffen worden waren. Einige Fotos, die Jörg Kachelmann etwa auf dem Weg zum Gericht und auf dem Gefängnis-Hof zeigten, hielt der Senat indes für entschädigungswürdig.“

Ob beide Seiten in Revision gehen ist noch offen.


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