Donnerstag, 14. Juli 2016, 11:49 Uhr

Christoph Waltz: "Man könnte ein Leben lang Bösewichte spielen"

Für seine facettenreiche Darstellung zwielichtiger Gestalten wurde Schauspieler Christoph Waltz (29) bereits mit zwei Oscars belohnt. Ab dem 28. Juli ist er in der Neuverfilmung von „Tarzan“ als fieser Kolonialherr zu sehen.

Christoph Waltz: "Man könnte ein Leben lang Bösewichte spielen"

In „Tarzan“ geht es auch um Kritik am Kolonialismus, Versklavung und Ausbeutung. Dass diese Themen in einem Abenteuerfilm verarbeitet werden, ist für Waltz kein Widerspruch. Dazu sagte er im Im Interview mit dem Männer-Stil-Magazin GQ (deutsche August-Ausgabe): „Die beste Unterhaltung ist deswegen die beste, weil sie über sich selbst hinausreicht. Sie will mehr, als nur unterhalten.“ Auf die Frage, ob sich auch die Deutschen diesem Prinzip annähern, erklärte Waltz: „Nein. Das ist eine kulturelle Sache, die möglicherweise schon in der Sprache verankert ist. Ich fände es auch nicht unbedingt nötig, sich anderen Kulturen anzugleichen. Die Deutschen trennen das halt säuberlich, und es kommt ja auch nicht ausschließlich Mist dabei heraus.“

Mehr zu Alexander Skarsgard und Christoph Waltz: Der Tarzan-Kuss ist raus!

Christoph Waltz: "Man könnte ein Leben lang Bösewichte spielen"

Dass er als Schauspieler auf die Rolle des Fieslings reduziert werden könnte, sorgt Christoph Waltz kaum: „Da muss ich etwas aufpassen. Wobei mir diese ewige Bösewichtssache vollkommen gleichgültig ist. Mich interessieren die Details. Welche Farben auf dem moralischen Spektrum eine Rolle dann hat, das kümmert mich nicht. Man könnte ein Leben lang nur Bösewichte spielen, sie müssen sich bloß voneinander unterscheiden. Man kann das ja sehr schön bei diesem Schauspiel hier im US-Wahlkampf verfolgen. Da sind nur Vollidioten, aber mit unterschiedlichen Eigenschaften.“

Fotos: WENN.com, GQ